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Studie mit neuem CFTR-Potentiator vielversprechend

- VX770 könnte die  Lungenfunktion bei seltenen CF-Mutationen (G551D) verbessern -

In einer klinischen Phase 2a Studie konnte das Biotechnologieunternehmen Vertex Pharmaceuticals (USA) bei einer gerade durchgeführten Zwischenauswertung zeigen, dass sich nach Einnahme des neu entwickelten Wirkstoffs VX770 bei Mukoviszidose-Patienten mit der seltenen Mutation G551D eine signifikante Verbesserung der Lungenfunktion ergeben hatte. Auch eine verstärkte Aktivität des CFTR-Kanals konnte nachgewiesen werden. Da die Untersuchungen bislang aber erst mit 20 Probanden durchgeführt worden sind, müssen weitere Studien folgen, um die Wirksamkeit sicher zu belegen und um festzustellen, ob VX770 auch bei Einnahme über einen längeren Zeitraum sicher, also ohne gravierende Nebenwirkungen, ist.

VX770 soll den Salz-Wasserhaushalt bei CF wiederherstellen

Hinter dem in der Studie untersuchten Wirkstoff mit dem Kürzel VX770 verbirgt sich ein so genannter CFTR-Potentiator. CFTR-Potentiatoren verstärken die Restfunktion von vorhandenem CFTR in den Zellmembranen. Das führt über eine Steigerung des Chloridionentransports zu einer (teilweisen) Normalisierung des Salz-Wasserhaushalts. Voraussetzung für diese Wirksamkeit ist allerdings, dass eine ausreichende Restfunktion des CFTR vorhanden ist. Deshalb ist ein Effekt von Potentiatoren eher für Patienten mit Mutationen der Klasse III (z.B. G551D) zu erwarten, da hier CFTR-Moleküle in die Zellmembranen eingebaut werden, die allerdings nur beschränkt funktionsfähig sind. Bei knapp 2% der deutschen Mukoviszidose-Betroffenen liegt die Mutation G551D vor.

Kann VX770 auch bei anderen Mutationen als G551D wirken?

Ob VX770 auch bei anderen Mutationen, wie z.B. der häufigen dF508, eine Verbesserung bewirkt, ist bislang noch nicht untersucht worden. Aufgrund der Wirkungsweise von Potentiatoren (s.o.) ist es allerdings unwahrscheinlich, dass VX770 ohne Zusatz eines so genannten Korrektors bei Mutationen der Klassen I und II eine entsprechende Wirkung zeigt. Denn bei dF508 werden die CFTR-Moleküle schon vor dem Einbau in die Zellmembranen (also ihrem Wirkort) von der Zelle als defekt erkannt und abgebaut. Korrektoren sollen diesen Abbau verhindern. Eine Kombination von Korrektoren und Potentiatoren könnte so auch bei Mutationen der Klassen I und II zu einem ausreichenden Chloridtransport und damit zur Normalisierung des Salz-Wasserhaushalts führen. Auch Korrektoren sind zurzeit in der frühen klinischen Entwicklung.

Die Ergebnisse der placebo-kontrollierten Studie: 

In der vorgelegten Studie erhielten 20 erwachsene Patienten mit der seltenen G551D-Mutation über 14 Tage entweder den VX770-Wirkstoff oder ein Placebo-Präparat. Der Wirkstoff wurde dabei von den Probanden gut vertragen. Bei zweimaliger Einnahme der höchsten Dosis konnte eine durchschnittliche Verbesserung der Lungenfunktion (FEV1) um 10% gezeigt werden; bei den Kontrollen, die das Placebo-Präparat genommen hatten, verschlechterte sich die Lungenfunktion im gleichen Zeitraum geringfügig (<1%). Neben dem Effekt auf die Lungenfunktion konnte auch eine deutliche Verringerung des Chloridgehalts im Schweiß sowie ein Effekt auf die Nasenpotentialdifferenz nachgewiesen werden. So wurde bei der Gruppe mit der höchsten Dosierung der Schweiß-Chloridgehalt von durchschnittlich 95,5mmol/l auf 53,2 mmol/l gesenkt wohingegen in der Placebogruppe keine signifikante Änderung messbar war. Schweißtest-Werte über 60mmol/l sind typisch für Mukoviszidose. Werte unter 40mmol/l Chlorid gelten als normal.

Ausblick

VX770 befindet sich noch in einer frühen Phase der klinischen Entwicklung und auch im Falle erfolgreicher Folgeuntersuchungen wird es noch mehrere Jahre dauern bis die Tabletten den Patienten zur Verfügung stehen werden. Vertex wird im 2. Quartal 2008 mit dem zweiten Teil der Studie beginnen und weitere Studien auch unter Einbeziehung von Betroffenen mit anderen Mutationen sind geplant. Diese werden zeigen müssen, ob sich die ersten positiven Resultate bestätigen und ob Sicherheitsrisiken für die Patienten ausgeschlossen werden können.

Expertenrat