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Neues Inhalationssystem e-flow rapid schenkt Betroffenen Lebenszeit

Bonn, 27. Juni 2005. Viele Betroffene empfinden die Einführung des neuen Inhalationssystems "e-flow rapid" als die wichtigste therapeutische Neuerung seit vielen Jahren. Sie fordern und erwarten den Zugang zu dieser Innovation wann immer dies medizinisch notwendig und zweckmäßig ist. Eine Stunde mehr Lebens-Zeit pro Tag für Mukoviszidose-Betroffene, das ermöglicht das neue Gerät. Der e-flow rapid ist leichter zu handhaben, zu transportieren und wesentlich leiser als herkömmliche Modelle.

Die Position des Mukoviszidose e.V.

1. Der Mukoviszidose e.V. vertritt die Interessen der von Mukoviszidose Betroffenen, ihrer Angehörigen sowie ihrer ärztlichen und nicht-ärztlichen Therapeuten. Mukoviszidose Betroffene müssen aktiv täglich eine aufwendige Therapie durchführen. Hierzu gehört u.a. auch die Inhalation von Arzneimitteln mit speziellen Inhalationsgeräten. Dafür wenden sie täglich zwischen 60 und 120 Minuten auf. Zusätzlich ist eine umfangreiche Physiotherapie erforderlich. Nur so konnte es gelingen, dass die Lebenserwartung von Menschen mit Mukoviszidose sich verbessert hat. Noch immer ist aber jeder Dritte, der an Mukoviszidose stirbt, ein Kind oder Jugendlicher.

2. Durch die Einführung des e-flow rapid, einem neuartigen Inhalationssystem, kann die tägliche Inhalationszeit um mindestens 50% reduziert werden. Dies bedeutet eine Stunde mehr Zeit pro Tag für eine verbesserte Physiotherapie oder einfach mehr Teilnahme am Leben. Gerade bei einer lebenslimitierenden Erkrankung ist diese zusätzliche Zeit von großer Patientenrelevanz. Zusätzlich ist das neue Gerät wesentlich leichter zu handhaben, zu transportieren und darüber hinaus auch noch wesentlich leiser. Auch dieses sind wichtige Aspekte, die die Mobilität und Lebensqualität der Betroffenen erheblich berühren. Zu Recht empfinden daher viele Betroffene die Einführung des e-flow rapid als die wichtigste therapeutische Neuerung seit vielen Jahren. Sie fordern und erwarten den Zugang zu dieser Innovation wann immer dies medizinisch notwendig und zweckmäßig ist.

3. Von der Seite erfahrener Mukoviszidose Ärzte werden diese Aspekte sehr wohl beachtet und für bedeutsam gehalten. Allerdings wird auch darauf hingewiesen, dass eine schnellere Inhalation mit einem neuen Inhalationssystem auch mit einer verstärkten Häufigkeit und/oder Schwere von unerwünschten Arzneimittelwirkungen bestimmter Arzneimittel (insbesondere Antibiotika und Betasympathomimetika) verbunden sein kann. Ob diese theoretische Gefahr auch tatsächlich klinisch relevant wird, kann zur Zeit nicht vorhergesagt werden und hängt u.a. von der individuellen Lungenfunktion des Betroffenen ab. Es kann außerdem noch nicht abgeschätzt werden, ob eine Verkürzung der Inhalationszeit auch einen Einfluss auf die Sekretmobilisation haben wird oder nicht.

4. Der Mukoviszidose e.V. begrüßt ausdrücklich die Einführung des neuen Inhalationssystems e-flow rapid. Er bedauert zugleich, dass die betroffenen pharmazeutischen Unternehmen noch keine ausreichenden pharmakokinetischen Daten vorlegen konnten, die eine Beurteilung einer möglichen Dosisanpassung von potentiell toxischen Arzneimitteln erleichtern würden. Solche Untersuchungen wurden noch für dieses Jahr angekündigt. Der Mukoviszidose e.V. erwartet von den betroffenen pharmazeutischen Unternehmen eine zügige Bereitstellung dieser Daten.

5. Die Frage ob das neue Inhalationssystem für einen Patienten angewendet werden soll oder nicht, kann nur im individuellen Arzt-Patienten-Kontakt geklärt werden. Eine generelle Empfehlung im Sinne einer Nicht-Anwendung oder einer Anwendung kann deshalb nicht ausgesprochen werden. Gerade die Kenntnis der individuellen Situation des Patienten, insbesondere die Art und Menge der zu inhalierenden Arzneimittel, die Lungenfunktion, der Allgemeinzustand, evtl. Vorschädigungen anderer Organe, insbesondere Niere und Gehör, sowie die Lebensumstände des Patienten sind für eine solche Therapieentscheidung maßgebend. Letztlich muss der Arzt entscheiden, ob er eine Anwendung des e-flow rapid bei dem gegebenen Patienten für verantwortbar hält oder nicht. Der Mukoviszidose e.V. ruft daher Ärzte und Betroffene dazu auf, diese Fragen individuell zu erörtern.

6. Der Mukoviszidose e.V. fordert gleichzeitig nachdrücklich die Krankenkassen auf, Verordnungen für das neue Inhalationssystem zu genehmigen. Ärzte und Betroffene haben ein Recht darauf, dass die medizinisch notwendige und zweckmäßige Therapie einem Patienten auch zugänglich gemacht werden kann. Die Beurteilung, wann die Verordnung des Inhalationssystems medizinisch notwendig und zweckmäßig ist, kann nur individuell erfolgen.

7. Unabhängig von den o.g. Überlegungen bedauert es der Mukoviszidose e.V. außerordentlich, dass die vollen Möglichkeiten der neuen Inhalationstechnologie noch nicht ausgeschöpft werden. Anders als in den USA hinterlässt das auf den deutschen Markt gebrachte Gerät noch eine größere nicht inhalierbare Restmenge im Gerät. Der Hersteller hat sich zu diesem Vorgehen aus Gründen der Arzneimittelsicherheit entschlossen, da eine patientenindividuelle Rezeptur bestimmter Arzneimittel in Deutschland - noch - nicht zur Verfügung steht. Diese Situation ist deshalb unerfreulich, weil damit die möglichen Einsparungen bei kostenintensiven Arzneimitteln für die Solidargemeinschaft noch nicht realisiert werden können. Der Mukoviszidose e.V. bietet ausdrücklich seine Unterstützung an, hier zeitnah Abhilfe zu schaffen. Es ist im Interesse der Betroffenen, die Therapie nicht nur medizinisch sondern auch wirtschaftlich effizient durchzuführen.

Für den Mukoviszidose e.V.:

Horst Mehl, 1. Vorsitzender; Harro Bossen, 2. Vorsitzender

Prof. Dr. med. TOF Wagner; Dr. med. Manfred Ballmann; Stephan Kruip
Mitglieder des Vorstands

Dr. Andreas Reimann, Geschäftsführer

Kontakt:
Mukoviszidose e.V.
Pressestelle
Annette Schiffer
Telefon: 0228 98780-22
Email: ASchiffer@muko.info
www.muko.info

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