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Vest-Therapiesystem – Erfahrungsbericht

Im Rahmen der Physiotherapie während meiner stationären REHA im Oktober 2006 in der Hochgebirgsklinik Davos Wolfgang hatte ich mehrmals die Möglichkeit, das Vest-Therapiesystem unter therapeutischer Anleitung auszuprobieren.

Dieses System besteht aus einem stationären Gerät, aus einer Weste und einem Gürtel. Weste bzw. Gürtel werden dann über zwei dicke Schläuche mit dem stationären Gerät verbunden.
Wenn man die Weste bzw. den Gürtel angelegt hat, stellt man das Gerät mit gewünschter Frequenz und die Therapiedauer ein.

Jetzt beginnt ein ungezieltes Gerüttel. Da ich durch die Weste im Thoraxbereich ziemlich eingeengt war, konnte ich während der Schüttelung nicht tief genug durchatmen. Dies empfand ich als sehr unangenehm. Auch die Wärmeentwicklung empfand ich störend.

Empfand ich bisher nach der Physiotherapie eine spürbare Besserung bezüglich Thorax-mobilität, Sekretolyse und zum Teil auch der FEV1 bzw. Sauerstoffsättigung, so war das bei den Therapieeinheiten mit dem Vest-Therapiesystem nie der Fall.

Nach einer Behandlung mit der Therapieweste hatte sich die FEV1 sogar verschlechtert. (Messung mit Pico 1): FEV1 vor (nach) Therapie: 1,73 (1,47); PEF vor (nach) 222 (159). Während der anderen Behandlungen waren die Werte gleich geblieben.

Wir haben auch den Gürtel ausprobiert. Auch hier war für mich kein spürbarer Erfolg bezüglich Sekretolyse in Kombination mit Thoraxmobilisation vorhanden.

Sowohl die Behandlung mit der Weste, als auch mit dem Gürtel waren sehr lustig. Auch Lachen löst manchmal Sekret.
Die Therapie mit der Weste wirkt nur sehr ungezielt. Im Rahmen der autogenen Drainage, der reflektorischen Atemtherapie ect. ist man in der Lage viel gezielter in die Sekretolyse und Thoraxmobilität einzugreifen.

Zusammenfassend möchte ich sagen, dass das Gerät für mich ein lustiger Flop war und für eine effektive Physiotherapie mit gezielter Sekretolyse und Thoraxmobilisation wie sie ein guter Physiotherapeut leisten kann eher ungeeignet ist.


Mit freundlichen Grüßen
Carmen Röder

Expertenrat