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Neues aus der Forschung: Antimikrobielle Empfindlichkeitstests (AST) und assoziierte klinische Auswirkung bei Menschen mit Mukoviszidose: ein systematisches Review

Die europäische CF-Gesellschaft ECFS veröffentlicht monatlich die wichtigsten News aus der Fachzeitschrift "Journal of Cystic Fibrosis" (JCF). Die Artikel sind auf die wichtigsten Fragen fokussiert und werden in verständlicher (englischer) Sprache dargestellt. Wir stellen Ihnen hier eine Übersetzung der News zur Verfügung.

ANTIMICROBIAL SUSCEPTIBILITY TESTING (AST) AND ASSOCIATED CLINICAL OUTCOMES IN INDIVIDUALS WITH CYSTIC FIBROSIS: A SYSTEMATIC REVIEW 

Autoren

Ranjani Somayaji (1), Michael D. Parkins (2), Anand Shah (3,4), Stacey L. Martiniano (5), Michael M. Tunney (6), Jennifer S. Kahle (7), Valerie J. Waters (8), J. Stuart Elborn (4), Scott C. Bell (9), Patrick A. Flume (10), Donald R. VanDevanter (11), on behalf of the Antimicrobial Resistance in Cystic Fibrosis International Working Group

(1) University of Washington, Seattle, WA, USA
(2) University of Calgary, Calgary, AB, Canada
(3) Royal Brompton and Harefield NHS Foundation Trust , London, United Kingdom
(4) Imperial College London, United Kingdom
(5) University of Colorado School of Medicine, Aurora, CO, USA
(6) Queens’ University, Belfast, United Kingdom
(7) University of San Diego, San Diego, CA, USA
(8) Hospital for Sick Children, Toronto, ON, Canada
(9) The Prince Charles Hospital and QIMR Berghofer Medical Research Institute, Brisbane QLD, Australia
(10) Medical University of South Carolina, Charleston, SC, USA
(11) Case Western Reserve University School of Medicine, Cleveland OH, USA

Was war Ihre wissenschaftliche Fragestellung?

Können wir voraussagen, wie gut Menschen mit Mukoviszidose (cystische Fibrose, CF) auf eine Antibiotika-Behandlung reagieren, wenn wir wissen, wie ihre Bakterien im Labor auf die Behandlung reagieren? Wenn wir versuchen, das herauszufinden, macht die Art, wie wir ihre Bakterien im Labor untersuchen, dabei etwas aus? 

Warum ist das wichtig?

Bei CF untersuchen wir, wie verschiedene Antibiotika Bakterien von Lungeninfektionen im Labor abtöten, um den Ärzten bei der individuellen Auswahl der Antibiotika-Behandlung zu helfen. Die durchgeführten Tests sind teuer und es dauert Tage, bis man Ergebnisse erhält. Es gibt verschiedene Wege, um zu untersuchen, wie Antibiotika das Wachstum von Bakterien im Labor beeinflussen, aber es ist unklar ob der eine Test besser ist als ein anderer. Außerdem gibt es Gründe, warum die Labortests den Ärzten möglicherweise bei der Behandlung komplizierter CF-Lungeninfektionen weniger helfen als bei anderen bakteriellen Infektionen. Wenn die Antibiotika-Labortests keine hilfreiche Information über die CF-Lungeninfektion geben, wäre es eine Verschwendung von Zeit und Geld und würde Ärzte dazu veranlassen, Antibiotika zu verwenden, die sie normalerweise nicht gewählt hätten, was für den CF-Patienten möglicherweise nicht immer gut ist. 

Wie sind Sie vorgegangen? 

Wir haben medizinische und wissenschaftliche Publikationen sorgfältig durchgesehen, um alle Studien zu finden, die zeigen, wie Menschen mit CF auf Antibiotika-Therapien reagierten und wie die von ihren Infektionen entnommenen Bakterien auf diese Antibiotika im Labor reagiert hatten. Dann schauten wir nach, wie oft die Ergebnisse aus dem Labor mit dem übereinstimmten, was mit den CF-Patienten passierte, wenn sie behandelt wurden. Wir sammelten diese Ergebnisse von allen Studien, die wir finden konnten, und verglichen sie miteinander.

Was haben Sie herausgefunden?

Wir fanden 20 Studien, in denen ausreichend Information enthalten war, um zu erkennen, wie die Laborergebnisse im Vergleich zu den Behandlungsergebnissen der Patienten aussahen. In den meisten, aber nicht allen der Studien, wurde Pseudomonas aeruginosa untersucht. Von den 20 Studien legten nur drei nahe, dass die Laborergebnisse mit den Reaktionen der Patienten auf die Antibiotika-Therapie übereingestimmt haben könnten, aber die Übereinstimmung war nicht sehr gut. In den anderen 17 Studien gab es keine Verbindung.  

Was bedeutet das, und warum muss man bei der Bewertung der Ergebnisse vorsichtig sein?

Unsere Ergebnisse zeigen, dass die Art, wie wir heutzutage Bakterien aus der CF-Lunge im Labor untersuchen, uns wahrscheinlich nicht helfen, die beste Antibiotika-Therapie für CF-Patienten auszuwählen. Es könnte Situationen geben, wo die Ergebnisse aus dem Labor die Ärzte dazu verleiten, Antibiotika einzusetzen, die schwerere Nebenwirkungen für den Patienten haben oder teurer sind. Da die Labortests teuer sind und Zeit brauchen bis zum Ergebnis, sollte man sich vielleicht nicht allzu sehr auf ihre Ergebnisse stützen, wenn man die Antibiotika-Therapie wählt. Wir müssen vorsichtig sein, diese Schlussfolgerungen zu ziehen, weil so wenige Studien zu dem Thema veröffentlicht wurden. 

Wie geht es weiter?

Wir brauchen mehr Information darüber, in welchem Verhältnis Labor-Untersuchungen zu der individuellen Patienten-Reaktion auf die Antibiotika-Therapie stehen. Es ist unwahrscheinlich, dass man Studien durchführen wird, um diese Frage zu beantworten, aber es gibt eine Menge Informationen in den Patientenakten der CF-Zentren, die man sich anschauen kann.  

Quellen

Übersetzung von Dr. Uta Düesberg, 18.07.2019