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Mukoviszidose e.V. vergibt Windorfer-Preis für herausragende Forschungsarbeiten

In diesem Jahr vergibt der Mukoviszidose e.V. seinen „Adolf-Windorfer Preis zur Förderung der Mukoviszidose Forschung“ gleich doppelt. Die herausragende Qualität der Forschungsleistungen veranlasste die Gutachter, in diesem Jahr zwei Preisträgerinnen vorzuschlagen. Sie erhalten den mit jeweils 10.000 Mark dotierten Preis im Rahmen der Jahrestagung des Mukoviszidose e.V., am 13. Mai um 10.30 Uhr in der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster.

Die Preisträgerin Dr. Nanette Kälin, derzeit in der Abteilung Zellbiologie der Universität Amsterdam, ist eine international anerkannte Expertin auf dem Gebiet der genetischen Ursachenforschung der Mukoviszidose (CF). Denn wegen Fehler in einem Gen ist bei Mukoviszidose-Patienten der Salz- und Wasserhaushalt gestört. Die Folge ist eine verstärkte Schleimbildung. Die bahnbrechende Leistung von Nanette Kälin war die Entwicklung neuer Werkzeuge und Methoden, mit denen man die Gewebeproben von CF-Patienten genau analysieren kann. Mit dem dadurch entstandenen Archiv schuf Nanette Kälin die Grundlagen, mögliche Zusammenhänge zwischen der genetischen Veränderung, dem Gewebetyp und anderen zell- und patientenspezifischen Eigenschaften herauszufinden. Ihre Arbeit trug nicht nur zum besseren Verständnis der molekularen Ursachen der Krankheit bei, sondern leistet einen wichtigen Beitrag, maßgeschneiderte neue Therapien zu entwickeln.

Die zweite Preisträgerin Heike Grassmé, vom Physiologischen Institut der Universität Tübingen, beschäftigte sich in ihrer Forschung mit einem für Mukoviszidose-Patienten bedrohlichen Keim: Pseudomonas aeruginosa (P. aeruginosa). Für gesunde Menschen ungefährlich, siedelt sich das Bakterium bei Mukoviszidose-Kranken dauerhaft an – oft mit tödlicher Folge. Heike Grassmé ging der Frage nach, weshalb sich der gesunde Organismus gegen P. aeruginosa schützen kann, und der des Mukoviszidose-Patienten nicht. Dabei gewann Heike Grassmé völlig neue fundamentale Erkenntnisse zur Infektionsabwehr. Die Wissenschaftlerin fand heraus, dass der Körper eines gesunden Menschen das Bakterium P. aeruginosa schnell beseitigt, so dass es sich nicht vermehren kann. Dies leistet hier ein biologisches System: der sogenannte programmierte Zelltod.

Dieses Todessystem scheint bei Mukoviszidose-Patienten nicht zu funktionieren, folgerte Heike Grassmé. Zwar werden die Mechanismen noch nicht völlig verstanden, mit denen sich eine Wirtszelle gegen Bakterien wehrt. Doch bereits jetzt eröffnen die Forschungsergebnisse von Heike Grassmé neue Möglichkeiten, bakterielle Infektionen bei Mukoviszidose zu therapieren.

Der Adolf-Windorfer Preis wurde zu Ehren des 1996 verstorbenen Kinderarztes Professor Adolf Windorfer, ins Leben gerufen. Er war bis 1977 Direktor der Universitätskinderklinik Erlangen und Mitbegründer der Deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung der Mukoviszidose e.V., aus dem der jetzige Mukoviszidose e.V. hervorging. Mit großem persönlichem Engagement trug dieser herausragende Arzt entscheidend zur Verbesserung der Lebensqualität der Mukoviszidose-Patienten bei.

Expertenrat