Erklärung zur möglichen Einführung einer Präimplantationsdiagnostik
Als Selbsthilfevereinigung der Patienten mit Mukoviszidose und ihrer Familien hat der Mukoviszidose e.V. schwere Bedenken gegen Vorhaben, deren Ziel es ist, Präimplantationsdiagnostik (PID) zuzulassen.
Was ist PID? Nach der künstlichen Befruchtung im Reagenzglas wird am dritten Tag eine Zelle aus dem dann 12-zelligen Embryo entfernt. An dieser Zelle wird getestet, ob der Embryo an Mukoviszidose erkranken wird, oder nicht. Gesunde Embryonen werden anschließend in die Gebärmutter eingesetzt, betroffene „verworfen“.
Auf einer Versammlung äußerten Vertreter der Eltern und Patienten schwere Bedenken gegen die Zulassung der Präimplantationsdiagnostik in Deutschland.
Aber: Betroffene Eltern, die einen Schwangerschaftsabbruch ablehnen, haben nur mit der PID die Chance auf ein weiteres Kind ohne diese Erkrankung. Der Verein will diese Eltern nicht durch ein Verbot der PID mit ihren Sorgen alleine gelassen sehen.
Sollte die PID zugelassen werden, sind humangenetische Beratung, Einzelfallbegutachtung durch interdisziplinäre Ethikkommissionen und strenge Kontrolle der ausführenden Personen unabdingbare Voraussetzungen.
„Wir wehren uns dagegen, dass Mukoviszidose immer wieder als Paradebeispiel für die „schwersten genetischen Erkrankungen“ genannt wird, für die PID zugelassen werden sollte“, erklärte die Selbsthilfevereinigung.
Der Diskussionsentwurf der Bundesärztekammer zu einer PID-Richtlinie sieht vor, dass die Indikation für eine PID „äußerst eng“ zu stellen ist. Es müsse eine „sorgfältige Güterabwägung“ vorgenommen werden, „bei der das grundsätzliche Primat des Schutzes ungeborenen Lebens zu berücksichtigen ist.“ Entscheidend sei nach Ansicht der Kammer auch der „Schweregrad, die Prognose und die Therapiemöglichkeiten der in Frage stehenden Erkrankung“ sowie „die gesundheitliche Gefährdung der zukünftigen Schwangeren oder Mutter“.
Unter dieser Maßgabe ist es zumindest zweifelhaft, ob bei einem Paar mit hohem Risiko für Mukoviszidose überhaupt die Indikation zur PID besteht.


