Infektionen
Was sind Infektionen?
Als Infektionen werden Krankheiten bezeichnet, die durch Mikroorganismen, Bakterien, Viren und Pilze verursacht werden. Generell sind alle Menschen gleichermaßen anfällig für sämtliche Infektionskrankheiten, ob an Mukoviszidose erkrankt oder nicht. Infektionen reichen von den üblichen Kinderkrankheiten wie Windpocken und Masern über allgemeine Erkältungen bis hin zu Darminfektionen.
Infektionen bei Mukoviszidose
Davon abgesehen sind CF-Patienten jedoch durch bestimmte Keime besonders gefährdet, die für Gesunde normalerweise keine Infektionsgefahr bedeuten. Dazu gehören die Bakterien Pseudomonas aeruginosa, Staphylococcus aureus und Burkholderia cepacia und der Schimmelpilz Aspergillus fumigatus. Spricht man von Infektionen, muss man zwischen akuten Infektionen und chronischen Infektionen unterscheiden. Eine akute Infektion ist mit Antibiotika, oder sogar durch das eigene Immunsystem gut in den Griff zu bekommen. Problematischer wird es, wenn sich eine akute Infektion zu einer chronischen Infektion entwickelt, wenn sich also viele Keime dauerhaft im betroffenen Organ ansiedeln. Eine chronische Infektion ist sehr viel schwerer wirkungsvoll zu behandeln und stellt vor allem für die älteren Mukoviszidosepatienten ein Problem dar.
Pseudomonas aeruginosa ist der häufigste Keim bei Mukoviszidose
Der häufigste Infektionserreger bei Mukoviszidose ist das Bakterium Pseudomonas aeruginosa (P. aeruginosa). Findet man ihn bei jungen Patienten nur selten, kann er mit zunehmendem Alter immer häufiger nachgewiesen werden und führt dann meist zu einer chronischen Infektion (bei 60 bis 80 Prozent der Betroffenen).
Pseudomonas aeruginosa kommt in vielen Bereichen des täglichen Umfeldes vor, man findet es in der Gartenerde, auf dem Gartenschlauch, in den Wasserrohren der Kanalisation, aber auch in der Blumenerde von Zimmerpflanzen und im Sanitärbereich.
Staphylococcus aureus- ein häufiger Erreger
Im Säuglings- und Kindesalter spielt eine Infektion mit dem Bakterium Staphylococcus aureus die größere Rolle. Das Bakterium siedelt sich als erstes in den Nasenschleimhäuten an und dringt dann von dort in die tieferen Atemwege und in die Lunge vor.
Den natürlichen Lebensraum für die krankmachenden Stämme von Staphylococcus aureus bieten der Mensch und seine unmittelbare Umgebung selber. Das Auftreten dieses Keims in der Gesamtbevölkerung liegt zwischen 15 und 40%. Obwohl dieses Bakterium so häufig ist, ist über die möglichen Übertragungswege und Infektionsquellen für Mukoviszidosepatienten wenig bekannt.
Burkholderia cepacia – ein seltener Erreger
Die Infektionsrate mit Burkholderia cepacia ist bei Mukoviszidose Betroffenen generell sehr niedrig, weniger als drei Prozent weisen diesen Keim auf. Wie Pseudomonas aeruginosa tritt er fast ausschließlich bei älteren Betroffenen auf.
Burkholderia cepacia kommt in fließenden Gewässern, in Fluss-Sedimenten sowie im Wurzelbereich von Pflanzen vor. Innerhalb von Räumen findet man es in feuchter Umgebung wie in Abläufen von Waschbecken, Duschen und Badewannen und in der Blumentopferde.
Pilze können allergische Reaktionen verursachen
Obwohl Pilze wie Aspergillus fumigatus (Schimmelpilz) oder Candida albicans (Hefepilz) in Bronchien und Lunge mukoviszidosekranker Menschen häufig nachzuweisen sind, lösen sie nur selten Infektionen aus. Häufig treten jedoch überempfindliche, allergische Reaktionen gegen bestimmte Bestandteile des Pilzes (Antigene) auf. Eine wichtige Rolle spielen hier die Sporen von Aspergillus fumigatus. Dieser Schimmelpilz findet sich überall dort, wo es feucht ist: an feuchten Wänden, in der Blumenerde, im Biomüll oder im Stroh. Pilze verbreiten sich über Sporen, und die können eine „allergisch bronchopulmonale Aspergillose“ (ABPA) auslösen. Der Körper reagiert dabei allergisch auf die Antigene des Pilzes. Die Aspergillose verschlechtert in den meisten Fällen die Lungenfunktion und muss therapiert werden.


