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Arzneimittelreform

Seit dem 1. Januar 2011 gilt das Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz.

Zusätzlich haben die Krankenkassen neue Rabattverträge mit den Pharmaherstellern abgeschlossen.

Bekommen Sie weiterhin Ihre gewohnten Medikamente?

Es besteht die Möglichkeit, dass Ihnen die Apotheke ab sofort ein anderes Medikament herausgibt. Das ist dann der Fall, wenn Ihre Krankenkasse einen besseren Rabatt für das neue Mittel aushandeln konnte.

Gesetzlich geregelt ist jedoch, dass die neuen Mittel den gleichen Wirkstoff in der gleichen Dosierung enthalten. Zusätzlich soll die Packungsgröße die gleiche sein und die Dareichungsform (Tablette, Saft, Zäpfchen) ähnlich sein, auch um Verwechslungen zu vermeiden.

Was ist neu an der Reform?

Sie können auf Ihre alten Arzneimittel beharren. In diesem Fall entscheiden Sie sich für die sogenannte  Mehrkostenregelung. Das bedeutet für Sie: Die Differenz zwischen dem gewünschten (teuren) Medikament und dem billigeren Mittel müssen Sie selber zahlen.

Welche zusätzlichen Kosten fallen für Sie an?

Auch der Apotheker kann die Mehrkosten (noch) nicht abschätzen. Dies führt zu Verunsicherung und Unmut auf beiden Seiten.

Welche Kosten entstehen  hängt von verschiedenen Faktoren ab und lässt sich pauschal nicht sagen. Das sind:

  • die Art des Medikaments,
  • die Größe der Packung,
  • die Höhe des von der Krankenkasse ausgehandelten Rabatts,
  • der Großhandelsrabatt,
  • die Zuzahlung,
  • gfs. Bearbeitungsgebühr der Krankenkassen (Nachfragen!).

Wie läuft die Bezahlung?

Bei der Mehrkostenregelung müssen Sie in Vorkasse treten. Das heißt Sie zahlen in der Apotheke den vollen Preis für das gewünschte Medikament. Die Rechnung reichen Sie dann bei Ihrer Krankenkasse ein. Diese überweist Ihnen den Betrag, der bei einer regulären Erstattung des Medikamentes  angefallen wäre.

Die schon bestehende Zuzahlungsregelung (zehn Prozent des Preises, mindestens 5 Euro und höchstens 10 Euro pro Medikament) hat mit dieser Neuregelung nichts zu tun.

Was ist, wenn Sie das neue Medikament nicht vertragen?

Da bei den günstigeren Medikamenten der Wirkstoff identisch ist mit dem ursprünglichen Präparat, ist das eigentlich unwahrscheinlich. In Fällen von Unverträglichkeiten kann der Arzt Ihnen das alte Medikament verschreiben und die Rabattregelung außer Kraft setzen. Dazu muss er auf dem Rezept das Kästchen „aut idem“  (lat. „oder das Gleiche“) durchstreichen. Ansonsten ist der Apotheker verpflichtet, das Rabatt-Medikament auszuhändigen, egal was vom Arzt verschrieben wurde.

Berichten Sie uns unter NPichler(at)muko.info von Ihren Erfahrungen mit der Arzneimittelreform. Haben sich für Sie Änderungen in der Arzneimittelversorgung ergeben (Präparatwechsel,  Mehrkosten etc.)? Wie gehen Ihr Apotheker und Ihre behandelnden Ärzte mit der Reform um?

Alle Zuschriften werden selbstverständlich vertraulich behandelt.