direkt zum Inhalt
weiter zum TV-Spot

Weichmacher in Kreon-Produkten – die Stellungnahme des Mukoviszidose e.V.

Bonn, 9. März 2006. Anlässlich der Meldungen in "Ökotest", der ARD-Sendung "Plusminus" und der WDR-Sendung "markt", die aussagen, dass manche Arzneimittel, unter anderen auch die Pankreasenzyme von Kreon, mit Weichmachern (Dibutylphthalat) belastet seien, hat der Mukoviszidose e.V. Erkundigungen eingezogen:

Sowohl das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfarM) als auch der Hersteller der Kreon-Produkte geht nicht von einer akuten Gefährdung der Patienten aus, da die aufgenommenen Mengen viel zu gering seien.

So genanntes Dibutylphthalat (DBP) wird als Weichmacher für Kapseln und Tablettenüberzüge verwendet, die gewährleisten, dass die Inhaltstoffe erst im Darm und nicht schon im Magen freigesetzt werden. Die Weichmacher erfüllen also eine sehr wichtige Funktion, indem sie einen gezielten und dosierten Einsatz der Präparate ermöglichen.

Tierversuche haben für DBP eine frucht- und entwicklungsschädigende Wirkung gezeigt. Dabei wurde das DBP allerdings in sehr hohen Konzentrationen eingesetzt, also Mengen, die über die Arzneimittel bei der vorschriftsmäßigen Einnahme nicht aufgenommen werden können. Prof. Dr. Reinhard Kurth vom BfarM betont "Eine Verunsicherung von Patienten, die DBP-haltige Arzneimittel einnehmen, ist deshalb nicht gerechtfertigt".

Es besteht somit kein Grund Kreon-Enzyme abzusetzen! Dies hätte in jedem Fall schwerwiegende Folgen. Die Weichmacher in den Kreon-Produkten bedingen, wenn überhaupt, nur ein sehr kleines Risiko.

Der Mukoviszidose e.V. wird die weiteren Studien zu diesem Thema genau verfolgen und bei dem Verdacht, dass doch eine schädigende Wirkung auftreten könnte, mit Vehemenz auf die Ersetzung der Weichmacher durch andere, ungefährliche Stoffe dringen.

Kontakt:
Mukoviszidose e.V.
Pressestelle
Annette Schiffer
Telefon: 0228 98780-22
Email: ASchiffer@muko.info
www.muko.info

Expertenrat