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Christiane Herzog CF-Zentrum Frankfurt wird eröffnet

Am 27.11.2010 eröffnet das Frankfurter Universitätsklinikum das Christiane Herzog CF-Zentrum.

Dazu teilt die Presseabteilung des Klinikums mit:

Das Zentrum wird nicht nur ambulante und stationäre Versorgungsaufgaben wahrnehmen sondern auch gleichzeitig unter einer gemeinsamen Leitung Internisten und Kinderärzte andere Berufsgruppen in ein Team zusammenbringen. Das deutsche Gesundheitswesen leidet an vielen Stellen unter einer starken Zergliederung in verschiedene Sektoren: So unterscheidet man einen ambulanten und einen stationären Sektor, aber es gibt dann auch noch den fach- und den hausärztlichen Bereich, die pädiatrische Versorgung und die für Erwachsene. An jeder der sich dadurch ergebenden Grenzen bestehen Risiken für Übermittlungsfehler, wenn ein Patient in mehreren Bereichen versorgt werden muss. „Bei chronischen Erkrankungen kommt es zwangsläufig immer wieder zu Problemen an den Schnittstellen, wenn ein Patient aus der ambulanten in die stationäre Versorgung wechseln muss oder wenn er erwachsen wird“, führt Professor TOF Wagner, Chef der Pneumologie an der Uniklinik Frankfurt und Sprecher des neu gegründeten Christian Herzog CF-Zentrums, aus. „Bei jedem dieser Übergänge besteht das Risiko, dass Informationen verloren gehen und deshalb nicht nur Untersuchungen und Belastungen doppelt auf den Patienten zukommen, sondern dass auch Erfahrungen und Komplikationen nicht weitergegeben werden.“

Durch eine großzügige Förderung der Christiane Herzog Stiftung konnte jetzt an der Uniklinik ein interdisziplinäres Zentrum für die Versorgung von Patienten mit Mukoviszidose gegründet werden. In diesem Zentrum werden unter einem Dach Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Mukoviszidose diagnostiziert und behandelt. Zum Team gehören nicht nur speziell ausgebildete Schwestern und Ärzte, auch andere wichtige Versorgungsangebote gehören zum Programm. So gibt es neben der wichtigen Physiotherapie auch sozialrechtliche Beratung, psychologische Betreuung und Ernährungstherapie. „Wir müssen den ganzen Patienten sehen, und dazu reicht oft der Blick nur des Arztes nicht aus“, so Frau Dr. Christina Smaczny, koordinierende Ärztin des Zentrums, „deshalb sind wir so froh, dass wir mit Hilfe der Christiane Herzog Stiftung ein umfassendes Versorgungsangebot realisieren können.

Seit mehr als 40 Jahren wird an der Uniklinik in Frankfurt ein sehr erfolgreiches Versorgungskonzept für Mukoviszidosepatienten angeboten, seit mehr als 10 Jahren auch ein spezielles für erwachsene Patienten. „Die Mukoviszidoseversorgung“ kann als ein Modell für die Betreuung von Patienten dienen, die von einer Seltenen Erkrankung betroffen sind“, ergänzt Professor Wagner. „Wir haben in Frankfurt inzwischen ein hohes Maß an Vernetzung auf nationaler Ebene und in ganz Europa erreicht. Das muss sein, wenn man für die Seltenen Erkrankungen auf dem Gebiet der Grundlagen- aber auch der klinischen Forschung vorankommen will“.

Dass es sich lohnt, sieht man an dem enormen Gewinn an Lebenserwartung in den letzten 25 Jahren allein für dieses Krankheitsbild. Starben früher die Betroffen im Säuglings- oder Kindesalter, liegt das mittlere Lebensalter inzwischen bei mehr als 35 Jahren. Mukoviszidose, auch Zystische Fibrose (CF) genannt, ist die häufigste genetisch bedingte Stoffwechselerkrankung in der weißen Population. In Deutschland leben etwa 12.000 Betroffene, wovon die Hälfte der bekannten ca. 8.000 Patienten das Erwachsenenalter erreicht hat. Die Mukoviszidose gehört zu den Seltenen Erkrankungen, von denen es etwa fünftausend gibt. In Deutschland leben ca. 4 Millionen Menschen die von einer Seltenen Erkrankung betroffen sind. Die Christiane Herzog Stiftung, die von der verstorbenen Gattin des ehemaligen Bundespräsidenten Roman Herzog ins Leben gerufen wurde, setzt sich seit mehr als zwei Jahrzehnten für Menschen mit Mukoviszidose ein. Sie ist das Lebenswerk und das Vermächtnis von Christiane Herzog, der es darum ging, möglichst viele Menschen über die schwere chronische Krankheit Mukoviszidose zu informieren und so zur Hilfe für die jungen Betroffenen zu motivieren. Unter dem Motto "Mit Taten helfen" hat Christiane Herzog fünfzehn Jahre lang dafür gekämpft, dass sich die Situation der Mukoviszidose-Kranken nachhaltig verbessert.

Frankfurt am Main, im Oktober 2010

Für weitere Informationen:
Prof. Dr. T.O.F Wagner
Schwerpunkt Pneumologie/Allergologie
Klinikum der J. W. Goethe-Universität Frankfurt/Main
Tel.: 069 6301-6336
Fax: 069 6301-6335
E-Mail: t.wagner(at)em.uni-frankfurt.de