Medikamente

Medikamente

Ein Therapiebaustein bei Mukoviszidose ist die Einnahme von Medikamenten.

Bei Mukoviszidose kommen verschiedene Medikamente zum Einsatz, die unterschiedliche Symptome bekämpfen. Sie können eingenommen, inhaliert oder auch intravenös verabreicht werden. Seit ein paar Jahren gibt es auch Medikamente, die das Ziel haben, die Funktion des defekten CFTR-Kanals wiederherzustellen oder zu verbessern.


Schleimlösende Medikamente (Mukolytika)

Schleimlösung und das kontrollierte Abhusten des Schleims sind ein Grundpfeiler der Therapie. Das wird durch schleimlösende Medikamente (Mukolytika) unterstützt. Diese können inhaliert werden, manche werden als Tablette eingenommen. 


Medikamente gegen Infektionen der Atemwege

Wenn die Atemwege von Infektionen durch Bakterien, Viren oder Pilzen betroffen sind, werden für einen kurzen Zeitraum Medikamente eingesetzt, die den jeweiligen Keim abtöten sollen (Antibiotika, Virostatika, Fungizide). Auch diese Therapien stehen zur Inhalation, in Tablettenform oder als Infusion zur Verfügung. 

Bei Mukoviszidose-Patienten treten im Laufe der Jahre aber häufig auch Therapie-resistente Bakterien auf, die mit kombinierten Medikamenten-Anwendungen bekämpft werden, oft jedoch trotzdem nicht mehr ganz aus den Atemwegen entfernt werden können. In diesen Fällen können Antibiotika dauerhaft inhaliert werden, um die Keimvermehrung zu drosseln. 


Erweiterung der Atemwege (Bronchodilatatoren)

Bronchodilatatoren erweitern die Bronchien. Bei Mukoviszidose-Patienten setzt man Bronchodilatatoren in akuten Fällen oder langzeitig bei einer Verengung der Bronchien ein. Außerdem können diese Wirkstoffe die Atemwege für andere zu inhalierende Substanzen öffnen und so die Inhalationstherapie vorbereiten.


Medikamente gegen die Entzündung der Atemwege

Bei Mukoviszidose sind die Atemwege häufig von Entzündungen betroffen. Die Symptome der Entzündung können mit antientzündlichen Medikamenten, vor allem Steroiden (Cortison) behandelt werden. Steroide können inhaliert, in Tablettenform eingenommen oder intravenös verabreicht werden.


CFTR-Modulatoren

CFTR-Modulatoren haben das Ziel, die Funktion des CFTR-Kanals zu verbessern oder im besten Fall wiederherzustellen, damit der Salz-Wasser-Haushalt wieder im Gleichgewicht ist. Im Mukoviszidose-Gen können allerdings über 2.000 verschiedene Mutationen vorkommen, die unterschiedliche Folgen für den CFTR-Kanal haben. Die Therapie mit CFTR-Modulatoren erfasst nicht mit einem Medikament alle Schäden, es müssen vielmehr für verschiedene Funktionseinschränkungen des Kanals verschiedene Medikamente oder Medikamenten-Kombinationen entwickelt werden. Die bisher zugelassenen CFTR-Modulatoren wirken sich auf die Lungenfunktion (moderate Verbesserungen um bis zu 10%) und auf andere Organe (z.B. Bauchspeicheldrüse, Schweißdrüsen) aus. 

Im Jahr 2012 wurde der erste Potenziator der Kanalfunktion zur Therapie zugelassen (Kalydeco, Ivacaftor). Er bewirkt, dass sich der defekte Kanal häufiger öffnet und damit seinen Zweck des Austauschs von Salz und Wasser besser erfüllt. Allerdings ist diese Therapie nur bei einer kleinen Gruppe von Patienten wirksam, da die dem Öffnungsdefekt zugrunde liegenden Mutationen (z.B. G551D) sehr selten sind. Bei anderen Mutationen hat die Potenzierung der Öffnungswahrscheinlichkeit allein keine ausreichende Wirkung. 

Für eine Fehlfunktion, die durch andere Mutationen verursacht wird (zwei F508del Mutationen), gibt es inzwischen ein zugelassenes Medikament, das als Korrektor der Kanalfunktion wirkt (Orkambi, Lumacaftor+Ivacaftor). Das Medikament kann die Lungenfunktion um zwei bis vier Prozent verbessern, weswegen an weiteren Medikamenten und Kombinationen für die Behandlung von Patienten mit der F508del-Mutation intensiv geforscht wird. Wir halten Sie über die weitere Forschung auf dem Laufenden, bitte informieren Sie sich regelmäßig über unsere News.


Quellen

Die Inhalte auf dieser Seite wurden im September 2017 erstellt. 

Zuletzt aktualisiert: 13.10.2017