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Frühe Studienergebnisse mit neuen CFTR-Modulatoren positiv

Verbesserungen bei CF-Patienten mit einer oder zwei F508del Mutationen

Vertex Pharmaceuticals hat kürzlich erste Daten aus Phase 1- und Phase 2-Studien mit neuen CFTR-Modulatoren veröffentlicht. Die Ergebnisse sind vielversprechend: In den Studien konnte die Lungenfunktion bei Mukoviszidose-Patienten mit einer oder zwei F508del-Mutationen um bis zu 12 % verbessert werden.

Lungenfunktion (FEV1) um bis zu 12% verbessert

Vor allem in der Gruppe der Patienten mit einer F508del Mutation und einer weiteren Mutation mit Minimalfunktion (s. weitere Informationen) zeigen die Studienergebnisse deutliche Verbesserungen in der Lungenfunktion: bis zu 12% bei Dreifachkombination aus VX-440, Tezacaftor und Ivacaftor. Auch der Schweißtestwert wurde bei Einnahme dieser Wirkstoffkombination um ca. 33mmol/l Chlorid reduziert. Bei Patienten mit zwei F508del Mutationen, die bereits die Modulatoren-Kombination Tezacaftor/ Ivacaftor nahmen, führte die zusätzliche Einnahme von VX-440 zu einer Verbesserung der Lungenfunktion um bis zu 9,5% und einer Reduktion des Schweißchlorids um 31 mmol/l. Damit liegt der Effekt etwa in einer Größenordnung wie bei den Originalstudien mit Ivacaftor bei Patienten mit der seltenen G551D Mutation, die als erster Durchbruch in der CFTR-Modulatoren-Therapie gelten. Vertex gab weiterhin an, dass alle getesteten Dreifachkombinationen eine gute Verträglichkeit gezeigt hätten.

Wie geht es weiter?

Laut Vertex laufen neben der oben beschriebenen Phase 2-Studie mit VX-440 auch Studien mit den weiteren CFTR-Modulatoren VX-152, VX-659 und VX-445. Aufgrund dieser Daten wird das Pharmaunternehmen nach eigenen Angaben entscheiden, ob es eine oder mehrere Zulassungsstudien starten wird. Dies soll in der ersten Hälfte des Jahres 2018 erfolgen. Da auch die Phase 2 Studie mit der Wirkstoffkombination VX-440/ Tezacaftor/ Ivacaftor unter Beteiligung deutscher Studienzentren und Patienten stattgefunden hat, werden wohl auch einige der kommenden Zulassungsstudien wieder in deutschen CF-Einrichtungen durchgeführt werden. Sobald Informationen dazu vorliegen, werden wir diese in unserer Studienliste veröffentlichen (Link s. unten).

CFTR-Modulatoren – was ist das eigentlich?

In den klinischen Studien wurde eine Kombination aus Tezacaftor und Ivacaftor mit jeweils einem der vier neuen CFTR-Modulatoren untersucht. Sowohl Tezacaftor als auch die vier neuen Substanzen gehören zur Gruppe der Korrektoren. Ein Korrektor unterstützt den Reifeprozess von CFTR-Kanal-Molekülen in der Zelle und bringt eine größere Anzahl an funktionalen Kanal-Molekülen zu ihrem Wirkort an der Zelloberfläche. Dieser Effekt wird verstärkt durch Ivacaftor, einem Potentiator. Auch Potentiatoren sind CFTR-Modulatoren. Sie aktivieren bereits an der Zelloberfläche vorhandene Kanal-Moleküle.

Weitere Präparate in der Entwicklung

Nicht nur Vertex arbeitet an der Entwicklung neuer CFTR-Modulatoren. Auch Pharmaunternehmen wie Galapagos NV, Proteostasis Therapeutics Inc., Flatley Discovery Lab, Novartis, Bayer und einige mehr haben Korrektoren, Potentiatoren oder ähnliche neue Substanzen in ihrer Entwicklungs-Pipeline. Einen Überblick gibt die Seite der amerikanischen Patientenorganisation mit ihrer Pipeline und die deutsche Studienliste (Links s. unten).
Sollte sich die positive Entwicklung der hier vorgestellten Korrektoren auch in den größeren und längeren Zulassungsstudien fortsetzen, stünden in einigen Jahren CFTR-Modulatoren für einen Großteil der Patienten mit Mukoviszidose zur Verfügung. Für Deutschland beträgt der Anteil der Patienten, für die die neuen Therapien in Frage kommen, etwa 85-90%. 

Hinweis zu Klinischen Studien

Phase 1- und Phase 2-Studien stehen am Anfang der klinischen Entwicklung, d.h. es sind noch wenige Patienten beteiligt und die Studiendauer beträgt hier nur wenige Wochen. Die Daten müssen entsprechend noch durch größere und längere Studien (so genannte Zulassungsstudien) bestätigt werden. Dies gelingt nicht immer in einer klinischen Entwicklung, die von Vertex veröffentlichten Ergebnisse wecken aber hohe Erwartungen an die kommenden Zulassungsstudien.

Weitere Informationen:

Quelle: Pressemitteilung Vertex vom 18. Juli 2017 (englisch)
Studienliste: Studien in Deutschland
CFF Pipeline (englisch)

Mutationen mit Minimalfunktion: Laut der amerikanischen Patientenorganisation CFF gibt es 195 für die Studien zugelassene Mutationen. Einige Beispiele: G542X, N1303K, W1282X, R553X, 621+1G->T, 1717-1G->A, 3120+1G->A, I507del, R1162X, 3659delC, 1898+1G->A, G85E, R560T, R347P, 2184insA, 2184delA, Q493X  ; Quelle: CFF Trials Finder 

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Dr. Jutta Bend (jbend(at)muko.info) (25.7.2017)

In diesem Beitrag werden Wirkungen bzw. Nebenwirkungen von Arzneimitteln besprochen. Handelsnamen werden genannt, wenn eine eindeutige Identifizierung erforderlich ist, um ein Arzneimittel mit einer spezifischen Darreichungsform zu bezeichnen. Diese Informationen werden durch das Mukoviszidose-Institut ohne den Einfluss Dritter nach bestem Wissen und Gewissen bereitgestellt. In keinem Fall ist damit eine Empfehlung für den Gebrauch oder Nichtgebrauch eines Arzneimittels verbunden. Patienten sollten vielmehr mit ihrem/ihrer Arzt/Ärztin die für sie individuell richtige Therapie besprechen.