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Neues aus der Forschung: Anwendung der Analyse mehrerer Ereignisse als alternativen Ansatz, um die pulmonalen Exazerbationen als Outcome-Parameter zu untersuchen

Die europäische CF-Gesellschaft ECFS veröffentlicht monatlich die wichtigsten News aus der Fachzeitschrift "Journal of Cystic Fibrosis" (JCF). Die Artikel sind auf die wichtigsten Fragen fokussiert und werden in verständlicher (englischer) Sprache dargestellt. Wir stellen Ihnen hier eine Übersetzung der News zur Verfügung.

APPLICATION OF MULTIPLE EVENT ANALYSIS AS AN ALTERNATIVE APPROACH TO STUDYING PULMONARY EXACERBATIONS AS AN OUTCOME MEASURE 

Autoren:

Elizabeth Juarez-Colunga (1,2), Rosenfeld Margaret (3), Edith T. Zemanick (4), Brandie Wagner (1,4)

(1) Department of Biostatistics and Informatics, University of Colorado School of Public Health,
(2) Adult and Child Consortium for Health Outcomes Research and Delivery Science
(3) Department of Pediatrics, Seattle Children's Hospital and University of Washington, 4800 Sand Point Way NE Seattle, WA, 98105 USA
(4) Department of Pediatrics, Children’s Hospital Colorado, University of Colorado Anschutz Medical Center, Aurora CO

Was war Ihre wissenschaftliche Fragestellung?

Pulmonale Exazerbationen (PEx) sind Episoden mit stärkeren Atemwegs-Symptomen, die bei Menschen mit Mukoviszidose (cystische Fibrose, CF) vorkommen. PEx können lange Krankenhaus-Aufenthalte erfordern und zu anhaltenden Schäden der Lunge führen. Wenn man neue Behandlungen für CF untersucht, sind PEx ein wichtiger Parameter um herauszufinden, ob die Therapie den Patienten hilft. Wenn PEx als solche Parameter verwendet werden, gibt es nur wenige Wege, sie zu analysieren. Es kann die Zeit vom Beginn der Studie bis zur ersten PEx gemessen werden (Zeit bis zur ersten PEx). Alternativ können alle aufgetretenen PEx vom Beginn bis zum Ende der Studie gezählt werden (z.B. Anzahl oder Rate an PEx über die Zeit). In unserer Untersuchung nutzten wir Daten einer vorangegangenen klinischen CF-Studie und untersuchten PEx auf beide Weise. Wir bestimmten, ob Risikofaktoren für die Parameter „Zeit bis zur ersten PEx“ und „Rate an PEx über die Zeit“ gleich waren.

Warum ist das wichtig?

Pulmonale Exazerbationen beeinträchtigen die Lebensqualität und die Mortalität bei CF und sind ein wichtiger Parameter in klinischen Studien. Die Risikofaktoren, die zu einer PEx beitragen zu verstehen, ermöglicht es den Ärzten, die Behandlung zu verbessern. Vorangegangene Studien haben sich vor allem auf die Risikofaktoren konzentriert, die sich auf die Zeit bis zu einer PEx beziehen. Allerdings könnte die Analyse der Summe der PEx in einer bestimmten Zeitspanne dazu führen, weitere Risikofaktoren zu entdecken. Dieser Ansatz könnte die Anzahl der Patienten reduzieren, die nötig sind, um Risikofaktoren zu entdecken, was für klinische Studien sehr nützlich sein könnte.

Wie sind Sie vorgegangen?

Wir haben Daten der Early Pseudomonas Infection Control (EPIC) Beobachtungsstudie analysiert, die zwischen 2004 und 2006 Pseudomonas aeruginosa negative Teilnehmer bis zu einem Alter von 12 Jahren eingeschlossen hat. Wir verwendeten die Angaben zur „Zeit bis zur ersten PEx“ oder die „Anzahl der PEx innerhalb der Studiendauer“, und verglichen die durch jede Analyse identifizierten Faktoren.

Was haben Sie herausgefunden?

Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Analyse der Anzahl der PEx, die innerhalb der Studiendauer auftraten, zwei weitere Faktoren aufzeigen (Geschlecht und Grippeimpfung im vorangegangenen Jahr), die mit der Zeit bis zur ersten PEx assoziiert waren. Wenn man das Vorkommen anderer Risikofaktorenmit einbezog, waren folgende Faktoren mit einer höheren Häufigkeit von PEx assoziiert: weibliches Geschlecht, älteres Alter zum Zeitpunkt des Studienbeginns, Zigarettenrauch-Exposition im Haushalt, verstärkter Husten in der letzten Zeit, Antibiotika-Therapie seit der letzten Untersuchung, positive CF-typische Mikrobiologie-Kultur und das Vorkommen einer PEx in den letzten 30 Tagen. Faktoren, die mit einer niedrigeren Häufigkeit von PEx assoziiert waren: Gewichtsperzentile, Grippe-Impfung und Schwimmen.

Was bedeutet das, und warum muss man bei der Bewertung der Ergebnisse vorsichtig sein?

Die Analyse der Anzahl der PEx zeigte, dass sie häufiger (um 17%) bei Frauen auftreten als bei Männern, während eine Grippe-Impfung das Risiko um 16% senkt. Es könnte noch andere Faktoren geben, die wir nicht betrachtet haben und die die gefundenen Zusammenhänge beeinflussen könnten. Zum Beispiel könnte der positive Effekt des Schwimmens durch den allgemeinen Gesundheitsstatus oder den sozioökonomischen Status reflektiert werden.

Wie geht es weiter?

Zukünftige Untersuchungen sollten in Betracht ziehen, sofern die Studiendauer lang genug ist, die Anzahl der PEx innerhalb der gesamten Studiendauer zu analysieren, um die Informationen, die aus Studien gewonnen werden können, zu maximieren.

Übersetzung von Dr. Uta Düesberg, 18.07.2019