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Stellungnahme zum Pressetext: Durchbruch im Kampf gegen Mukoviszidose

Durchbruch im Kampf gegen Mukoviszidose, unter diesem Titel erschienen in den letzten Wochen zahlreiche Meldungen in den Medien. Tatsächlich geben diese Nachrichten die Ergebnisse einer Studie verkürzt wieder. Dadurch wecken derartige Meldungen eine Hoffnung, die die beschriebene Studie bei weitem nicht erfüllen kann.

Zum Hintergrund: Der Meldung zugrunde liegt eine Studie mit 15 Mukoviszidose-Patienten, die erstmalig mit dem Keim Pseudomonas aeruginosa akut infiziert waren. Diese Patienten inhalierten ein Jahr lang zweimal täglich das Antibiotikum Tobramycin. Danach konnte man bei 14 der 15 Patienten keine Pseudomonaden mehr nachweisen. Auch ein Jahr nach der Behandlung waren diese 14 Patienten noch Pseudomonas-frei, zwei Jahre nach der Behandlung noch neun. Somit zeigte diese Studie, dass bei frühzeitiger Inhalation von Tobramycin Pseudomonaden erfolgreich und langfristig vernichtet werden können. Nicht bekannt ist jedoch, wie lange dieser Effekt anhält. Auch über mögliche Nebenwirkungen bei Langzeitanwendung dieses Antibiotikums gibt es keine Daten. Feststellbar ist lediglich, dass bei akut mit P. aeruginosa infizierten Patienten der Keim bei frühzeitiger Inhalation von Tobramycin über einen längeren Zeitraum vernichtet werden kann. Somit bleibt die Lungenfunktion erhalten und eine chronische Besiedlung wird zumindest aufgeschoben.

Langzeitbeobachtungen stehen noch aus

Sicherlich ist Herr Döring mit seiner Aussage korrekt zitiert, dass Pseudomonas-Infektionen die gefürchtetsten und gefährlichsten Komplikationen bei CF sind. Richtig ist auch, dass man versuchen muss, den Erreger zu vernichten, bevor er verschleimt und die Infektion chronisch wird. Um dies zu verhindern gehört die Inhalation von Antibiotika schon lange zu den Therapie-Standards und ist damit nichts Bahn brechend Neues. Und ob bei diesem speziellen Antibiotikum Nebenwirkungen „praktisch gegenstandslos“ werden, wie in der Mitteilung behauptet, müssen Langzeitbeobachtungen erst noch zeigen. Denn auch ein inhaliertes Medikament gelangt in die Blutbahn - wenn auch in geringeren Konzentrationen als bei intravenöser Verabreichung - verteilt sich im ganzen Körper und kann dadurch Nebenwirkungen verursachen.

 

PD Dr. Cordula Harter, Leiterin des Wissenschaftsreferates

Expertenrat