Trikafta

Trikafta – Triple-Therapie für Mukoviszidose (CF)

Trikafta ist ein CFTR-Modulator. CFTR-Modulatoren verbessern die Funktion des CFTR-Kanals. Dabei unterscheidet man Potentiatoren, die einen vorhandenen CFTR-Kanal aktivieren und Korrektoren, die die richtige Herstellung des CFTR-Kanals unterstützen. Die Triple-Therapie kombiniert die Korrektoren Tezacaftor und Elexacaftor und den Potentiator Ivacaftor. Trikafta ist bislang nur in den USA zugelassen.


Welche CFTR-Modulatoren sind in Deutschland verfügbar?

Bisher zugelassenen sind Kalydeco für Patienten mit G551D Mutation und bestimmten anderen seltenen Mutationen. Außerdem Orkambi für Patienten mit zwei F508del-Mutationen und Symkevi für Patienten mit zwei F508del-Mutationen oder Patienten mit einer F508del-Mutation und einer Restfunktionsmutation. 
 

Ihre Ansprechpartnerin

Dr. Jutta Bend
Leitlinien / Neugeborenen-Screening
Tel.: +49 (0)228 98780-47
E-Mail: JBend(at)muko.info

CF-CTN Germany Coordination Team
Tel.: +49 (0)228 98780-43
E-Mail: CFCTN(at)muko.info

Übersicht über die CFTR-Modulatoren
HandelsnameWirkstoff(e)ZulassungFür welche Mutation?Für welches Alter?
KalydecoIvacaftor2012<5%Ab 6 Monaten
OrkambiIvacaftor, Lumacaftor2015ca. 50%Ab 2 Monaten
SymkeviIvacaftor, Tezacaftor2018ca. 50%Ab 12 Jahren 
TrikaftaIvacaftor, Tezacaftor, Elexacaftorvoraussichtlich 2020bis zu 85%Ab 12 Jahren

 


Wann kann mit der Zulassung von Trikafta in Deutschland gerechnet werden?

Trikafta ist bisher nur in den USA zugelassen. Die Zulassung in Europa wird für die zweite Hälfte 2020 erwartet.

Kann man Trikafta auch schon vor der Zulassung in Europa bekommen?

In Deutschland gibt es ein Härtefallprogramm für Patienten mit besonders schlechtem Gesundheitszustand ab 12 Jahren und mit einer F508del-Mutation. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an Ihren CF-Arzt, der gegebenenfalls einen Antrag beim Hersteller stellen kann. 

Beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) ist Trikafta unter den Wirkstoffnamen Elexacaftor/Tezacaftor/Ivacaftor jetzt in der Liste der Härtefallprogramme aufgeführt. Dort finden sich weitere Informationen und der Kontakt für die Antragsstellung: 

Liste der Härtefallprogramme


Wer kann von Trikafta profitieren?

In den USA ist Trikafta für Patienten mit mindestens einer F508del-Mutation zugelassen. Die zweite Mutation ist dabei nicht entscheidend. Ob die EU das genauso handhaben wird, ist noch unklar. Der Mukoviszidose e.V. setzt sich dafür ein, dass Trikafta auch in Europa für möglichst viele Kombinationen von F508del mit einer weiteren Mutation zugelassen wird, damit viele Patienten profitieren. 

Über die europäische Patientenorganisation CF Europe wurde ein Brief an die Ansprechpartner bei der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA geschickt, die für die Bewertung der neuen Dreifachkombination zur Behandlung von Mukoviszidose zuständig sind. Der Mukoviszidose e.V. und die anderen europäischen Patientenorganisationen haben dabei Unterstützung mit Fachwissen und Erfahrungen zur Erkrankung angeboten, um den Zugang zu den neuen Behandlungsmethoden für alle Patienten zu beschleunigen und zu verbessern.

Brief an die EMA (englisch)

Wer profitiert nicht?

Für 10 bis 15% der Patienten gehen wir allerdings davon aus, dass das Medikament aufgrund der Mutation nicht verschrieben werden kann. Auch für Transplantierte und Patienten mit schwerer Nieren- oder Lebererkrankung wird Trikafta voraussichtlich nicht oder nur eingeschränkt verordnet werden können. 

Es wird wie bei Orkambi und Symkevi voraussichtlich auch Patienten geben, die das Medikament nicht vertragen oder bei denen es nicht wirkt (Non-Responder).

Welche Alternativen gibt es für die, die nicht profitieren?

Die EU  fördert ein großes Projekt, in dem für Patienten mit seltenen Mutationen anhand von Organoiden getestet wird, ob bestimmte neue CFTR-Modulatoren individuell wirken. Auf dieser Grundlage könnte dann eine Zulassung für den einzelnen Patienten erfolgen. Das Projekt heißt HIT-CF und wird in Utrecht durchgeführt. Der Mukoviszidose e.V. hat deutschen Patienten u.a. durch die Übernahme von Reisekosten die Teilnahme ermöglicht. Wenn das Projekt erfolgreich ist, könnte das Modell für alle Patienten mit seltenen Mutationen angewandt werden.

Newsmeldungen zum HIT-CF-Projekt


Was ist neu an den CFTR-Modulatoren wie Trikafta?

Diese neuen Medikamente reparieren (teilweise) den Salzkanal CFTR und greifen somit am Basisdefekt an. Sie beheben aber nicht die Ursache der Erkrankung, also den genetischen Defekt. Bisherige Therapien waren rein symptomatisch, d.h. es konnten nur die Krankheitszeichen (Symptome) behandelt werden. CFTR-Modulatoren wie Trikafta wirken auch auf den Schweißtest, der für die Diagnose der Mukoviszidose genutzt wird. Der Salzgehalt im Schweiß ist bei Patienten mit Mukoviszidose erhöht. Dies misst man im Schweißtest. Werte über 60mmol/l Chlorid (Salz) im Schweiß deuten auf eine Mukoviszidose hin; unter 30mmol/l Chlorid ist der Getestete gesund. Durch Trikafta verschieben sich die Werte von Mukoviszidose-Patienten von „krank“ in den „Graubereich“. Patienten mit einem Schweißtestwert im Graubereich haben in der Regel mildere Krankheitsverläufe als Patienten mit höheren Salzwerten im Schweiß.
 

Weiterführende Informationen


Werden Patienten, die Trikafta nehmen, weniger Therapie machen müssen? 

Trikafta wird zweimal täglich als Tablette eingenommen. Allerdings muss die symptomatische Therapie, z.B. Physiotherapie, Inhalation, Ernährungstherapie u.a. weiterhin durchgeführt werden.


Wie gut ist die Wirksamkeit von Trikafta?

In Studien hatten die Patienten, die Trikafta nahmen, weniger Krankenhausaufenthalte und mussten weniger Antibiotika nehmen. Außerdem verbesserte sich die Lungenfunktion (FEV1) um 14% im Mittel. Dabei profitierten nicht alle Patienten gleich gut. Einige hatten keine oder nur eine geringe Verbesserung der Lungenfunktion oder verschlechterten sich sogar leicht, während andere deutliche Verbesserungen von über 20 oder sogar 30% Lungenfunktion zeigten. Wichtig ist, dass bei allem Modulatoren die Verbesserungen der Lungenfunktion wieder zurück gehen, wenn das Medikament abgesetzt wird. Die Dreifachkombination ist allgemein gut verträglich. Da bisher aber noch wenige Daten dazu vorliegen, wird man abwarten müssen, welche Nebenwirkungen in der nächsten Zeit auftreten.

Gilt das auch für Kinder?

Die Zulassung von Trikafta im Jahr 2020 wird für Patienten ab 12 Jahren erfolgen. Für Kinder ab 6 Jahren laufen momentan klinische Studien. Mit kleineren Kindern gibt es noch keine Studien. Das heißt, man kann zur Wirksamkeit und Sicherheit bei Kindern unter 12 Jahren momentan noch nichts sagen.


Kann ich das Medikament direkt nach der Zulassung von meinem Arzt verschrieben bekommen?

In Deutschland sind Medikamente direkt nach der Zulassung verordnungsfähig und werden von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Das gilt natürlich nur für die in der Zulassung beschriebenen Patientengruppen. 


Ausblick

Die Modulatoren sind ein wichtiger Meilenstein in der CF-Therapie. Sie bewirken aber keine Heilung und müssen lebenslang eingenommen werden. Über die Langzeitwirkung ist noch nichts bekannt.  Eine Heilung der Erkrankung wäre nur durch eine Gentherapie möglich. Es sind weiter große Forschungsanstrengungen notwendig, um irgendwann das Ziel, Gemeinsam Mukoviszidose besiegen zu erreichen. 

Quellen

Heijermann et al. (2019) Efficacy and safety of the elexacaftor plus tezacaftor plus ivacaftor combination regimen in people with cystic fibrosis homozygous for the F508del mutation: a double-blind, randomised, phase 3 trial, In: The Lancet; 394 (10212): 1940-1948. Link zum Artikel  

Middleton et al. (2019) Elexacaftor–Tezacaftor–Ivacaftor for Cystic Fibrosis with a Single Phe508del Allele. In: N Engl J Med 2019; 381:1809-1819. Link zum Artikel

Die Inhalte auf dieser Seite wurden zuerst im März 2020 erstellt. 

Zuletzt aktualisiert: 25.03.2020
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