Inhalationsgeräte
Laut Definition handelt es sich bei der Inhalation um „das „Einbringen eines Luftgemisches in den Atemtrakt unter Ausnutzung des natürlichen Atemvorgangs“. Wie das Luftgemisch zusammengesetzt ist, hängt von dem benutzten Inhaliergerät und dem Medikament ab. Aber auch der Atemvorgang ist für eine effektive Inhalation wichtig. Darum bezeichnet man den „natürlichen Atemvorgang“ während der Inhalation ganz treffend als „Atemmanöver“. Dieser Begriff lässt erkennen, wie bewusst die Atmung während der Inhalation geschehen muss. In der letzten Zeit wurden die physikalischen Grundlagen der Inhalation immer besser untersucht und in der Inhalationstechnik berücksichtigt. Damit die Wirkstoffe gezielt in bestimmte Bereiche des Atemtraktes (wie Rachenraum, Bronchialraum oder Alveolarraum) eindringen können, müssen Atemmanöver, Inhalationsgerät und Medikament optimal aufeinander abgestimmt sein. Diese richtige Atemtechnik erlernen die Betroffenen im Rahmen der Physiotherapie.
Inzwischen gibt es viele verschieden Inhalationsgeräte (Inhalatoren). Man unterscheidet zwischen Trockeninhalation, bei der der Wirkstoff als Pulver/Luftgemisch eingeatmet wird, und der Feuchtinhalation, bei der eine flüssige Wirkstofflösung verdampft und eingeatmet wird.
Sicherlich wenden von Mukoviszidose Betroffne am häufigsten die Feuchtinhalation an. Hier unterschiedet man zwischen Düsenverneblern und Ultraschallgeräten. Beide Geräte erzeugen aus der flüssigen Wirkstofflösung einen inhalierbaren Wirkstoffdampf. Während Düsenvernebler mit Hilfe eines Kompressors Druckluft erzeugen, die durch die Wirkstofflösung strömt und diese vernebelt erzeugen Ultraschallgeräte durch einen Piezokristall Schwingungen (Ultraschallwellen), die auf die Wirkstofflösung übertragen werden und diese verdampfen lassen.
Bei der Trockeninhalation unterscheidet man zwischen Dosieraerosolen und Pulverinhalatoren. Dosieraerosole sind durch die Asthmatherapie bekannt. Ein pulverförmiger Wirkstoff wird mit Hilfe eines Treibgases stoßartig verströmt und muss im gleichen Augenblick von dem Patient eingeatmet werden. Pulverinhalatoren verzichten auf Treibgas, das trockene Inhalationsgemisch entsteht durch die Saugkraft des Atemzugs des Patienten. Eine spezielle Mechanik hilft bei der Dosierung des Wirkstoffs.
Aufgrund der geringen Tröpfchengröße des Medikaments in der Inhalationslösung ermöglicht die Feuchtinhalation, den Wirkstoffdampf, also das Medikament, tief einzuatmen. Dadurch gelangt das Medikament in tiefere Bereiche des Atemtraktes vor und kann dort wirken (beispielsweise in den Bronchiolen und im Alveolarbereich). Mit Hilfe der Trockeninhalation gelangen die Wirkstoffe derzeit nur in den oberen Bereich des Atemtraktes, so dass die Anwendung dieser Technik auf bestimmte Medikamente eingeschränkt ist.
Die Feuchtinhalation dient meist zur Inhalation schleimlösender Substanzen und Antibiotika. Hierzu ist eine Trockeninhalation nicht sinnvoll, da die Flüssigkeit in dem Inhalationsdampf notwendig ist, um den Schleim in der Lunge zu verflüssigen. Auch Antibiotika werden bislang nur feucht inhaliert. Die Trockeninhalation wird zur Verabreichung von bronchienerweiternden und entzündungshemmenden Substanzen angewendet. Ob diese zeitsparende Inhalationsmethode in Zukunft auch für andere Medikamente anwendbar sein wird, ist zurzeit Forschungsgegenstand der "Inhalationsphysiker".


