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Neues aus der Forschung: Vergleich zwischen Maske und Mundstück für die Messung des Multiple Breath Washout

Die europäische CF-Gesellschaft ECFS veröffentlicht monatlich die wichtigsten News aus der Fachzeitschrift "Journal of Cystic Fibrosis" (JCF). Die Artikel sind auf die wichtigsten Fragen fokussiert und werden in verständlicher (englischer) Sprache dargestellt. Wir stellen Ihnen hier eine Übersetzung der News zur Verfügung.

COMPARISON OF FACEMASK AND MOUTHPIECE INTERFACES FOR MULTIPLE BREATH WASHOUT MEASUREMENTS

Autoren:
Paul D Robinson1,2, Sooky Lum3, Courtney Moore4, Kate M Hardaker1,2, Nick Benseler4, Paul Aurora3,5, Peter Cooper1, Dominic Fitzgerald1,2, Renee Jensen5,6, Reginald McDonald5, Hiran Selvadurai1,2, Felix Ratjen5,6, Sanja Stanojevic5,6.

1 Department of Respiratory Medicine, The Children's Hospital at Westmead, Westmead, Australia
2 Discipine of Paediatrics and Child Health, University of Sydney, Westmead, Australia
3 Respiratory, Critical Care & Anaesthesia section, UCL, Institute of Child Health, London, United Kingdom
4 Division of Respiratory Medicine, Hospital for Sick Children, Toronto, Canada 5Great Ormond Street Hospital for Children NHS Foundation Trust, London, United Kingdom
6 Physiology and Experimental Medicine, Research Institute, Hospital for Sick Children, Toronto Canada

Was war Ihre wissenschaftliche Fragestellung?

Wir wollten herausfinden, wie es sich auswirkt, wenn man bei kleinen Kindern (zwei bis sechs Jahre alt) bei der Multiple Breath Washout – Messung zwischen Maske und Mundstück wechselt. Speziell fragten wir, wie dadurch die Fähigkeit zur Durchführung des Tests beeinflusst wird, wie sich der Wechsel auf die Stabilität der Atmung auswirkt (also: wie entspannt die Atmung ist) und wie dadurch die Ergebnisse beeinflusst werden (z.B. der Lung Clearance Index, LCI).

Warum ist das wichtig?

Der Multiple Breath Washout Test (MBW) ist sehr nützlich, weil man damit die ersten Anzeichen einer veränderten Lungenfunktion bei Kindern mit Mukoviszidose finden kann. Es gibt zwei Möglichkeiten, die Kinder mit der Messapparatur zu verbinden: (1) Gesichtsmaske mit Dichtungsmasse, womit die Dichtigkeit verbessert wird und die Menge an Luft zwischen Maske und Gesicht verringert wird, oder (2) ein Set aus Mundstück und Nasenklemme. Ein großer Vorteil der Maske ist, dass sie das Kind nicht so stark ablenkt, während für das Mundstück spricht, dass es auch von größeren Kindern genutzt wird und damit eine größere Kontinuität und Konsistenz in den MBW-Resultaten über einen längeren Zeitraum ermöglicht wird. Bei der Entscheidung, welche der beiden Möglichkeiten angewendet wird, muss man möglichst genau wissen, wo jeweils die Vor- und Nachteile liegen. Auch muss man wissen, wie sich diese Entscheidung auf die Ergebnisse auswirkt. Bisher sind Gesichtsmaske und Mundstück mit Nasenklemme noch nie direkt miteinander verglichen worden.

Wie sind Sie vorgegangen?

Zunächst verglichen wir die beiden Möglichkeiten bei Erwachsenen. Damit konnten wir mögliche Ursachen für Unterschiede ermitteln. Eine Frage war z.B., ob es zu unterschiedlichen Ergebnissen führt, wenn man ausschließlich durch die Nase atmet, was bei der Maske möglich ist, nicht aber beim Mundstück. Außerdem testeten wir Vorschulkinder mit beiden Techniken, um die beiden folgenden Fragen zur Qualität der Messergebnisse beantworten zu können: Wie entspannt waren die Kinder jeweils während des MBW (entspannter = stabileres Atemmuster), und sind die Resultate bei Wiederholung vergleichbar, wenn man MBW-Tests mit Maske oder mit Mundstück durchführt?

Was haben Sie herausgefunden?

Bei Erwachsenen führt die Benutzung der Maske statt des Mundstücks zu einem höheren LCI-Wert, was eine ungleichmäßigere Verteilung des Luftstroms bedeutet. Das könnte zum Teil daran liegen, dass durch die Nase geatmet wurde. Bei den Vorschulkindern konnte man einen solchen Unterschied nicht feststellen. Wahrscheinlich ist Nasenatmung während des Tests in dieser Altersgruppe nicht von Bedeutung. Allerdings führte die Nutzung der Maske zu einem besseren Erfolg bei der Durchführung des Tests und die Atmung war dabei entspannter und stabiler. Deshalb stimmten die Ergebnisse von wiederholten Tests bei Nutzung der Maske besser überein. Dieser positive Effekt war besonders ausgeprägt bei Kindern, die jünger als vier Jahre alt sind.

Was bedeutet das, und warum muss man bei der Bewertung der Ergebnisse vorsichtig sein?

Unsere Ergebnisse zeigen, dass es bei Vorschulkindern besser ist, die Maske zu benutzen, vor allem bei Kindern unter vier Jahren. Der beste Zeitpunkt, um von der Maske zum Mundstück zu wechseln, scheint bei dem Alter von sechs Jahren zu liegen, weil in diesem Alter die Erfolgsquote mit Mundstück auf über 80% steigt. Eine wichtige Einschränkung in dieser Studie ist, dass die Kinder nur unmittelbar vor dem Test den Umgang mit dem Mundstück üben konnten. Das könnte einen Einfluss auf die Genauigkeit der MBW-Messungen gehabt haben. Es wurde nicht untersucht, welche Auswirkungen eine längere Trainingsphase mit dem Mundstück haben könnte.

Wie geht es weiter?

Die Ergebnisse machen deutlich, dass die Nutzung der Maske bei kleinen Kindern von Vorteil ist. Ein sinnvolles Alter für den Wechsel zum Mundstück kann empfohlen werden. Zukünftige Studien sollten Wege untersuchen, wie man die Erfolgsquote bei Nutzung des Mundstücks erhöhen kann und wie eine optimale Trainingsstrategie gestaltet sein müsste, um negative Auswirkungen beim Übergang von Maske zu Mundstück zu minimieren.

Übersetzung von Wilhelm Bremer, 28.02.2018