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KBV und Mukoviszidose e.V. setzen sich für Früherkennung ein

Neugeborenenscreening auf Mukoviszidose muss bundesweit eingeführt werden

Berlin, 22. Juni 2006. Babys mit Mukoviszidose sollen zukünftig früher diagnostiziert und behandelt werden. Das Screening aller neugeborenen Babys auf Mukoviszidose soll deshalb auch in Deutschland als Kassenleistung eingeführt werden. Das ist das Ergebnis eines vom Mukoviszidose e.V. in Berlin durchgeführten Symposiums zu diesem Thema. "Wir unterstützen die Forderung des Mukoviszidose e.V., weil durch eine frühzeitige Erkennung nach der Geburt auch schnell eine zielgerichtete Therapie eingeleitet und somit Spätfolgen vermieden oder zumindest herausgezögert werden können", sagt Ulrich Weigeldt, Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV).

"Zwar ist Mukoviszidose immer noch unheilbar, jedoch zeigen Langzeitdaten aus den USA, dass wir mit einem schnellen Beginn der heute möglichen Therapie die Lebenserwartung durch eine bessere körperliche Entwicklung und eine bessere Lungenfunktion erhöhen können", sagt PD Dr.Manfred Ballmann von der Medizinischen Hochschule Hannover. Diese Daten haben dazu geführt, dass das Neugeborenenscreening auf Mukoviszidose bereits in vielen Bundesstaaten der USA, in Frankreich, in Australien und in Österreich eingeführt wurde. In Großbritannien wird dieser Schritt nächstes Jahr vollzogen. Die ersten beiden Stufen des dreistufigen Testverfahrens werden mit dem ohnehin bereits jetzt routinemäßig entnommenen Blutstropfen des neugeborenen Kindes am 5.Tag nach der Geburt durchgeführt. Erst wenn ein biochemischer Test besonders stark von dem Durchschnitt abweicht oder wenn es Hinweise aus einem genetischen Test gibt, werden die Eltern gebeten, bei ihrem Kind einen "Schweißtest" durchführen zu lassen. Bei Mukoviszidose ist nämlich der Gehalt an Chlorid-Ionen im Schweiß erhöht. Ist auch dieser Test positiv, ist die Diagnose gestellt. "Ganz wichtig ist es dann, das Kind sofort einer qualitativ hochwertigen Behandlung zuzuführen", meint Dr.Ballmann. Diese ist in anerkannten Spezialzentren in Deutschland möglich. Vor einer Einführung in das Regelscreening als Leistung der Gesetzlichen Krankenversicherung muss der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) zustimmen. Für diese Entscheidung ist neben der Zustimmung der Ärzte auch die der Krankenkassen erforderlich. "Im Sinne der Patienten appellieren wir an die Kassen, gemeinsam mit uns das Neugeborenenscreening auf Mukoviszidose als Regelleistung der Gesetzlichen Krankenversicherung einzuführen", unterstreicht deshalb Ulrich Weigeldt von der KBV.

Mukoviszidose ist eine genetisch bedingte Stoffwechselerkrankung. In Deutschland leben rund 8.000 Menschen mit der bis heute unheilbaren und tödlichen Krankheit. Durch eine Störung des Salz- und Wassertransports in die Körperzellen bildet sich zähflüssiger Schleim. Organe wie die Lunge oder die Bauchspeicheldrüse werden so irreparabel geschädigt.

Kontakt:
Kassenärztliche Bundesvereinigung
Dr. Roland Stahl
Telefon: 030 / 4005 - 2202
Email: rstahl@kbv.de
www.kbv.de

Mukoviszidose e.V.
Dr. Andreas Reimann
Telefon: 0228 / 9 87 80-0
Email: areimann@muko.info
www.muko.info

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