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Bessere Mukoziliäre Clearance durch P552-02?

Hintergrund: Der bei CF gestörte Salztransport führt bei den Betroffenen dazu, dass der Flüssigkeitsfilm auf den Lungenepithelzellen eintrocknet; es bildet sich ein zähflüssiger Schleim. Die Flimmerhärchen, die normalerweise in dem Flüssigkeitsfilm aktiv sind und Fremdstoffe und Bakterien aus der Lunge transportieren, können in dem eingetrockneten Flüssigkeitsfilm nicht richtig arbeiten; die so genannte mukoziliäre Clearance ist gestört. Substanzen, die die Aktivität des Chloridionenkanals verstärken/ wiederherstellen oder die Überreaktivität des Natriumkanals eindämmen, könnten für eine Wiederherstellung des Flüssigkeitsfilms sorgen. Dadurch wäre dann die Lunge wieder in der Lage, Bakterien und Fremdstoffe besser abzuwehren; die Entzündung und Infektion der Lunge ginge zurück. Langfristig sollte sich dies positiv auf die Lungenfunktion auswirken. Soweit die Idee, die hinter der Erforschung von Natriumkanalblockern steht.

Stand der Forschung: Für die Substanz Amilorid ist schon seit einiger Zeit bekannt, dass sie im Laborversuch die bei Mukoviszidose überreaktiven Natriumkanäle blockieren kann. Studien am Menschen mit dieser Substanz konnten allerdings keine ausreichende Wirksamkeit nachweisen. Dies wurde unter anderem auf eine zu kurze Wirkdauer von Amilorid in der Lunge zurückgeführt, da die Substanz relativ schnell absorbiert und abgebaut wird. Der Effekt auf den Flüssigkeitsfilm war entsprechend nur von sehr kurzer Dauer. Auch wirkt Amilorid auch noch auf andere Kanäle; hier wäre eine größere Selektivität sinnvoll. Auch die Kombination mit hypertoner Kochsalzlösung brachte nicht den gewünschten synergistischen Effekt. 

Neueste Erkenntnisse: Einer Arbeitsgruppe aus den USA und der Firma Parion ist es nun gelungen einen Natriumkanalblocker (552-02) zu entwickeln, der im Vergleich zu Amilorid besser wirksam ist. In präklinischen Versuchen konnten die Wissenschaftler zeigen, dass die Substanz effektiver als Amilorid wirkte und auch selektiver für den Natriumkanal ENaC war. Auch konnte das Volumen des Flüssigkeitsfilms erhöht werden, eine Voraussetzung für die Arbeit der Flimmerhärchen, die mukoziliäre Clearance. Die Volumenerhöhung hielt dabei im Vergleich zum Amilorid wesentlich länger an (ca. 4-5 Stunden). Der Effekt konnte durch hypertone Kochsalzlösung weiter verstärkt werden. Die Daten wurden bislang allerdings nur in Bronchialepithel im Labor und im lebenden Schafsmodell erhoben. Parion 552-02 ist inhalierbar, so dass die Substanz direkt am Zielort wirken kann. Ob die Substanz Parion 552-02 auch beim Menschen wirksam ist, muss noch erprobt werden. 

Der wissenschaftliche Artikel zu der beschriebenen Arbeit kann unter http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18218832?dopt=Abstract herunter geladen werden. 

 

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