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Schützt Vitamin D vor ABPA?

Wissenschaftler der Universität von Pittsburgh in Pennsylvania/ USA (Kreindler et al. 2010) haben festgestellt, dass CF –Patienten mit einer allergischen bronchopulmonalen Aspergillose (ABPA) im Vergleich zu CF-Patienten ohne ABPA deutlich weniger Vitamin D im Blut hatten.

Die ABPA, die bei ca. 4-15% der CF-Betroffenen vorkommt, ist eine allergische Reaktion auf Sporen eines bestimmten Schimmelpilzes, der Aspergillus heißt. Typische Symptome sind Atemnot und Husten, eine Verschlechterung der Lungenfunktion, Gewichtsverlust u.a.. Bei der allergischen Reaktion des Körpers auf die Aspergillus-Sporen (ABPA) werden spezifische Zellen, sogenannte Th2-Zellen gebildet, die das Immunsystem aktivieren. Bei Gesunden werden diese Th2-Zellen nicht gebildet; hier gibt es eine natürliche Toleranz. Das ist auch sinnvoll, denn eine Aktivierung des Immunsystems ist in diesem Falle gar nicht notwendig und führt nur zur Entzündung und damit Schädigung des Lungengewebes. Die Wissenschaftler würden deshalb gerne die allergische Reaktion und die damit verbundenen schädlichen Auswirkungen verhindern.

Die niedrige Vitamin D-Konzentration im Blut der Betroffenen mit ABPA gibt hier einen wertvollen Hinweis. Könnte es sein, dass eine zu schlechte Versorgung mit Vitamin D die Entwicklung einer ABPA begünstigt? Und weitergedacht: könnte man mit Vitamin D vielleicht sogar eine ABPA verhindern? Um diesen Fragen nachzugehen, führten die Wissenschaftler ein Experiment durch. Sie stimulierten Zellen, die sie zuvor Patienten mit ABPA entnommen hatten, mit Vitamin D und beobachteten die Reaktion. Tatsächlich konnten die Wissenschaftler einen Rückgang der Th2-Zellen feststellen, die einen Marker für die allergische Reaktion darstellen. Nun ist dies vorerst nur ein Laborexperiment und es müssen Studien am Menschen durchgeführt werden, um zu zeigen, ob eine Vitamin D Substituierung, bspw. durch Vitamin D Tabletten tatsächlich einen Schutz vor einer ABPA darstellen.

Den englischsprachigen Originalartikel Kreindler et al. 2010 können Sie hier ansehen:
http://www.jci.org/articles/view/42388