Stellungnahme Transplantation und Tollwut: Seltener Tollwut-Zwischenfall führt zu überhöhter Verunsicherung.
Bonn, 25.2.04: Die traurige Nachricht über den Tod mehrer Patienten nach Transplantation von Organen, die mit dem Tollwut-Virus infiziert waren, löste große Bestürzung aus. Eine lang ersehnte Organspende erwies sich als der sichere Tod durch Tollwut. Die traurige und dramatische Situation darf und soll hiermit nicht herunter gespielt werden, jedoch soll klargestellt werden, dass es sich um einen absolut seltenen Zwischenfall handelt, der nicht dazu führen darf eine nicht gerechtfertigte Verunsicherung unter potentiellen Organ-Empfängern auszulösen.
Die Deutsche Stiftung Organtransplantation schreibt in Ihrer Stellungnahme: " Es gibt keine 100prozentige Sicherheit in der Transplantationsmedizin" Eine Abwägung zwischen Dringlichkeit und Risiko ist demnach notwendig. Aufgrund der Tatsache, dass Spenderorgane knapp sind bestehen lange Wartelisten und in der Regel können nur Patienten bedient werden, deren Dringlichkeitsstufe sehr hoch ist. In diesen Fällen stellt die Transplantation oft die einzige Überlebenschance dar. Dies bedeutet natürlich nicht, dass infizierte oder minderwertige Organe eingepflanzt werden dürfen. Aber die Situation rechtfertigt, dass ein bestehendes Restrisiko in Kauf genommen werden kann. Eine Risikoaufklärung wird vor jeder Organtransplantation durchgeführt.
Eine Minimierung des Restrisikos muss natürlich weiterhin versucht werden, ist jedoch in Bezug auf Tollwut u. a. Erkrankungen nicht immer möglich. Entsprechend heißt es auf der Internetseite der Deutschen Stiftung Organtransplantation: " So etwas hat es in Deutschland noch nie gegeben. Allerdings ist uns ein vergleichbarer Fall aus den USA vom letzten Sommer bekannt. Leider ist es medizinisch nicht möglich, solche seltenen Infektionen im Voraus - trotz umfassender Untersuchungen des Organspenders - auszuschließen. Ein potentielles Restrisiko durch solche Infektionen bleibt somit bei jeder Transplantation bestehen."
Dieser traurige Zwischenfall stellt eine absolute Ausnahme dar, der nicht dazu führen darf, dass die Bereitschaft zur Organspende abnimmt und die Organtransplantation als Therapieoption in Frage gestellt wird.
Gerade für Mukoviszidose Patienten stellt die Lungentransplantation im Endstadium eine Therapieoption dar, mit relativ guten Aussichten auf Erfolg. Die Langzeitergebnisse bescheinigen transplantierten Mukoviszidose-Patienten bessere Überlebensraten im Vergleich zu anderen Lungentransplantierten (80% der transplantierten Mukoviszidose Patienten erreichen eine Überlebensrate von 5 Jahren).
Kontakt:
Mukoviszidose e.V.
Forschungs- und Therapieförderung
Dr. Sylvia Hafkemeyer
Tel. 0228/9 87 80-42
E-Mail: SHafkemeyer@muko.info


