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Mukoviszidose e.V. fordert: Lebend-Lungenspende muss nachweisbar freiwillig sein

Anlässlich der ersten Lebend-Lungenspende in Deutschland hat der Bundesvorsitzende des Mukoviszidose e.V., Horst Mehl, heute die Prüfung der Freiwilligkeit einer solchen Spende durch einen unabhängigen Dritten gefordert. Diese unabhängige Person solle auch kontrollieren, ob die Spender ausreichend aufgeklärt worden sind. Im schlimmsten Falle könne die Gesundheit von Eltern oder Geschwistern durch eine Lebend-Spende gefährdet werden, ohne dem Empfänger damit langfristig zu helfen. "Solche Entscheidungen müssen in Ruhe, mit großer Sorgfalt und tiefer Ehrlichkeit der Beteiligten gemeinsam erarbeitet werden“, betont der Vater eines Sohnes mit Mukoviszidose.

Eltern und Geschwister geraten unter Druck
Ihr eigenes Verantwortungsgefühl kann auf geeignete Spender – meist kommen nur Eltern und Geschwister der betroffenen Patienten in Frage – erheblichen moralischen Druck ausüben und genau die Freiwilligkeit in Frage stellen, die das Gesetz fordert. Außerdem birgt eine Lebend-Lungenspende nicht unerhebliche Risiken. Prof. Axel Haverich, Direktor der MHH-Klinik für Herz-, Thorax-, Transplantations- und Gefäßchirurgie sagte, dass die Risiken bei einer Lebend-Lungenspende sehr viel höher seien, als zum Beispiel bei der Lebend-Nierenspende. Für Udo Grün, selbst Mukoviszidose-Patient und Empfänger einer transplantierten Lunge, wäre eine Lebendspende nie in Frage gekommen: "Ich glaube, dass die Spender in ihrer Not hoffnungslos überfordert sind. Und ich hätte das Risiko meiner Spender nicht mit meinem Gewissen in Einklang bringen können", erklärte er.

Der Mukoviszidose e.V. arbeitet zusammen mit den Ärzten und Behandlern daran, dass CF-Patienten optimal therapiert werden und eine Lungentransplantation nicht mehr nötig ist. In Hannover beherbergt der Mukoviszidose e.V. im spendenfinanzierten "Haus Schutzengel", in unmittelbarer Nähe zur Medizinischen Hochschule Hannover, Mukoviszidose-Patienten und Angehörige vor und nach der Transplantation und bietet sozialpädagogische Betreuung. Unser Ziel heißt weiterhin: Gemeinsam Mukoviszidose besiegen!