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Die Auswirkung von Mukoviszidose-bedingtem Diabetes auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität

Die europäische CF-Gesellschaft ECFS veröffentlicht monatlich die wichtigsten News aus der Fachzeitschrift "Journal of Cystic Fibrosis" (JCF). Die Artikel sind auf die wichtigsten Fragen fokussiert und werden in verständlicher (englischer) Sprache dargestellt. Wir stellen Ihnen hier eine Übersetzung der News zur Verfügung.

The impact of cystic fibrosis-related diabetes on health-related quality of life

Autoren

Eugenie Kwong (a), Sameer Desai (a), Louise Chong (b), Kathleen Lee (a), Jie Zheng (a), Pearce G. Wilcox (a,c) Bradley S. Quon (a,c)

(a) Division of Respiratory Medicine, Department of Medicine, University of British Columbia, Vancouver, Canada
(b) Faculty of Medicine, University of British Columbia, Vancouver, Canada
(c) Centre for Heart Lung Innovation, St Paul’s Hospital and the University of British Columbia, Vancouver, Canada

Was war Ihre wissenschaftliche Fragestellung?

Beeinflussen Diabetes und Prä-Diabetes im Vergleich zu normalen Blutzuckerwerten bei Erwachsenen mit Mukoviszidose (Cystische Fibrose, CF) die gesundheitsbezogene Lebensqualität (HRQoL)?

Warum ist das wichtig?

Ungefähr 40-50% der Erwachsenen mit CF entwickeln Diabetes, den sogenannten CF-Related Diabetes (CFRD). Indem man untersucht, ob verschiedene Aspekte des HRQol bei CF-Erwachsenen mit CFRD und Prä-Diabetes unterschiedlich sind, können Fachkräfte des Gesundheitswesens und Forscher sich auf neue Methoden fokussieren, um die Lebensqualität mit Mukoviszidose und Diabetes zu verbessern. 

Wie sind Sie vorgegangen? 

Aus unserer Klinik haben 151 Erwachsene mit CF einen validierten Fragebogen ausgefüllt, der zwölf unterschiedliche Aspekte des HRQoL bewertet. Diese zwölf Aspekte umfassen körperliche Fitness, Vitalität, Emotionen, Essen, Therapielast, Gesundheitsempfinden, Soziales, Körperwahrnehmung, Rollenfunktionalität, Gewicht, Atemwegssymptome, und Verdauung. Dann haben wir die Erwachsenen mit CF eingeteilt in: CFRD unter Insulintherapie, CFRD ohne Insulintherapie, eingeschränkte Glukose-Toleranz (Prä-Diabetes) und normaler Blutzucker. Die Ergebnisse der HRQol-Fragebögen wurden zwischen diesen vier Gruppen verglichen. Klinische und demographische Merkmale wurden ebenfalls gesammelt und verglichen. 

Was haben Sie herausgefunden?

Von den zwölf untersuchten Aspekten des HRQol war die Therapielast für Personen mit CFRD und Insulintherapie, verglichen mit den anderen drei Gruppen, schlimmer, auch dann, wenn andere Unterschiede beim Krankheitszustand einbezogen wurden. Die Therapielast erfasst das Ausmaß, in dem die CF-Therapien das tägliche Leben erschweren, sowie den täglichen Zeitaufwand, den die Behandlungen erfordern und die Schwierigkeit, die Therapien jeden Tag auszuführen. Keine der anderen HRQoL-Aspekte zeigte einen offensichtlichen Unterschied zwischen den Gruppen. 

Was bedeutet das, und warum muss man bei der Bewertung der Ergebnisse vorsichtig sein?

Das Aufzeigen der erhöhten Therapielast für Personen mit CFRD unter Insulintherapie bedeutet, dass es Faktoren gibt, die zu der erhöhten Therapielast beitragen, die noch identifiziert werden müssen. Die Verabreichung von Insulin ist wohl an sich bereits ein offensichtlicher Faktor, der zu der erhöhten Therapielast beiträgt. Allerdings konnten wir nicht feststellen, ob unterschiedliche Formen der Insulinverabreichung die Therapielast veränderten, oder ob andere in Verbindung mit Insulinbehandlungen stehende Faktoren auch dazu beitragen, wie z.B. häufige Blutzuckermessungen oder vermehrte Arzttermine. Wir haben keine anderen HRQoL-Aspekte gefunden, die sich innerhalb der Gruppen unterscheiden. Eine größere Studie wäre notwendig, um das Verhältnis zwischen den anderen Aspekten aufzuzeigen, wie z.B. Rollenfunktionalität, Verdauung und Körperwahrnehmung. 

Wie geht es weiter?

Eine erhöhte Therapielast war in vorherigen Studien mit einer schlechteren Therapietreue (Adhärenz) assoziiert. Daher rufen unsere Forschungsergebnisse Bedenken hervor, dass in dieser Gruppe von Personen mit CF die Diabetesbehandlung potentiell beeinträchtigt wird und dies zu einem schlechteren Gesundheitszustand führen könnte. Deshalb sollten zukünftige Studien den Fokus darauf legen, bessere Methoden zu finden, um die Therapielast für Personen mit CFRD unter Insulintherapie zu reduzieren und deren HRQoL zu verbessern. 

Quellen

Übersetzung von Nora Benedix und Dr. Uta Düesberg, 22.08.2019