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Eltern können durch Online-Beratung wirkungsvoll unterstützt werden

Eltern von Kindern mit Mukoviszidose sind großen Belastungen ausgesetzt. Neben der Angst um das Wohl ihres Kindes müssen die vielen therapeutischen Maßnahmen in den Alltag integriert werden und Verhaltensweisen angenommen werden (z.B. hinsichtlich der Hygiene, um Ansteckung mit Keinem zu vermeiden), die weitere Ängste schüren und den Alltag erschweren.

Deshalb leiden Eltern mukoviszidosekranker Kinder häufiger an Symptomen wie Depressionen und Angst. Dieser Kreislauf verstärkt sich noch durch die Problematik, dass diese Symptome die Beziehung zum Kind beeinträchtigen können und die Einhaltung der verschriebenen Therapie erschweren. Die Unterstützung der Eltern durch psychologisch geschulte Kräfte ist daher besonders wichtig. Eine psychotherapeutische oder psychiatrische Behandlung wird jedoch nur selten in Anspruch genommen, vermutlich auch bedingt durch örtliche und zeitliche Barrieren: Nur selten ist eine psychologisch geschulte Kraft am Wohnort verfügbar und die Mukoviszidose-Behandlung erfordert schon viel Zeit, so dass die eigenen Bedürfnisse oft in den Hintergrund treten. Eine interbasierte Betreuung der Eltern ist jedoch zeitlich und örtlich unabhängig.  

In einem Forschungsprojekt der Universitätsklinik Ulm unter Leitung von Herrn Prof. Goldbeck wurde untersucht, ob eine internetbasierte Intervention die Bewältigung der Therapieanforderungen und die mit der Krankheit Mukoviszidose verbundenen Ängste reduzieren kann.

An dem Projekt nahmen 25 Väter und Mütter von mukoviszidosekranken Kindern (0-17 Jahre) teil. Mitmachen konnte, wer bereits unter verstärkter Angst litt und bislang keine Behandlung erhielt. Die teilnehmenden Eltern bearbeiteten über einen Zeitraum von zehn bis zwölf Wochen insgesamt neun schriftliche Aufgaben, die von erfahrenen und in Internettherapie geschulten Therapeutinnen entwickelt wurden. Auf ihre schriftlichen Ausführungen hin bekamen die Eltern von ihrer Therapeutin eine Rückmeldung mit weiterführenden Hinweisen. Außerdem füllten die Teilnehmer zu drei verschiedenen Zeitpunkten psychologische Fragebögen aus, sodass Veränderungen in ihrer psychischen Verfassung ermittelt werden konnten.

Das Ergebnis zeigte, dass die Internetbetreuung die Symptome von Angst und Depressionen deutlich reduzierte und damit verbunden wurde auch die Lebensqualität der Eltern besser. Auch drei Monate nach Abschluss des Programms blieb dieses Ergebnis erhalten.

 

Fragen? Bitte wenden Sie sich an Dr. Uta Düesberg (UDueesberg@muko.info).