Preisträger

Adolf-Windorfer-Preise der vergangenen Jahre

Der Mukoviszidose e.V. vergibt den Adolf-Windorfer-Preis seit 1987. Auf dieser Seite finden Sie eine Übersicht der Preisträger der letzten Jahre.


Adolf-Windorfer-Preisträgerin 2018 leistet wichtige Arbeit zur Verbesserung der Lungendiagnostik bei jungen Kindern mit CF

Im Rahmen der Jahrestagung des Mukoviszidose e.V. 2018 wurde Dr. Mirjam Stahl, aus der Arbeitsgruppe von Professor Dr. Marcus Mall der Adolf-Windorfer-Preis 2018 verliehen.

Die Arbeit, die nun mit der Verleihung des Adolf-Windorfer- Preis gekrönt wurde, begann 2015, als sich die junge Ärztin aus der CF-Ambulanz der Universitätsklinik in Heidelberg erfolgreich um die Nachwuchsförderung des Mukoviszidose e.V. bewarb. Die damit verbundene finanzielle Unterstützung des Mukoviszidose e.V. nutzte Dr. Stahl, um eine klinische Studie zu planen und durchzuführen. In dieser Studie untersuchte sie zwei verschiedene Methoden der Lungendiagnostik, um herauszufinden, ob diese Methoden geeignet sind, sehr frühe Veränderungen in der Lunge von CF-Patienten sichtbar zu machen. 

Gerade bei Säuglingen und Kindern im Vorschulalter ist eine Messung der FEV1 durch Spirometrie noch nicht (immer) möglich bzw. die Ergebnisse sind unauffällig, obwohl in bildgebenden Verfahren bereits krankhafte Veränderungen in der Lunge sichtbar sind. In den letzten Jahren wurde gezeigt, dass der Lung Clearance Index (LCI, der LCI Wert wird bestimmt, indem die Atemzüge gezählt werden, die benötigt werden, um ein zuvor eingeatmetes Gas wieder vollständig auszuatmen)  und das Thorax-MRT in der Lage sind, frühe Veränderungen der CF-Lungenerkrankung zu erkennen. Bislang wurden diese Methoden jedoch nicht systematisch verglichen, sodass ihre Beziehung zueinander unklar ist. Aus diesem Grund hat Dr. Stahl in einem Querschnittansatz untersucht, ob es einen Zusammenhang zwischen dem LCI und Auffälligkeiten im MRT der Lunge gibt. Sie untersuchte außerdem ob diese Verfahren geeignet sind, das Ansprechen auf eine antibiotische Therapie zur Behandlung einer Infektion der Lunge sichtbar zu machen. 

Die Ergebnisse diese Studie wurden in der mit dem Windorfer-Preis geehrten Arbeit veröffentlicht: Dr. Stahl konnte in ihrer klinischen Untersuchung zeigen, dass bei 96 Kindern mit CF jeden Alters die Veränderungen im MRT mit der Höhe des LCI (je höher der LCI-Wert, desto auffälliger) korrelieren. Außerdem war es möglich, sowohl mit dem LCI als auch mit dem Lungen-MRT Kinder mit milderer CF-Lungenerkrankung (kein chronischer Pseudomonas aeruginosa-Nachweis; normale Lungenfunktion) von solchen mit schwererer Lungenbeteiligung zu unterscheiden. Außerdem gelang es sowohl mit dem LCI als auch mit dem MRT, frühe Veränderungen in der Lunge zu erfassen und auch das Ansprechen auf eine antibiotische Therapie zu detektieren. 

Die Ergebnisse von Dr. Stahl sprechen also dafür, dass sowohl der LCI als auch das Lungen-MRT nützliche Messmethoden für die klinische Beurteilung der Lunge von jungen CF-Patienten und auch für klinische Studien verwendbar sind.

Adolf-Windorfer-Preisträgerin 2017 erforscht das Mikrobiom der Lunge von CF-Patienten

Im Rahmen der Jahrestagung des Mukoviszidose e.V. 2017 wurde Dr. Patricia Morán-Losada aus der Arbeitsgruppe von Professor Dr. Burkhard Tümmler, Medizinische Hochschule Hannover, der Adolf-Windorfer-Preis 2017 verliehen. 

In ihrer Doktorarbeit untersuchte Dr. Morán-Losada Sputumproben von Mukoviszidose-Patienten verschiedener Altersstufen und mit unterschiedlichen Schweregraden der Erkrankung systematisch. Sie wendete erstmalig eine Kultur-unabhängige Methode, die „Metagenomanalyse", an. Dafür wurde das gesamte in der Probe vorhandene Erbmaterial (DNS) sequenziert. Anhand dieser DNS-Spuren, konnte Dr. Morán-Losada Rückschlüsse auf Bakterien, Viren und Pilze in den jeweiligen Sputumproben der Patienten ziehen. Das Ergebnis der Arbeitsgruppe: Im Verlauf der Erkrankung nimmt die Vielfältigkeit des Mikrobioms ab. Bei jungen Patienten und Patienten mit mildem Verlauf sind im Sputum oft viele verschiedene und meist nicht-krankmachende Bakterien zu finden. Mit zunehmendem Alter und bei schwereren Verläufen findet ein Wechsel im Mikrobiom der Lunge statt, so dass sich in vielen Fällen Pseudomonas aeruginosa als Hauptkeim durchsetzt und die vielfältige nicht-krankmachende Bakteriengemeinschaft der Lunge zurückdrängt. Antibiotische Therapien sollten versuchen, die ursprüngliche Vielfältigkeit der Bakteriengemeinschaft möglichst lange zu erhalten. Da Sequenzierungen immer günstiger werden, ist es zukünftig vielleicht möglich, die Kultur-unabhängige Diagnostik mittels Sequenzierung bei Bedarf in die mikrobielle Diagnostik bei Mukoviszidose einzubeziehen. Eine genauere Diagnostik könnte helfen, die antibiotische Therapie individueller, d. h. besser auf den einzelnen Patienten ausgerichtet, durchzuführen.

Das Projekt war ein Teilprojekt eines vom Mukoviszidose e.V. geförderten Kooperationsprojekts (Projektnummer 1206: Entwicklung von kulturunabhängigen Methoden in der CF-Diagnostik).

  • 2016 PD Dr. Olaf Sommerburg; Heidelberg: Comparison of different IRT-PAP protocols to Screen newborns for cystic fibrosis in three central European Population
  • 2015 Dr. Martina Gentzsch, Chapel Hill, USA: Potentiator Ivacaftor Abrogates Pharmacological Correction of ΔF508 CFTR in Cystic Fibrosis
  • 2014 Prof. Dr. Matthias Griese, München: Inhalation treatment with glutathione in patients with cystic fibrosis. A randomized clinical Trial
  • 2013 PD Dr. Frauke Stanke, Hannover: Genes that determine immunology and Inflammation modify the Basic defect of impaired ion conductance in cystic fibrosis epithelia
  • 2011 Dr. Zhe Zhou, Heidelberg: Untersuchungen zur Wirksamkeit von Amilorid bei Lungenerkrankungen in Mäusen
  • 2009 Dr. Folke-Ute Freudenberg, München: Molekulare Charakterisierung der CF-Lebererkrankung am Mausmodell
  • 2007 Dr. Hartmut Grasemann, Toronto: Erhöhte Arginaseaktivität und Arginin-Defizienz bei Patienten mit Cystischer Fibrose
  • 2005 Dr. Christoph Randak, Iowa: Regulation der Chloridkanalaktivität von CFTR
  • 2005 Dr. Manfred Ballmann, Hannover, Prof. Matthias Griese, München, Prof. Karl Paul, Berlin, Prof. Felix Ratjen, Essen, Dr. Ernst Rietschel, Köln: Summary of the 1004/5 BEAT study results
  • 2003 Dr. med. Dieter Worlitzsch, Ph. D. Robert Tarran, und Dr. rer. nat. Martina Ulrich: Effects of reduced mucus oxygen concentration in airway Pseudomonas infections of cystic fibrisis patientes”
  • 2001 Dr. rer. nat. Heike Grassmé, Tübingen: Wirtsabwehr gegen Pseudomonas aeruginosa und Dr. Nanette Kälin, Amsterdam: Molekulare Pathogenese der Mukoviszidose
  • 1999 Dr. med. Robert Bals, München: Antimikrobielle Peptide des Respirationstraktes
  • 1997 Dr. Marcus Mall und Prof. Karl Kunzelmann, Freiburg: Zellphysiologie bei Mukoviszidose
  • 1995 Prof. Dr. Adolf Bauernfeind, München: Forschungsarbeit zur Stammtypisierung von Burkholderia Cepacia
  • 1990 PD Dr. Dieter Köhler, Schmallenberg: Untersuchung über die Amilorid-Wirkung und Hustenclearance bei Cystischer Fibrose
  • 1987 Prof. Dr. Jörg Schmidtke: Linkage Relationships and Allelic Associations of the Cystic fibrosis Locus and four Marker Loci

Hinweis: Namen, Titel und Orte zum Zeitpunkt der Preisverleihung angegeben

Zuletzt aktualisiert: 03.07.2018