Sport bei Mukoviszidose

Sport bei Mukoviszidose

Die Sport-vor-Ort-Beratung unterstützt Mukoviszidose-Betroffene dabei, das richtige Sportprogramm zu finden.

Sport ist ein wichtiger Therapiebaustein bei Mukoviszidose. Eine regelmäßige körperliche oder sportliche Aktivität hat viele positive Effekte auf die körperliche Leistungsfähigkeit und Gesundheit. Dennoch gibt es in Bezug auf die Mukoviszidose Besonderheiten, auf die Sie achten sollten. Auf dieser Seite haben wir einige Tipps für die Praxis und Herausforderungen zu Sport bei Mukoviszidose für Sie zusammengefasst.


Mukoviszidose-Betroffene können ihre Leistungsfähigkeit durch ein Training deutlich steigern. Und je höher die Leistungsfähigkeit, desto höher ist auch die Lebenserwartung. Eine regelmäßige körperliche Belastung beeinflusst die Lungenfunktion positiv und kann die Funktion der bei Mukoviszidose gestörten Salz-Kanäle zum Teil korrigieren. Nicht zu unterschätzen ist, dass eine regelmäßige Bewegung auch den psychischen Zustand, das Wohlbefinden und, nicht zuletzt, das Selbstwertgefühl steigert.


Tipps für die Praxis

  • Beachtung der Risiken von Sport unter Berücksichtigung der persönlichen gesundheitlichen Situation und Begleiterkrankungen. 
  • Vor Beginn der sportlichen Aktivität sollte ein Belastungstest durchgeführt werden, um Risiken zu erkennen.
  • Berücksichtigen Sie Ihren allgemeinen Gesundheitszustand 
  • Viele Sportarten und –formen sind in der Regel möglich. Gegebenenfalls ausprobieren, was Spaß macht.
  • Nicht zu empfehlen sind für Mukoviszidose besonders gefährliche Aktivitäten wie z.B. Bungee-Jumping oder Tauchen mit Flaschen.
  • Vor jeder Sporteinheit das aktuelle Befinden berücksichtigen, bei Diabetes die Nahrungsaufnahme und Insulingabe auf das Sportprogramm abstimmen und den aktuellen Blutzucker berücksichtigen.
  • Bei Hitze ist die Leistungsfähigkeit in der Regel eingeschränkt. Daher empfiehlt es sich, bei großer Hitze am Morgen oder Abend zu trainieren oder sogar in einen klimatisierten Raum auszuweichen.
  • Bei kalten Temperaturen unter null Grad Celsius empfehlen wir das Training nach drinnen zu verlegen oder sich draußen mit einem Tuch vor dem Mund zu bewegen, um die Luft vor dem Einatmen anzuwärmen. 
  • Absolvieren Sie ein persönlich abgestimmtes Training! 
  • Planen Sie zusätzliche Pausen ein, um sich auszuruhen, zu trinken und gegebenenfalls zu essen. Bei Diabetes sollte Blutzucker gemessen und darauf reagiert werden.
  • Sport soll so „normal“ wie möglich sein! Zwar ist Sport auch Therapie, in erster Linie geht es aber um Spaß an der Bewegung und die Freude, mit anderen gemeinsam Sport zu treiben.
  • Als Teilnehmer einer Sportgruppe in einem Verein oder einem Fitnessstudio ist es sinnvoll, den Übungsleiter über die Mukoviszidose zu informieren. Ob die anderen Teilnehmer informiert werden sollten, ist dem Betroffenen selbst überlassen. 
  • Übungsleiter sollten nachfragen, wenn es Unsicherheiten im Training gibt. Ansprechpartner dazu sind die Betroffenen selber, die Eltern, der Mukoviszidose e.V. oder aber die behandelnde CF-Ambulanz. 

Sie sollten immer darauf achten, dass Sie während des Sports genug Flüssigkeit zu sich nehmen. Denn durch den vermehrten Schweiß, könnte die eh schon verringerte Flüssigkeit zu noch zäherem Schleim im Körper führen: 

  • Bei Sportaktivitäten von bis zu 45 Minuten Dauer in kühler Umgebung genügt es, nach dem Training wieder zu trinken.
  • Bei länger andauernden Belastungen oder bei Hitze sollten Sie alle 15 - 20 Minuten 200 - 300 ml Flüssigkeit zu sich nehmen. 

Zu empfehlen ist z.B. verdünnte Apfelsaftschorle mit einer Messerspitze bis zu einem halben Teelöffel (= 2,5 g) Salz pro Liter.


Mögliche Risiken

Sport kann, wie auch bei gesunden Personen, mit gewissen Risiken verbunden sein. Lassen Sie sich vor Aufnahme eines Trainingsprogramms durch das Behandlerteam Ihrer Ambulanz beraten. 

Bei Menschen mit Mukoviszidose kann es beim Sport unter anderem zu folgenden Problemen kommen

  • Durch Schwitzen kann es zu einem Salzverlust und zu einem Flüssigkeitsmangel kommen, dem Sie jedoch durch regelmäßige, salzhaltige Flüssigkeitsaufnahme entgegengewirken können. 
  • Bei manchen Betroffenen mit fortgeschrittenen Lungenerkrankungen kann es zu einer unzureichenden Sauerstoffversorgung des Körpers unter Belastung kommen. Bei diesen Betroffenen sollte daher die Belastungsintensität begrenzt werden. Möglich ist dies zum Beispiel mit einem Herzfrequenzmesser. Auch eine Gabe von Sauerstoff bei Belastung, kann einem Abfall entgegenwirken und verringert die Atemnot. 
  • Es gibt Begleiterkrankungen einer Mukoviszidose (z.B. Osteoporose, Lebererkrankung, Gelenkbeteiligung, Diabetes), die bei sportlicher Aktivität bedacht werden müssen. Aus diesem Grund sollte das sportliche Vorhaben immer mit dem behandelnden Mukoviszidose-Team besprochen werden.

Wir empfehlen Ihnen, Ihre individuellen krankheitsbezogenen Probleme und mögliche Risiken bei Bewegung und Sport mit Ihrem Ambulanzteam abzusprechen. Ihr Arzt kann Ihnen auch – wenn gewünscht – für den Trainer/Verein oder Fitnessstudio ein Attest über Ihren Gesundheitszustand ausstellen. Ein solches Attest hat zum Beispiel die Gesellschaft für Pädiatrische Sportmedizin entwickelt.

Zuletzt aktualisiert: 22.09.2017