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CT-Untersuchungen von hyper-attenuiertem Schleim zur Diagnose der allergischen bronchopulmonalen Aspergillose in der speziellen Situation der Mukoviszidose

Die europäische CF-Gesellschaft ECFS veröffentlicht monatlich die wichtigsten News aus der Fachzeitschrift "Journal of Cystic Fibrosis" (JCF). Die Artikel sind auf die wichtigsten Fragen fokussiert und werden in verständlicher (englischer) Sprache dargestellt. Wir stellen Ihnen hier eine Übersetzung der News zur Verfügung.

CT evaluation of hyperattenuating mucus to diagnose allergic bronchopulmonary aspergillosis in the special condition of cystic fibrosis

Autoren 

John Refait (1), Julie Macey (1,2,3), Stephanie Bui (1), Michaël Fayon (1,2,3), Patrick Berger (1,2,3), Laurence Delhaes (1,2,3), François Laurent (1,2,3), Gaël Dournes (1,2,3)

(1) CHU de Bordeaux, Service d’Imagerie Thoracique et Cardiovasculaire, Service des Maladies Respiratoires, Service d’Exploration Fonctionnelle Respiratoire, Unité de Pneumologie pédiatrique, Service de Parasitologie-Mycologie, CIC 1401, F-33600 Pessac, France
(2) Univ. Bordeaux, Centre de Recherche Cardio-Thoracique de Bordeaux, U1045, CIC 1401, F33000 Bordeaux, France
(3) Inserm, Centre de Recherche Cardio-Thoracique de Bordeaux, U1045, CIC 1401, F-33000 Bordeaux, France

Was war Ihre wissenschaftliche Fragestellung?

Das Ziel unserer Studie war, hyper-attenuierten Schleim (Anm.: Schleim, der im CT-Bild visuell dichter erscheint als die Brustwand oder Muskulatur) im Vergleich zu konventionellen CT-Zeichen zur Diagnose der allergischen bronchopulmonalen Aspergillose (ABPA) bei Mukoviszidose (Cystische Fibrose, CF) zu untersuchen. 

Warum ist das wichtig?

Die ABPA ist eine entzündliche Erkrankung der Atemwege, verbunden mit einer allergischen Reaktion auf den Pilz Aspergillus fumigatus. Die Diagnose ist komplex und besteht aus komplizierten Assoziationen von klinischen, biologischen, immunologischen und radiologischen Daten. Die häufigsten Zeichen einer ABPA, die man in der Computertomographie (CT) sieht, sind die Erweiterung der Bronchien, Schleim-Pfröpfe und Infiltrate. Bei CF ist die ABPA oft schwierig zu erkennen, weil es eine große Überschneidung der klinischen und para-klinischen Symptome der ABPA mit anderen infektiösen Prozessen gibt. 

Wie sind Sie vorgegangen? 

Die Studie wurde retrospektiv durchgeführt und 137 CF-Patienten ab einem Alter von 6 Jahren nahmen teil. Das Vorkommen von hyper-attenuierten Schleim (HAM), zentralen Bronchiektasen, Schleimpfropfen und Verstopfung / Atelektasen wurde von zwei Radiologen konsentiert bestimmt. Der HAM wurde quantifiziert, indem der absolute mittlere Dichtigkeitswert und das Verhältnis zwischen Schleim und paraspinaler Muskulatur ermittelt wurde. Die Sensitivität, Spezifität und der Youden’s J-Index wurden berechnet. Die Konsensus-Kriterien der CF Conference zur Diagnose der ABPA wurden als Goldstandard verwendet. 

Was haben Sie herausgefunden?

HAM hatte den höchsten Youden’s J-Index (p <0.001) im Vergleich zu Schleimpfropfen, Bronchiektasen und Lungenkollaps / Verstopfung. Die Spezifität des HAM zur Diagnose der ABPA lag bei 100% und, im speziellen Kontext der CF, war die Sensitivität 69%, was höher ist als bisher bei nicht-CF-ABPA berichtet wurde. 

Was bedeutet das, und warum muss man bei der Bewertung der Ergebnisse vorsichtig sein?

HAM ist der spezifischste Biomarker für ABPA bei CF mit einer guten Sensitivität. Unsere Studie legt nahe, dass die Charakterisierung der Schleimdichtigkeit die Genauigkeit bildgebender Kriterien zur frühen Diagnose der ABPA verbessern könnte. 

Wie geht es weiter?

Um die Röntgenstrahlung möglichst gering zu halten, sollten zukünftige Studien des HAM eine Reduktion der Strahlung bis auf das Niveau einer Röntgenuntersuchung des Brustkorbs untersuchen. Dazu sollten multizentrische longitudinale Studien zusammen mit Expertenkonsens durchgeführt werden, um die Rolle des CT in der diagnostischen Abklärung der ABPA bei CF zu klären. 

Quellen

Übersetzung von Dr. Uta Düesberg, 01.08.2019