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Preisträger 2007

Zusammenfassung der mit dem Windorferpreis geehrten Publikation: „Inhaled L-arginine improves exhaled nitric oxide and pulmonary function in patients with cystic fibrosis“; Am J Respir Crit Care Med Vol. 174. pp208 – 212, 2006

Stickstoffmonoxid-Synthese ist bei CF-Patienten gestört
NO (Stickstoffmonoxid) spielt im menschlichen Organismus eine wichtige Rolle als Botenstoff. NO wird im Körper aus der Aminosäure L-Arginin und aus Sauerstoff synthetisiert. Die dafür zuständigen Enzyme sind die NO-Synthasen (NOS). In der Lunge reguliert NO u. a. die Bronchodilatation und damit die Lungenfunktion (FEV1). Erste Erkenntnisse zur Rolle von NO in den Atemwegen wurden an Asthma-Patienten gewonnen. Daraufhin hatten Untersuchungen an CF-Patienten ergeben, dass die NO-Synthese bei Mukoviszidose gestört ist. Einer der für den NO Mangel verantwortlichen Mechanismen ist die vermehrte Aktivität des Enzyms Arginase, welche zu einem Mangel an L-Arginin führt. Herr Dr. Grasemann hat aus dieser Erkenntnis die Frage abgeleitet, ob durch eine Erhöhung der L-Arginin Konzentration in der Lunge eine Zunahme der NO-Produktion und damit eine Verbesserung der Lungenfunktion (FEV1) bei CF-Patienten erreicht werden kann. 

Inhalatives L-Arginin als neue Theraieoption
Zunächst wurde die L-Arginin-Therapie mit ermutigenden Ergebnissen an CF-Mäusen getestet. Erste klinische Versuche an CF-Patienten folgten, wobei L-Arginin zunächst oral oder intravenös verabreicht wurde. Eine klinische Verbesserung der Lungenfunktion konnte in diesen ersten Studien nicht beobachtet werden, wahrscheinlich weil die systemische Verabreichung keine physiologisch wirksame Erhöhung der NO-Konzentration in der Lunge bewirken konnte. Teile dieser Arbeiten zur oralen Arginin Substitution wurden damals durch den Mukoviszidose e. V. unterstützt.


Nach diesen Studien konzipierte Herr Dr. Grasemann die nun mit dem Windorferpreis geehrte klinische Studie. An dieser kleinen Pilotstudie nahmen insgesamt 13 CF-Patienten teil, wobei allen Patienten an zwei verschiedenen Tagen jeweils einmalig inhalatives L-Arginin oder Kochsalzlösung als Plazebo verabreicht wurden. Durch die inhalative L-Arginin Substitution versprach sich Herr Dr. Grasemann eine physiologisch wirksame Konzentrationserhöhung des Botenstoffs NO in der Lunge zu erreichen. Als Kontrollgruppe dienten gesunde Personen, die die gleiche Therapie erhielten (L-Arginin und Kochsalz als Plazebo). Die inhalative L-Arginin-Therapie wurde von den CF-Patienten sehr gut vertragen. Nach L-Arginin aber nicht nach Kochsalz Inhalation konnte bei den CF-Patienten eine eindeutige Verbesserung der Lungenfunktion (FEV1) gemessen werden. Dieser Effekt wurde nur bei den CF-Patienten gesehen, nicht aber bei den gesunden Kontrollpersonen. Durch diese Pilotstudie konnte erstmals gezeigt werden, dass eine einmalige Inhalation von L-Arginin bei CF-Patienten eine akute, vorübergehende Verbesserung der Lungenfunktion bewirkt. Aus dieser viel versprechenden Beobachtung leitet sich die Notwendigkeit größerer Studien ab, um den Effekt der L-Arginin Inhalation auf die NO-Bildung (Dosisfindung), die Lungenfunktion, die Inflammation (NO wirkt auch entzündungshemmend) sowie den Einfluss auf die Pseudomonas Besiedelung (NO hilft beim Abtöten von Bakterien, L-Arginin könnte aber auch von Bakterien verstoffwechselt werden) und zu untersuchen.

Eine Phase II Studie zum Nachweis der Wirksamkeit und Sicherheit einer wiederholten Anwendung von inhalativem L-Arginin ist durch Herrn Dr. Grasemann bereits im November 2006 in Kanada initiiert worden. Die Ergebnisse dieser Studie werden Ende des Jahres 2008 erwartet.


Herr Dr. Grasemann absolvierte sein Medizinstudium zunächst an der Universität Essen. Nach einem Forschungsaufenthalt an der „Harvard Medical School“ in Boston, USA, arbeitete er an der Universitätskinderklinik in Essen (Facharzt im Bereich Pädiatrie), wo er auch die wesentlichen Forschungsarbeiten durchführte, die er in der nun mit dem Windorferpreis geehrten Publikation zusammenfasste. Seit 2005 arbeitet er an dem „Hospital of Sick Children“ in Toronto, Kanada. Seine Forschungsaktivitäten liegen dort weiterhin im Bereich des Stickstoffmonoxid-Stoffwechsels und dessen Einfluss auf die Luftwege. 

Der Adolf-Windorfer Preis wird alle zwei Jahre ausgeschrieben. In diesem Jahr hat sich die Regionalgruppe Münster bereit erklärt, das Preisgeld in Höhe von 5.000€ zur Verfügung zu stellen. Der Preis wurde auf der Jahrestagung in Bremen verliehen. Dr. Grasemann, der wie erwähnt zurzeit in Toronto tätig ist, konnte den Preis zwar leider nicht persönlich entgegen nehmen, sandte aber eine Videobotschaft mit herzlichen Dankesworten. Herr Mehl und Frau Kellermann-Maiworm überreichten den Preis an Hr. Dr. Ballmann, der ihn an seinen Kollegen weiterreichen wird.

Preisträger 2005

2005 wurde der Adolf-Windorfer-Preis an zwei Arbeiten vergeben. Es wurden sowohl Forschungsaktivitäten aus dem Grundlagenbereich als auch Aktivitäten aus dem Bereich der klinischen Forschung geehrt.

Preisträger aus dem Grundlagenbereich ist Dr. Christoph O. Randak. Er beleuchtete die Regulation und Funktionsweise des CFTR-Proteins. Er konnte zeigen, dass der CFTR-Kanal Adenylatkinase Aktivität hat. Dies könnte Grundlage neuer therapeutischer Strategien sein.

Preisträger aus dem klinischen Bereich ist die BEAT-Gruppe (Prof. Dr. Karl Paul, Dr. Manfred Ballmann, Prof. Dr. Matthias Griese, Prof. Dr. Felix Ratjen und Dr. Ernst Rietschel). Die BEAT-Studie untersuchte das Entzündungsgeschehen in der Lunge von Mukoviszidose Patienten. Die Studie wurde als Mulit-Center-Studie durchgeführt. In einer Langzeitstudie über einen Zeitraum von drei Jahren wurde das Entzündungsgeschehen in der Lunge von Patienten mit normaler Lungenfunktion und einem milden Krankheitsverlauf unter DNAse Behandlung beobachtet. Untersucht wurde hierbei die Lungenspülflüssigkeit auf Entzündungsmarker und die Lungenfunktion.

Die Langzeitstudie ergab, dass auch bei Patienten mit guter, bzw. normaler Lungenfunktion das Entzündungsgeschehen voran schreitet. Dabei zeigte sich jedoch ein positiver Effekt der DNAse Behandlung im Vergleich zur Kontrollgruppe.

Preisträger 2003

In diesem Jahr wurde der Preis an ein Forschungsteam (Worlitzsch D., Tarran R., Ulrich M., Schwab U., Cekici A., Meyer KC., Birrer P., Bellon G., Berger J., Weiß T., Botzenhart K., Yqankaskas JR., Randell S., Boucher RC. und Döring G.) verliehen. Die Forscher beschäftigten sich in ihrer Arbeit mit der Frage, auf welche Umweltbedingungen Pseudomonaden in der CF-Lunge stoßen, wie sie sich an diese Umweltbedingungen anpassen und warum sie dadurch so gefährlich werden. 

Die Ergebnisse dieser Arbeit tragen entscheidend dazu bei, neue Wege zu finden, um die chronische Lungeninfektion mit Pseudomonas aeruginosa zu verhindern und neue antibiotische Therapien zu entwickeln.

Preisträger 2000

Nanette Kälin, eine der Preisträgerinnen, trug mit ihrer Arbeit nicht nur zum besseren Verständnis der molekularen Ursachen der Krankheit bei, sondern leistete durch die Entwicklung neuer Methoden einen wichtigen Beitrag, maßgeschneiderte neue Therapien zu entwickeln.

Die zweite Preisträgerin Heike Grassmé, vom Physiologischen Institut der Universität Tübingen, untersuchte die Frage, welche Schutzsysteme gegen den Keim es im gesunden Körper gibt, die offensichtlich bei Menschen mit Mukoviszidose versagen. Ihre Arbeit leistet einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung des Problemkeimes.

Hintergrund

Der Mukoviszidose e.V. vergibt für eine herausragende Arbeit auf dem Gebiet der Forschung und Therapie der Mukoviszidose den Adolf-Windorfer-Preis.

Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert und kann an eine Einzelperson oder eine Gruppe vergeben werden.

Expertenrat