Forschungsprojekt Entzündungen der Lunge

Forschungsprojekt geht entzündlichen Prozessen auf den Grund

Dustin muss seit seiner Transplantation häufiger einen Mundschutz tragen, um sich vor Infektionen zu schützen.

Mukoviszidose-Betroffene wie Dustin leiden häufig an einer Überreaktion des Immunsystems und infolgedessen an chronischen Entzündungen, insbesondere der Lunge. Diese sind bis heute nicht effektiv therapierbar. Der Mukoviszidose e.V. unterstützt ein Forschungsprojekt, das den Ursprüngen dieser entzündlichen Prozesse auf die Spur kommen will.


Ein neuer Forschungs-Ansatz

Die Idee der vom Mukoviszidose e.V. mitfinanzierten Studie ist es, herauszufinden, ob eine Mukoviszidose-bedingte veränderte Lebenszeit der weißen Blutkörperchen (Neutrophilen) Einfluss haben kann auf die Immunreaktion der Betroffenen. Finden die Forscher heraus, dass sich die Lebenszeit der Neutrophilen bei gesunden Menschen und Patienten unterscheidet, dann wäre es eine erste Erklärung für die bei Mukoviszidose so typischen Überreaktionen des Immunsystems. Dies ist insbesondere wichtig, wenn man die immer noch ungeklärte Frage beantworten möchte, was zuerst da ist: die bakterielle Infektion und danach eine Überreaktion des Immunsystems? Oder ein Mukoviszidose-bedingtes fehlerhaftes Immunsystem, das wiederum eine bakterielle Infektion begünstigt? Sind die Forscher aus Tübingen und Utrecht erfolgreich, ist dies ein wichtiger Ansatz bei der Behandlung von Infektionen bei Mukoviszidose.

Insbesondere, so die Hoffnung der Forscher, würden so chronische Entzündungen der Lunge eines Tages besser behandelbar und einige Betroffene vor dem schweren Schicksal einer Lungentransplantation gerettet werden. Denn für viele Betroffene ist die Lungentransplantation die letzte Chance. So war es auch bei Dustin.


Die Lungentransplantation rettete Dustins Leben

Glücklicherweise befand sich Dustin zu einem Routineaufenthalt an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), eine der renommiertesten Kliniken für Organtransplantationen, als er und seine Familie gegen 23.00 Uhr die rettende, aber auch erschreckende Nachricht erhielten: Die Klinik hatte passende Spenderorgane gefunden.

Sein Großvater, der zu dieser Zeit in unserem Haus Schutzengel in Hannover wohnte, war an diesem Abend als Erster bei Dustin.

Als ich in Dustins Zimmer trat, hatte er Tränen in den Augen. Es war eine Mischung aus Angst und Freude. Ich war froh, dass ich so schnell bei ihm sein und ihm Mut machen konnte. Ich war so stolz auf ihn, denn er war unheimlich tapfer.

 

Dustins Großvater

Der hoch komplizierte Eingriff begann um 3.00 Uhr in der Nacht und endete erst um 16.00 Uhr am nächsten Tag. Als der leitende Chirurg danach lächelnd auf die wartende Familie zukam, waren alle erst einmal sehr er leichtert. Mutter, Großvater und Großmutter lagen sich in den Armen, als sie hörten, dass die Operation gut verlaufen war. Der erste Eingriff dieser Art, bei dem gleichzeitig Lunge und Leber bei einem Kind transplantiert wurden. Was für ein schöner Tag für Dustin und seine Familie! Dustin hatte eine zweite Chance bekommen.

Als wir Dustin bei seinem Großvater besuchten, begrüßte uns ein hübscher, sehr netter und aufgeweckter junger Mann. Der schwere Eingriff war ihm kaum anzusehen. Doch als Dustin sein Shirt nach oben zog und seine Operationsnarben zeigte, realisierte man schnell, was er durchmachen musste.


Nach der Transplantation

Sein Großvater war während der schweren Transplantationszeit immer an Dustins Seite.

Die Tage und Wochen nach der Operation war immer jemand von der Familie bei Dustin in der MHH. Seine Mutter und Großeltern wohnten abwechselnd im Haus Schutzengel des Mukoviszidose e.V. direkt neben der Klinik Dass die Familie immer in seiner Nähe war, gab Dustin Ruhe und Kraft, um die Strapazen der OP zu überstehen.

Ihm geht es heute den Umständen entsprechend gut. Dass er immer noch viele Medikamente nehmen, inhalieren, Gymnastik machen und ständig zu Folgeuntersuchungen gehen muss, ist ein notwendiges Übel. Doch am Wichtigsten ist, dass sein Körper die Organe angenommen hat. Der Junge kann wieder frei atmen und sich endlich wieder ohne Atemgerät bewegen. Er erhält schon bald wieder Privatunterricht und plant eine möglichst schnelle Rückkehr in die Schule. Denn Dustin hat ein großes Ziel: Der kreative junge Mann möchte eine Ausbildung zum technischen Zeichner machen.

Es ist das Ziel des Mukoviszidose e.V., so viele Menschen wie möglich vor dieser so belastenden und schweren Operation zu bewahren. Aus diesem Grund bitten wir Sie:

 

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Zuletzt aktualisiert: 17.10.2017