Forschungsprojekt CFTR Kanal Martin

Erforschung des Chloridkanals TMEM16A

Obwohl es ihr die Mukoviszidose nicht immer leicht macht, ist Anna ein positiver, optimistischer Mensch.

Prof. Dr. Ulrich Martin von der Medizinischen Hochschule Hannover beschäftigt sich mit der Frage, ob ein anderer Chloridkanal (TMEM16A) die Rolle des defekten CFTR-Chloridkanals übernehmen und so der gestörte Salztransport wiederhergestellt werden könnte. Doch bis heute weiß man nicht genau, welche Funktion der TMEM16A-Chloridkanal tatsächlich hat. Ein hoffnungsvolles Projekt, mit dem vielleicht vielen Betroffenen wie Anna geholfen werden kann.


Ein vielversprechender Forschungs-Ansatz

Ursprünglich nahm man an, dass dieser alternative Kanal den CFTR-Defekt ausgleichen könne, wenn er aktiviert wird. Doch auch eine Hemmung könnte sinnvoll sein, da Wissenschaftler aktuell diskutieren, ob der TMEM16A-Kanal die Beschaffenheit des Schleims in der Lunge reguliert. Genau dieser Frage möchte Professor Martin also im neuen Forschungsprojekt nachgehen: Muss der Kanal aktiviert oder gehemmt werden, um die Bildung des zähen Schleims in der Lunge zu verhindern? Je nachdem, wie die Frage nach Abschluss der rund 36 Monate laufenden Untersuchung beantwortet wird, könnte das Ergebnis zu einem neuen therapeutischen Ansatz führen, der vollkommen unabhängig davon wäre, welche Art der CFTR-Mutation vorliegt.

Der Mukoviszidose e.V. hatte bereits in der Vergangenheit ein Projekt von Professor Martin gefördert, dessen Ergebnisse nun die notwendigen Werkzeuge für das aktuelle Forschungsvorhaben liefern. Professor Martin hatte eine Methode entwickelt, um aus Blut- oder Hautzellen von Patienten eine Art Stammzellen zu machen (induzierte pluripotente Stammzellen/iPS-Zellen). Diese können im Labor relativ einfach genetisch verändert werden und dann in Lungenzellen differenziert werden. Unter Verwendung dieser iPS-Zellen von Mukoviszidose-Patienten soll die Rolle des TMEM16A-Kanals in dem nun geförderten Projekt systematisch untersucht werden.

Forscher mit Petrischale.

Foto: Alexander Raths - Fotolia

Ich setzte große Hoffnungen in die Mukoviszidose-Forschung und auf neue Therapieverfahren. Denn die Forschung ist ein wichtiger Bestandteil, um die Krankheit eines Tages besiegbar zu machen. Das macht mir Hoffnung für die Zukunft. Und die gebe ich niemals auf.

Anna, 21, Mukoviszidose-Betroffene

Anna 21, Mukoviszidose-Betroffene
Zuletzt aktualisiert: 04.11.2019