FAQs zum Coronavirus (Sars-CoV-2)

FAQs zum Coronavirus und Mukoviszidose

Aufgrund der aktuellen Situation erreichen uns immer mehr Fragen zum Thema Coronavirus und Mukoviszidose. Auf dieser Seite haben wir die häufigsten Fragen und Antworten für Sie zusammengefasst. Da sich die Situation momentan ständig ändern, bitten wir Sie auch, sich über die aktuelle Situation beim Robert Koch-Institut oder der BZgA zu informieren. Aktualisiert am 18. September 2020.


Inhalt

Informationen zu COVID-19

Frage zu Hygieneempfehlungen

Fragen zur Therapie / Versorgung / Impfung

Fragen von Behandlern

Fragen zu Auswirkungen auf das Privatleben

Fragen zu den Auswirkungen auf das Arbeitsleben

Fragen zum Vereinsleben

Telefonische Beratung

Der Mukoviszidose e. V.  berät auch telefonisch zum Thema Coronavirus und Mukoviszidose. Sie erreichen uns innerhalb der Geschäftszeiten unter der Telefonnummer 0228/98780-0.

COVID-19 und Mukoviszidose

Im Deutschen Mukoviszidose-Register werden COVID-19-Fälle bei Mukoviszidose-Patienten gesammelt. Die Daten haben wir auf unserer Internetseite veröffentlicht:

Auswertung für Patienten und Angehörige

Erste Registerauswertungen deuten darauf hin, dass COVID-19-Erkrankungen bei Menschen mit Mukoviszidose seltener sind und nicht so häufig zu den erwarteten schweren Verläufen führen. Woran das liegen könnte, und welche Aspekte Wissenschaftler diesbezüglich künftig untersuchen, lesen Sie in unserer Newsmeldung.

Psychosoziales Beratungs- und Unterstützungsangebot in der Corona-Krise

Um Mukoviszidose-Betroffene und ihre Angehörigen in der Zeit der Isolation durch die Corona-Krise zu unterstützen, hat der Mukoviszidose e.V. ein neues Beratungsangebot ins Leben gerufen. Möglich sind telefonische Einzelberatungen oder Gruppentreffen im Netz. 

Weitere Informationen und Beratungszeiten


Informationen zu COVID-19

Was sind eigentlich die Hauptsymptome von COVID-19?

In den meisten Fällen traten bei Patienten mit Covid-19 Fieber und trockener Husten auf. Im Steckbrief zur Krankheit auf der Seite des Robert Koch-Instituts ist eine Infografik dazu zu finden. Zum Steckbrief 

Außer Husten und Fieber sind mittlerweile aber noch viele andere Symptome beschrieben. Was außer den genannten Hauptsymptomen noch alles im Körper passieren kann nach einer Infektion mit SARS-CoV-2, haben wir in einer ausführlichen Newsmeldung zusammengetragen.

Stand: 28.5.2020

Wie steckt man sich an?

Die häufigste Art der Ansteckung ist die Tröpfcheninfektion, d. h. über Viren, die durch Husten und Niesen, aber auch Sprechen als Aerosole in die Umgebung abgegeben werden. Die in der Luft befindlichen Viren können so durch Einatmung in den Nasen-Rachenraum und auch in die Lunge gelangen. Dort können die Viren in die Zellen eindringen und sich vermehren und die Beschwerden/Symptome verursachen. In der Regel dauert die Inkubationszeit, d. h. die Zeit von der Ansteckung bis zum Auftreten von Symptomen 5-6 Tage, manchmal geht es auch schneller oder dauert länger. Diese Schwankung der Inkubationszeit wird mit 2 bis 14 Tagen angegeben. In der Regel beginnt die Vermehrung der Viren bereits im Rachenraum, so dass zunächst leichte Halsschmerzen auftreten. Die Experten vermuten, dass dadurch gerade zu Beginn der Erkrankung die Viren leicht als Aerosol ausgeatmet werden und die Übertragbarkeit der Viren von Mensch zu Mensch so groß ist. Es kann nicht eindeutig für jeden gesagt werden, ab wann eine mit dem Virus infizierte Person ansteckend ist. Hauptsächlich in der Zeit, in der sich die Viren massiv vermehren und vermutlich schon bis zu 4 Tagen vor Auftreten von Symptomen – mit höchster Infektiosität einen Tag vor Auftreten von Symptomen.  Es gibt keine genauen Angaben dazu, ab wann mit dem Virus infizierte Personen ansteckend sind. Hauptsächlich in der Zeit, in der sich die Viren massiv vermehren, aber vermutlich schon 1 bis 3 Tage vor Auftraten von Symptomen. Damit kann das Virus übertragen werden, obwohl der Infizierte noch nichts von seiner Ansteckung mit SARS-CoV-2 spürt. Hinzu kommt, dass bei manchen Personen gar keine Symptome auftreten, sie die Viren aber eine Zeit lang übertragen können. Ebenfalls nicht eindeutig zu beantworten ist die Frage, wie lange infizierte Personen das Virus weitergeben können. Das Robert Koch Institut berichtet in dem Steckbrief zu SARS-CoV-2 rund 5 bis 7 Tage nach Symptombeginn, aber eine eindeutige Aussage zur Infektiositätsdauer ist aufgrund fehlender Daten noch nicht möglich. 

Das Tragen eines einfachen Mundschutzes kann das Risiko verringern, dass mit SARS-CoV-2 infizierte Personen Viren in die Umgebung abgeben. Ein einfacher Mundschutz ist hingegen nicht geeignet, sich selber vor einer Infektion ausreichend zu schützen. Newsmeldung zum Thema Schutzmasken

In der Luft überlebt SARS-CoV-2 nur relativ kurz, nach Laboruntersuchungen geht man von ca. 2 Stunden aus. Das Risiko, sich mit dem Virus an der frischen Luft anzustecken, ist vor allem in menschenleeren Gegenden gering, in geschlossenen Räumen kann das Risiko durch häufiges Lüften verringert werden. Eine Vermehrung des Virus außerhalb von lebenden Zellen ist nicht möglich. 

Studien haben auch gezeigt, dass beim normalen Sprechen in Abhängigkeit von der Lautstärke Aerosole, die potentiell Viren übertragen könnten, freigesetzt werden und in schlecht belüfteten Räumen über Klimaanlagen verteilt werden könnten. (Quelle: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Steckbrief.html#doc13776792bodyText1) Weitere Studien haben den Schluss gezogen, dass Singen in der Gruppe zu Übertragungen geführt haben könnte, was sowohl auf Tröpfchen als auch aerogene Übertragung schließen lässt. Das RKI schreibt dazu: „Auch wenn eine abschließende Bewertung zum jetzigen Zeitpunkt schwierig ist, weisen die bisherigen Untersuchungen insgesamt darauf hin, dass SARS-CoV-2-Viren über Aerosole auch im gesellschaftlichen Umgang übertragen werden können."

Inzwischen sind vor allem die Aerosole als mögliche Übertragungswege zu nennen, die Viren in kleinerer Partikelgröße im Vergleich zu den beim Husten oder Niesen ausgestoßenen Tröpfchen (ca. 10 µm) verbreiten. Die Tröpfchen sinken relativ schnell zu Boden, so dass ein Abstand von Personen mit mind. 1.5 Metern empfohlen wird. Die ca. nur 1 µm kleinen Aerosole werden beim Atmen und Sprechen freigesetzt und schweben länger in der Luft und ermöglichen daher die Übertragung des Virus vor allem in schlecht belüfteten Räumen. Draußen werden die Aerosole schnell vom Wind zerstreut, so dass eine Infektion relativ selten sein sollte.

Neben der Ansteckung von Mensch zu Mensch über Aerosole ist die Ansteckung auch über Gegenstände und Oberflächen möglich. Aus Laboruntersuchungen gibt es Hinweise, dass SARS-CoV-2 ca. 3 bis 4 Stunden auf Papier oder Pappe überlebt und ca. 6 bis 8 Stunden auf Plastik. Wie lange das Virus in der Umwelt und nicht unter Laborbedingungen getestet wirklich überlebt, ist derzeit schwer zu sagen. Dementsprechend ist es ratsam, sich immer bewusst zu machen, was man anfasst und sich möglichst oft die Hände gründlich zu waschen (siehe Hygienemaßnahmen). Über die Hände geht das Virus nicht in den Körper über, sondern nur über Mund, Nase und wahrscheinlich auch über die Augen. Das heißt, es sollte zu Zeiten von Corona möglichst vermieden werden, mit den Händen in das Gesicht zu fassen. 

Auf der Seite des Bundesinstituts für Risikobewertung finden Sie Antworten auf Fragen zur Übertragung von SARS-CoV-2 über Lebensmittel oder Gegenstände. Die Virologen gehen allerdings derzeit davon aus, dass im normalen Lebensumfeld die meisten Übertragungen über Tröpfchen und Aerosole erfolgen und die Kontaktübertragung (Schmierinfektion) nur ca. 10% des Übertragungsgeschehens ausmachen.

Zur Seite des Bundesinstituts für Risikobewertung

Ausführliche Informationen zum Thema Übertragung von SARS-CoV-2 und zum Krankheitsverlauf bei Kindern bieten diese beiden Artikel:

Stand: 10.08.2020

Wie viele Menschen mit Mukoviszidose haben sich in Deutschland bereits mit COVID-19 infiziert?

Bisher gibt es in Deutschland und Europa glücklicherweise nur wenige dokumentierte Fälle zu COVID-19 Infektionen bei Menschen mit Mukoviszidose. Die Zahlen für Deutschland werden mithilfe des Deutschen Mukoviszidose-Registers erfasst und ermöglichen eine Darstellung des aktuellen Infektionsgeschehens. Alle Informationen zu den COVID-19/CF-Zahlen aus dem Register finden Sie auf unserer Internetseite. 

Stand: 30.07.2020

Welche Masken gibt es, wobei helfen sie und was muss beim Tragen beachtet werden? 

Durch das Tragen einer Mund-Nasenbedeckung (MNB, Alltagsmaske) kann das Übertragungsrisiko von SARS-CoV-19 vermindert werden. Das gilt in erster Linie zum Schutz der Menschen in der direkten Umgebung, nicht zum Eigenschutz und stellt einen Beitrag dazu dar, den Infektionsdruck und damit die Ausbreitungsgeschwindigkeit von COVID-19 in der Bevölkerung zu reduzieren. Dadurch können infektiöse Tröpfchen, die man z.B. beim Sprechen, Husten oder Niesen ausstößt abgefangen werden. Denn wissenschaftliche Daten zeigen, dass eine Übertragung der SARS-CoV-2-Viren bereits vor Auftreten von Symptomen stattfinden kann. 
Die Übertragung der Viren durch bereits symptomatisch erkrankte Personen kann durch eine Alltagsmaske aber nur eingeschränkt verhindert werden, da die Filterwirkung bei Hustenstößen reduziert ist. 

Alltagsmasken sind ausdrücklich nicht für den Einsatz in Krankenhäusern und in der Pflege geeignet (keine Medizinprodukte). Für medizinisches Personal sind Mund-Nasen-Schutz (MNS) und FFP2/FFP3-Masken essentiell zur Sicherstellung einer sicheren Arbeitsumgebung. 

Im Gegensatz zu den genannten MNS und FFP-Masken sind Alltagsmasken (die inzwischen in vielen Stoffvarianten und Designs überall erhältlich sind) mehrlagige Baumwollstoffe und einem MNS ähnlich. Ein hygienischer Umgang, insbesondere die Vermeidung der Berührung durch die Hände, ist besonders wichtig. Eine Übersicht über die verschiedenen Maskenarten sowie Hinweise zur Handhabung und Pflege gibt das Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) auf seiner Internetseite. Es weist ausdrücklich darauf hin, dass Abstands- und Hygieneregeln weiter eingehalten werden sollten. Nach dem Tragen sollte die Maske in einem Beutel luftdicht verschlossen aufbewahrt oder sofort gewaschen werden. Die Aufbewahrung sollte nur kurze Zeit erfolgen (Vorsicht: Schimmelbildung!). Die Masken sollten idealerweise bei 95 Grad, mindestens aber bei 60 Grad gewaschen und anschließend vollständig getrocknet werden. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat ein Merkblatt zum Tragen von MNB erstellt. Im Alltag sieht man im Umgang mit Masken viele Vorgehensweisen, daher hat sich das Ärzteblatt u.a. nochmals mit der Frage beschäftigt, wie lange eine Alltagsmaske schützt. Experten sagen, dass sie spätestens nach 3-4 Stunden Tragen gewechselt werden soll, aber schon vorher, wenn die Maske feucht wird. Ist die Maske nicht feucht geworden und nur kurzzeitig getragen worden, kann sie auch mehrfach verwendet werden.

Stand: 4.9.2020

Wie viele COVID-19 Fälle gibt es aktuell in meinem Landkreis?

Auf dem Dashboard des RKI kann man nachschauen, wie viele Coronavirus-Infektionen in jedem Bundesland, aber auch in den einzelnen Landkreisen aufgetreten sind. Die Zahlen lassen sich sowohl absolut als auch in der Zahl pro 100.000 Einwohnern ablesen. 

Zum Dashboard

Stand 27.3.2020

Gibt es bereits Erfahrungen, wie der Verlauf von COVID-19 bei CF ist?

Aufgrund der Lungenvorerkrankung gingen Experten ursprünglich davon aus, dass Patienten mit CF ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe haben. Die Daten, die bisher gesammelt wurden, zeigen allerdings nur sehr wenige schwere Verläufe der Covid-19-Erkrankung bei CF-Patienten und insgesamt geringe Fallzahlen. Daher geht man im Moment eher davon aus, dass CF-Patienten nicht pauschal eine Risikogruppe darstellen, im Einzelfall aber Risikopatienten sein können. Das individuelle Risiko muss daher immer mit dem CF-Arzt besprochen werden.  

 Im Deutschen Mukoviszidose-Register werden COVID-19-Fälle bei Mukoviszidose-Patienten gesammelt. Die Daten daraus haben wir auf unserer Internetseite veröffentlicht.

Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin hat eine Stellungnahme zur Risikoabschätzung bei Patienten mit chronischen Atemwegs- und Lungenerkrankungen im Rahmen der SARS-CoV-2-Pandemie verfasst.

Stand: 18.09.2020

Wie zuverlässig sind Antikörpertests auf das neue Coronavirus SARS-CoV-2?

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) schreibt zum Thema Antikörpertests: „Antikörpertests können bei COVID-19-typischer Symptomatik in bestimmten Fällen sinnvoll sein. Insbesondere bei milden Verläufen ist ab der zweiten Woche nach Symptomeintritt der direkte Erregernachweis mit einem PCR-Test nicht immer möglich. Eine SARS-CoV-2-Infektion kann dann indirekt durch serologische Verfahren nachgewiesen werden.“ … „Eine Testung ohne direkten zeitlichen Bezug zu einer klinischen COVID-19-Symptomatik beispielsweise zur Prüfung einer Immunität sollte nicht durchgeführt werden. Die Spezifität der Verfahren ist bei der niedrigen Prävalenz (Anmerkung der Redaktion: Prävalenz = Häufigkeit) von SARS-CoV-2-Infektionen nicht ausreichend.“ Quelle: KBV

Generell unterscheidet man bei den Antikörpertests Labor- und Schnelltests. Schnelltests kann man auch als Privatperson kaufen, es wird derzeit aber noch von ihrem Einsatz abgeraten, da sie noch nicht zuverlässig genug sind. Aber auch für die Labortests gilt, dass sie nur bei vorliegenden COVID-19 Symptomen ausreichend spezifisch sind. Für ein Screening der Bevölkerung auf Immunität sind sie nicht aussagekräftig genug. 
Für den Labortest müssen zwei Blutproben genommen werden. Dabei sollte die zweite Blutprobe nicht vor der dritten Woche nach Symptombeginn genommen werden. Das hat mit der Art der Antikörper zu tun, die man im Test misst. Es gibt Tests, die die Antikörper IgM, IgA oder IgG nachweisen. IgM sind Antikörper, die sehr schnell nach einer Infektion gebildet werden, aber nur wenige Wochen erhalten bleiben. Hier ist man auch nicht sicher, ob man von einer Immunität ausgehen kann. IgA-Antikörper sind spezifisch für Schleimhäute. IgG-Antikörper sind diejenigen, die das Immungedächtnis darstellen und im Idealfall über mehrere Jahre noch in relativ großer Zahl nachweisbar sind. Im Labortest sollten Gesamt- oder IgG-Antikörper gemessen werden. 

Bei dem Labortest wird das Blutserum der Patienten untersucht. Es erfolgt ein so genannter ELISA-Test. Dabei gibt man das Blutserum in eine Platte mit Vertiefungen, in denen Antigene (Viruspartikel, gegen die der Körper Antikörper bildet) sitzen. Sind in der Serumprobe Antikörper vorhanden, binden diese an die Antigene und es kommt zu einer Farbreaktion. Hat man im ELISA-Test Antikörper gefunden, kann man zusätzlich noch einen Neutralisationstest machen, um sicher zu gehen, dass die Antikörper auch wirklich auf das SARS-CoV-2 Virus reagieren. So kann man eine Kreuzreaktion auf andere Corona-Viren ausschließen. Dieser Test ist allerdings sehr aufwändig.  

Ein neuer Podcast des NDR erklärt genauer warum die verfügbaren Antikörpertests für einen Immunitätsnachweis von jemandem ohne Symptome wenig aussagekräftig sind. 

Zum Podcast

Der Medizinische Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen e.V. (MDS) bewertet die derzeit angebotenen COVID-19 Antikörpertests kritisch. Insbesondere würden Versicherte über die Bedeutung der Testergebnisse nicht ausreichend aufgeklärt und die Patienten könnten sich in falscher Sicherheit wiegen.

Pressemeldung des IGeL-Monitors zum Thema Antikörpertests

Stand: 1.9.2020

Ist man nach einer COVID-19-Erkrankung immun gegen eine erneute Infektion mit dem neuen Coronavirus?

Viele Experten gehen davon aus, dass man sich nach einer COVID-19-Erkrankung erst einmal nicht wieder mit dem neuen Coronavirus anstecken kann. Allerdings ist unklar, wie lange eine solche Immunität andauert. Auch wurde berichtet, dass Antikörper bereits nach wenigen Wochen nicht mehr nachweisbar waren. Aber das heißt noch nicht unbedingt, dass auch eine erneute Ansteckung möglich wäre. Viele Fragen in diesem Bereich sind noch ungeklärt. 

Einen schönen Überblick über den aktuellen Stand gibt Quarks.

Zum Quarks Artikel über Immunität nach einer Infektion mit dem Coronavirus 

Auch Spektrum hat darüber berichtet:

Zum Spektrum-Artikel

Stand: 31.7.2020

Wo finde ich qualitätsgesicherte Informationen im Netz?

Qualitätsgesicherte Informationen gibt es bspw. auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und des Robert Koch-Instituts.

Robert Koch-Institut

BZgA

Wenn Sie Ihre Umgebung auf Hygienetipps aufmerksam machen wollen, empfehlen wir Ihnen das Infomaterial der BZgA: 

Die BZgA stellt auf YouTube auch viele kurze Erklärfilme bereit, die Antworten geben auf die häufigsten Fragen in Bezug auf das Coronavirus.

Sonstiges


Frage zu Hygieneempfehlungen

Welche Hygienemaßnahmen sollte ich als CF-Betroffener besonders beachten? 

Es sind wieder viele Menschen auf den Straßen unterwegs. Hier sollte man unbedingt darauf achten, die Hygienemaßnahmen einzuhalten, stark frequentierte Orte eher zu meiden (was aber zurzeit für alle Bürger gelten sollte) und auf die Abstandsregeln zu achten. Das Virus wird vor allem durch Tröpfcheninfektion und über so genannte Aerosole übertragen. Daher ist auch regelmäßiges Lüften eine gute Möglichkeit der Risikominimierung. Draußen ist das Ansteckungsrisiko durch die ständigen Luftbewegungen um ein Vielfaches geringer als in geschlossenen Räumen, weshalb man z.B. im Restaurant die Terrasse bevorzugen sollte.  

Hier noch einmal die allgemeinen Hygienemaßnahmen für das private Umfeld (in der Klinik gelten strengere Regeln). Zudem gibt es vielerorts auch gesetzliche Vorschriften wie das Tragen von Mund-Nasen-Schutz beim Einkaufen und im ÖPNV:

  • Abstand halten: mindestens 1,5m Abstand zu anderen Personen halten! Auch Personen ohne Symptome können das neuen SARS-CoV-2 Virus verbreiten!
  • Räume regelmäßig gut lüften (Tipps zum richtigen Lüften auf DocCheck)
  • Husten- und Niesetikette einhalten (husten und niesen in die Armbeuge oder in Taschentuch, das dann sofort entsorgt wird, danach Hände waschen und sich beim Husten oder Niesen von anderen Menschen abwenden)
  •  Regelmäßiges Händewaschen (die Hände unter fließendem Wasser anfeuchten, 20-30 sec. lang gründlich einseifen, unter fließendem Wasser abspülen, gründlich abtrocknen). Regelmäßig heißt: vor dem Essen, nach der Toilette, nach Kontakt mit anderen Menschen oder Tieren, nach Kontakt mit Oberflächen/Dingen im öffentlichen Raum, die durch anderen Menschen angefasst wurden (z.B. Türklinken, Geld, Haltegriffe in Verkehrsmitteln, Treppengeländer, Aufzugknöpfe).
  • No Handshake!  Auch auf Umarmungen und anderen engen Kontakt sollte verzichtet werden.
  • Nicht mit den Händen ins Gesicht fassen, um etwaige Krankheitserreger nicht über die Schleimhäute von Augen, Nase oder Mund aufzunehmen!
  • Häufig genutzte Alltagsgegenstände wie Handys und Tablets regelmäßig reinigen bzw. desinfizieren.

    
Desinfektionsmittel zählen nicht zu den wichtigsten vom RKI genannten Schutzmaßnahmen. Wenn solche verwendet werden, reichen laut RKI zur chemischen Desinfektion Mittel mit nachgewiesener Wirksamkeit, mit dem Wirkungsbereich "begrenzt viruzid" (wirksam gegen behüllte Viren, wie dem SARS-COV-2), "begrenzt viruzid PLUS" oder "viruzid" anzuwenden. Normale Handdesinfektionsmittel auf Alkoholbasis tragen in der Regel das Prädikat „begrenzt viruzid“.
Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung (MNB) bzw. eines Mund-Nasenschutzes (MNS) sollte derzeit von allen Menschen berücksichtigt werden. Die MNB/MNS dient dazu, dass der Träger keine Viren über die Ausatemluft in die Umgebung verbreitet. Sie schützt den Träger selbst nicht davor, Viren aus der Luft einzuatmen, Tragen aber alle Personen eine MNB/MNS, reduziert sich die Anzahl von Viren in der Luft und schützt damit alle. In besonderen Situationen kann für Risikopersonen das Tragen einer FFP-Maske sinnvoll sein.

Stand: 11.08.2020


Fragen zur Therapie / Versorgung / Impfung

Was mache ich, wenn ich als CF-Patient befürchte mich angesteckt zu haben? 

Mukoviszidose-Patienten raten wir, bei Verdacht auf eine Ansteckung mit SARS-Cov-2 auf jeden Fall zunächst TELEFONISCH Kontakt mit der CF-Ambulanz aufzunehmen. Dabei ruhig schon bei ersten leichten Symptomen (Kratzen im Hals, Fieber, beim Gefühl irgendwie sind die Symptome anders als sonst) den Hörer in die Hand nehmen. Lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig abklären. Die Ambulanzärzte werden mit Ihnen besprechen, was jetzt sinnvoll und nötig ist. 

Sollte der Telefonanschluss der Ambulanz immer besetzt, oder aus irgendwelchen Gründen gerade nicht erreichbar sein, wenden Sie sich an die Hotline der Gesundheitsämter. Diese können Ihnen regional angepasst sagen, wie der Weg zur Diagnose ist. Auch die Hotline 116117 ist eine Möglichkeit, wenn man sonst niemanden erreichen kann.

Entscheidungshilfe bei Verdacht auf eine SARS-CoV-2-Infektion (PDF)

Stand: 28.5.2020

Ich habe einen Pflegegrad und werde von Angehörigen gepflegt. Gibt es wegen Corona Änderungen?

Es gibt einige Änderungen im Bereich der häuslichen Pflege, die auch für Mukoviszidose-Betroffene relevant sein können:

Pflegehilfsmittel:
Der maximal erstattungsfähige Betrag für Verbrauchshilfsmittel ist in der Zeit vom 1.4.2020 bis zum 30.9.2020 von 40 €/Monat auf 60 €/Monat angehoben worden. Wenn man Kaufbelege hat können auch rückwirkend Einkäufe ab dem 1.4.2020 abgerechnet werden.

Entlastungsbetrag:
Die Regelungen zum Entlastungsbetrag in Höhe von 125 €/Monat wurden befristet bis zum 30.9.2020 gelockert. Während in Zeiten vor der Pandemie diese Leistungen nur zweckgebunden an nach Landesrecht anerkannte Dienste gezahlt werden konnten, dürfen sie jetzt auch für Angebote verwendet werden, die nicht nach den landesrechtlichen Vorgaben anerkannt sind, gezahlt werden.

Wiederholungsbegutachtungen:
Wiederholungsbegutachtungen sind bis zum 30.9.2020 ausgesetzt.

Begutachtungen bei Erstantrag:
Begutachtungen bei Erstantrag werden derzeit nur nach Aktenlage und strukturiertem Telefoninterview durchgeführt.
Die Bearbeitungsfrist, die normalerweise 25 Arbeitstage beträgt, wird bis zum 30.9.2020 ausgesetzt.

Beratungseinsätze:
Die Beratungseinsätze in der häuslichen Umgebung, die mindestens halbjährlich stattfinden sollen, finden bis zum 30.9.2020 nicht statt. Das Pflegegeld wird bis dahin auch ohne durchgeführten Beratungseinsätze weitergezahlt. Ab dem 1.10.2020 werden sie in gewohntem Rhythmus wieder stattfinden.

Wenn Sie sich unsicher sind, ob und wie Sie von den Änderungen betroffen sind, sprechen Sie bitte Ihre Pflegekassen an.

Stand 08.06.2020

Es gibt noch keine Impfung gegen das Coronavirus: Kann die Antikörpertherapie bis dahin helfen?

An COVID-19 erkrankte, aber genesene Patienten haben noch längere Zeit nach der Gesundung Antikörper in ihrem Blut, die spezifisch in ihrem Körper zur Bekämpfung des Virus SARS-CoV-2 gebildet wurden. Diese spezifischen Antikörper führen zu einer Immunisierung, d. h. dieser Mensch ist vor weiteren Infektionen mit dem COVID-19 verursachenden SARS-CoV-2 vorerst geschützt.
Um einen  Zustand wie diese natürliche Immunisierung gezielt zu erreichen, verfolgt man verschiedene Ansätze der „aktiven Immunisierung“ (durch eine Impfung - s. hierzu auch die Frage "Wann gibt es eine Impfung gegen SARS-CoV-2?"): z. B. abgestorbene Viren, unschädliche Virenbestandteile oder genetisches Material als Bauanleitung für Virenbestandteile sollen im Körper des Menschen dazu führen, dass passende Antikörper ausgebildet werden, die bei einer Infektion mit dem echten Virus diesen sofort erkennen und bekämpfen. Eine Vermehrung des Virus würde damit verhindert und der Patient würde gar nicht oder ggf. nur leicht erkranken.

Auch wenn die Forscher mit Hochdruck daran arbeiten, eine Impfung gegen SARS-CoV-2 zu entwickeln, ist bislang noch kein Impfstoff verfügbar, so dass es derzeit nur hilft, Infektionen mit SARS-CoV-2 durch massive Kontakteinschränkungen zu verhindern.

Passive Immunisierung durch Serumtherapie oder im Labor hergestellte Antikörper

Die passive Immunisierung könnte als Übergangslösung helfen. Menschen, die eine COVID-19-Erkrankung erfolgreich bekämpft haben, könnten über Blutserum ihre Antikörper gegen SARS-CoV-2 spenden („Antikörper-Spende“). Entsprechend gereinigt und aufbereitet könnten diese gespendeten Antikörper an COVID-19 erkrankten Patienten verabreicht werden und helfen, die SARS-CoV-2-Viren zu bekämpfen. Dieses Verfahren der passiven Immunisierung durch eine Serumtherapie ist nicht neu und wurde z. B. in ähnlicher Weise erstmals 1901 von Emil Behring zur Behandlung der Diphterie eingesetzt. Auch zur Behandlung von COVID-19 liegen erste Untersuchungen aus China vor, die erfolgversprechend sind – allerdings gibt es keine systematische klinische Studie, die die klinische Wirkung eindeutig der „Antikörper-Spende“ zuschreibt. Eine solche Studie ist u. a. nun in Deutschland geplant, so dass in teilnehmenden Studienzentren einzelnen, an COVID-19 erkrankten Patienten unter Studienbedingungen eine Serumtherapie angeboten wird. In den USA ist eine Serumtherapie zur Behandlung von COVID-19-Patienten in Rücksprache mit der Zulassungsbehörde seit kurzem möglich. Klinische Erfahrungen und Studienergebnisse sind daher noch abzuwarten. Eine Serumtherapie zur Behandlung von COVID-19 ist derzeit nicht als zugelassene Therapie in Deutschland verfügbar.

Weiterführende Informationen zur Serumtherapie:

Es gibt aber noch einen weiteren Ansatz, der auf der Nutzung von Serum von genesenen Covid-19-Patienten beruht: besonders wirksame Antikörper werden im Labor identifiziert und der Bauplan (d. h. das Gen) für den Antikörper kopiert. Das Gen wird anschließend in Bakterien oder auch menschliche Zellen eingebracht, die in Zellkultur angereichert werden. Man lässt somit den Antikörper durch die entsprechenden Bakterien oder Zellen herstellen und erntet anschließend so genannte „Monoklonale Antikörper“. Von diesen Antikörpern weiß man, dass sie alle identisch, gut wirksam und in definierter Konzentration und ohne andere Serumbestandteile, wie bei der Serumtherapie, verabreicht werden können.

Zwei große klinische Studien zur Wirksamkeit von Monoklonalen Antikörpern sollen in den nächsten Monaten stattfinden, mit Ergebnissen ist im Herbst 2020 zu rechnen.

Weiterführende Information zu Monoklonalen Antikörpern bei Covid-19:

Stand: 07.08.2020

Wann gibt es eine Impfung gegen SARS-CoV-2?

Weltweit werden Impfstoffe gegen die Covid-19-Erkrankung entwickelt, aktuell sind mehr als 150 Studien gemeldet. Wann eine Impfung verfügbar sein wird, lässt sich aktuell nicht sagen. Es gibt aber bereits erste positive Meldungen über die Wirksamkeit einzelner Impfstoffe beim Menschen. Die erste Phase 3-Studie startet in England mit dem Impfstoff AZD1222 (ChAdOx1-S). Würde diese Studie erfolgreich abgeschlossen, könnte ein erster Impfstoff möglichweise bereits 2021 zur Verfügung stehen. Das Ärzteblatt berichtet über diese Studie. 

Ende Juli berichteten das Ärzteblatt und die Ärztezeitung über zwei weitere Impfstoffkandidaten, die in die Phase 3 der klinischen Prüfung eintreten: Der von der amerikanischen Firma Moderna entwickelte Impfstoffkandidat mRNA-1273 soll in den USA an 30.000 freiwilligen Probanden getestet werden. An ebenfalls 30.000 Probanden, allerdings in einer internationalen Studie, soll der Impfstoffkandidat BNT162b2 von Pfizer und BioNTech untersucht werden. Wenn alles gut läuft, soll für alle Impfstoffkandidaten noch Ende 2020 ein Zulassungsverfahren begonnen werden. 

Auf der Seite der WHO ist aufgelistet, welche Impfstoffe in welcher Phase der klinischen Prüfung sind.

Zur Seite der WHO 

Stand: 07.08.2020

Welche Therapien sind zu Covid-19 in der Pipeline? 

Wissenschaftler arbeiten zurzeit mit Hochdruck daran, Medikamente zur Behandlung von Covid-19 und einen Impfstoff gegen das Virus zu entwickeln. Mit einem Impfstoff könnten Risikopatienten und Krankenhauspersonal vor dem Virus geschützt werden. Zurzeit sind über 80 Studien zur Bekämpfung von Covid-19 in einer Datenbank registriert. Das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) stellt eine Übersicht über die deutschen Studien zur Verfügung. Remdesivir hat es bislang als einziges Medikament geschafft, zur Zulassung zu gelangen. Verschiedene Strategien und Ansätze sind nachstehend zusammengefasst. 

Ganz aktuell wurde am 21. Juli in der Ärztezeitung über inhalatives „Interferon beta“ berichtet. Interferon beta ist ein körpereigenes Eiweiß, welches an der Immunabwehr beteiligt ist. In einer klinischen Studie wurde nun in England ein inhalatives Interferon beta-Präparat bei Covid-19 Patienten im Vergleich zu einem Placebo getestet. Die Ergebnisse sind laut Ärztezeitung erfolgversprechend, eine offizielle Publikation der Studie steht allerdings noch aus. 

Stand: 06.08.2020

Die Corona-Warn-App ist da - wie funktioniert sie und was sind ihre Grenzen?

Am 16. Juni wurde die neue Corona-Warn-App offiziell vorgestellt. Sie soll helfen, Infektionsketten im Rahmen der Covid-19-Pandemie frühzeitig zu erkennen und zu durchbrechen. Grundlage ist die Technik Bluetooth-Low-Energy, die es ermöglicht, den Abstand zwischen Personen zu messen und über temporär verschlüsselte Identitäten anonym Kontakte von anderen App-Nutzern lokal auf dem Smartphone zu speichern. Wird einer der App-Nutzer positiv auf Covid-19 getestet, bekommt er vom Gesundheitsamt einen QR-Code/eine TAN, die er in der App eingeben kann. Erst dann werden alle anderen App-Nutzer, deren Smartphones den anonymen Kontakt der infizierten Person nach einer Begegnung gespeichert haben, über ein erhöhtes Ansteckungsrisiko informiert und können darauf reagieren, indem sie zum Arzt gehen und sich auch testen lassen.

In dieser automatisierten Nachverfolgung von Kontaktketten liegt die größte Chance der App: Bislang sind die Gesundheitsämter ausschließlich auf das Gedächtnis und die Auskunftsbereitschaft von Infizierten angewiesen – eine vollständige Auflistung aller Kontakte ist oft gar nicht möglich. Durch die technische Unterstützung kann dieser Prozess schneller und präziser ablaufen. Voraussetzung dafür ist, dass möglichst viele Menschen die App herunterladen und im Falle eines positiven Tests auf Sars-CoV-2 dann auch den QR-Code/die TAN des Gesundheitsamts eingeben - denn dies ist nicht verpflichtend.

Obwohl die App helfen kann, den Weg aus der Corona-Krise zurück in die Normalität zu erleichtern, hat sie ihre Grenzen: Sie ist keine Garantie, dass alle potenziell ansteckenden Kontakte im Umfeld erfasst werden. Grund dafür ist u.a. die Abschätzung der Entfernung von Personen anhand der Stärke des Funksignals der jeweiligen Handys, die je nach Fabrikat unterschiedlich ist. Auch ob sich beispielsweise eine schützende Glasscheibe zwischen zwei Personen befindet, die sich gegenübersitzen, ob Menschen in öffentlichen Verkehrsmitteln Rücken an Rücken oder frontal gegenübersitzen ob sie Masken tragen oder nicht, all dies kann die App in ihren Messungen nicht berücksichtigen. Darüber hinaus besteht das Risiko, dass die App nicht im ursprünglich gedachten Sinn genutzt wird, indem die Funktion der Risikobewertung ausgeschaltet oder das Smartphone gar nicht erst mitgenommen wird, wenn Nutzer z.B. eine Party besuchen. Aus diesen Gründen kann die App die anderen Schutzmaßnahmen wie Abstand-Halten, Handhygiene und das Tragen von Mund-Nasen-Schutzmasken in der Öffentlichkeit nicht ersetzen.

Eine weitere wichtige Einschränkung ist angesichts der anstehenden Sommerferien zu bedenken: Bei Reisen ins Ausland ist die Funktionalität der App wenn überhaupt nur sehr eingeschränkt gegeben. Einige Länder wie die Niederlande, die Schweiz und Österreich arbeiten bei ihren Corona-Warn-Apps genau wie Deutschland mit einer dezentralen Speicherung der anonymisierten Kontakte, hier könnte im Rahmen von künftigen Aktualisierungen der App eine gute Kompatibilität erreicht werden. Bei Ländern, die mit einer zentralen Datenspeicherung arbeiten (Frankreich, Großbritannien), ist das grenzüberschreitende Nutzen der App eher unwahrscheinlich.

Die App steht kostenlos zum Download in den App Stores von Apple und Google bereit. Da auch gefälschte Corona-Apps im Umlauf sind, empfiehlt es sich, die direkten Links auf die App Stores zu nutzen, die die Bundesregierung auf ihrer Seite zur Verfügung stellt.

Weitere Informationen zur Corona-Warn-App:

Stand: 19. Juni 2020


Fragen von Behandlern

Welche Schutzmaßnahmen sollte ich bei der physiotherapeutischen Behandlung beachten?

Die Verwendung von geeigneter Schutzausrüstung ist besonders in der Corona-Situation für den Schutz der Patienten und für den Selbstschutz wichtig. Bei einer Behandlung in der Praxis ist es zum einen wichtig, die grundsätzlichen CF-spezifischen sowie allgemein empfohlenen Hygienemaßnahmen zu beachten und nach Keimen getrennt zu terminieren. Siehe dazu auch die „Hygieneempfehlungen für die Betreuung von Patienten mit Mukoviszidose (CF) in niedergelassenen Physiotherapiepraxen“ (PDF)

Zum Anderen sollten COVID-19-spezifische Hygienemaßnahmen ergriffen werden. In Anlehnung an die Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts werden Hygienemaßnahmen in physiotherapeutischen Praxen vom Deutschen Verband für Physiotherapie e.V. empfohlen: Empfehlungen von PhysioDeutschland

Verwenden Sie bei der Behandlung immer mindestens einen Mund-Nasen-Schutz (MSN). Obwohl dieser keine vollständige Abdeckung garantiert, sollte er das Risiko senken, dass ein potentiell infizierter, asymptomatischer Physiotherapeut einen Patienten infiziert. Doch auch für den Physiotherapeuten besteht das Risiko, sich bei einem Patienten anzustecken. Folgende Maßnahmen sollten helfen das Risiko einer Ansteckung zu senken: 

  • Weisen Sie den Patienten darauf hin, dass er verantwortungsvoll mit neuen Symptomatiken umgehen und Sie vorab informieren soll, falls er sich krank fühlt.
  • Bei Abhusten nach der Sekretmobilisation besteht ein besonders hohes Ansteckungsrisiko.
  • Treten Sie während dem Prozess 1-2 m zurück. 
  • Der Patient sollte sich dabei abwenden und ein mehrfach gefaltetes Handtuch über Mund und Nase halten.

Stand: 23.7.2020

Kann ich als Heilmittelerbringer weiterhin Videobehandlung abrechnen?

Um die Ansteckungsgefahr durch die Corona-Pandemie beim Arztbesuch möglichst klein zu halten, haben der GKV-Spitzenverband und die Kassenärztliche Bundesvereinigung die Beschränkung für die Videosprechstunde vom 1. April bis 30. September 2020 aufgehoben. Bisher sollten höchstens 20 Prozent der Behandlungsfälle je Vertragsarzt als Videosprechstunde angeboten werden, um als Standard den direkten Arzt-Patienten-Kontakt weiter im Vordergrund zu sehen.

Ähnliche Öffnungen bis Ende September 2020 gibt es auch beim Videogespräch in der Psychotherapie. Die Videosprechstunde kann in diesem Zeitraum nicht nur bei der psychotherapeutischen Sprechstunde genutzt werden, sondern auch bereits bei probatorischen Sitzungen. Ebenfalls in dieser befristeten Zeit möglich sind Online-Gespräche, wenn ggf. kein persönlicher Arzt-Patienten-Kontakt zur Eingangsdiagnostik, Indikationsstellung und Aufklärung vorausgegangen ist.

Informationen auf der Seite des GKV-Spitzenverbands

Stand: 03.08.2020

Was muss ich als Arzt oder Psychotherapeut bei der Videosprechstunde beachten?

Wenn Sie als Arzt oder Psychotherapeut eine Videosprechstunde anbieten wollen, finden Sie alle relevanten Informationen auf der Seite der Kassenärztlichen Vereinigung.

Liste der zertifizierten Anbieter

Die KBV und der GKV-Spitzenverband haben angesichts der Corona-Krise die Begrenzungsregeln für Videosprechstunden aufgehoben. Diese Regelung gilt aktuell bis zum 30.09.2020.

KBV-Nachrichten

Stand: 24.06.2020


Fragen zu Auswirkungen auf das Privatleben

Was kann ich in dieser Ausnahmesituation für mich und mein seelisches Gleichgewicht tun?

Die aktuelle Situation kann aufgrund vielfältiger Umstände zu Verunsicherungen, schlechter Laune und auch konkreten Ängsten führen. Deswegen ist es wichtig, auf das seelische Gleichgewicht zu achten. Machen Sie bewusst Dinge, die Ihnen guttun und lassen oder vermeiden Sie folglich die Dinge, die Ihnen nicht gut tun!

Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde hat fünf Empfehlungen für die seelische Gesundheit während der Corona-Situation zusammengestellt, die konkrete Anregungen und Tipps enthalten.

Empfehlungen der DGPPN

Die häusliche Isolation ist eine besondere Anforderung an die Psyche. Hierzu hat der Berufsverband der Österreichischen PsychologInnen ein sehr anschauliches Informationsblatt erstellt: 

Informationsblatt BÖP

Der Mukoviszidose e.V. bietet ein psychosoziales Beratungs- und Unterstützungsangebot  in Zeiten der Corona-Krise, #gemeinsam durch die Krise: „Zeit zum Aufatmen!“, an. Über telefonische Einzelberatungen oder Gruppentreffen im Netz werden Mukoviszidose-Betroffene und ihre Angehörigen während der „Isolation“ in der Corona-Krise unterstützt. 

Interesse? Weitere Informationen

Stand: 06.04.2020

Was mache ich, wenn ich mich aktuell in einer akuten psychischen Krise befinde, starke Symptome von Angst und Depression feststelle?

  • Kontaktieren Sie umgehend Ihren Hausarzt oder wenden Sie sich an die CF-Ambulanz. Weitere Informationen zu den Symptomen entnehmen Sie bitte dem verlinkten Flyer: 
    Flyer Psychische Gesundheit bei Mukoviszidose (PDF)
  • Wenn Sie niemanden erreichen oder von dort kurzfristig keine Unterstützung möglich ist, nehmen Sie Kontakt mit dem ärztlichen (psychiatrischen) Bereitschaftsdienst (bundesweite Tel.: 116 117) auf
  • oder wenden Sie sich an ein Hilfs- bzw. Beratungsangebot für akute Krisensituationen, z.B. das der Telefonseelsorge: Diese bietet anonyme, kostenlose Beratung zu jeder Tages- und Nachtzeit unter den bundesweiten Telefonnummern 0800 - 1110111  oder 0800 - 1110222 bzw. im Internet (Internetseite der Telefonseelsorge).
  • Sobald unmittelbare Selbst- oder Fremdgefährdung (insbesondere Suizidgefährdung) besteht, sollten Sie nicht zögern, sofort einen psychiatrischen Notdienst, den Rettungsdienst (112) oder die Polizei zu verständigen.

Stand: 06.04.2020

Wo finde ich Informationen, wenn ich mich tiefergehend bzw. wissenschaftlicher mit der Thematik „Psychische Belastungen während COVID-19“ beschäftigen möchte?

Hierzu empfehlen wir einen Artikel im Bundesärzteblatt mit einer ausführlichen Analyse zu dem Thema. Am Ende des Artikels gibt es konkrete Listen zu:

  • Aktivitäten zum Erhalt des Wohlbefindens in Isolation
  • Hinweise zum Umgang mit älteren Menschen
  • Hinweise zum Umgang mit Kindern
  • Informationen für die Allgemeinbevölkerung

Artikel Bundesärzteblatt

Stand: 06.04.2020

Was sollte ich als CF-Betroffener bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel beachten? 

Grundsätzlich empfehlen wir zunächst, wenn alternative Verkehrsmittel zur Verfügung stehen, eher diese zu nutzen, also das Rad oder den eigenen PKW. Sollte dies nicht möglich sein, raten wir Ihnen, sich bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel besonders an grundlegende Hygieneregeln zu halten. Eine gute Übersicht über Hygiene- und Verhaltensregeln in Bus und Bahn findet sich auf der Seite der Bundesregierung.

Stand: 03.08.2020

Besteht ein Risiko für mich, wenn ich ein Fitnessstudio besuche? Wie kann ich mich auch ohne Fitnessstudio bewegen und körperlich trainieren?

Fitnessstudios sind unter bestimmten Hygienevoraussetzungen wieder geöffnet. Die Umsetzung dieser Hygieneanforderungen sind von Fitnessstudio zu Fitnessstudio allerdings sehr unterschiedlich. Bitte erkundigen Sie sich daher genau, wie Ihr eigenes Fitnessstudio hier verfährt und wägen Sie sorgfältig ab, ob aus Ihrer Sicht ein Risiko besteht. Sollten Sie sich entscheiden vorläufig noch auf den Besuch zu verzichten, haben wir nachstehend ein paar Tipps für Sie um sich zu bewegen und zu trainieren:

  • Nutzen Sie das eigene Körpergewicht fürs Krafttraining. Übungen finden Sie auch auf der DVD „Ein Leben in Bewegung“ des Mukoviszidose e.V. Diese kann über die Geschäftsstelle bestellt werden. Außerdem finden Sie Übungen auf unserem YouTube-Kanal. Zum YouTube-Kanal
  • Stehen Ihnen zuhause Trainingsgeräte, z.B. Pezziball, Terrabänder, Hanteln etc. zur Verfügung, die Sie auch aus der Sport- oder Physiotherapie kennen? Nutzen Sie diese mit den Ihnen geläufigen Übungen. 
  • Nutzen Sie bei Interesse unsere „Sport vor Ort-Beratung“ und erlernen Sie bei Bedarf per Videotelefonie Übungen für zuhause. 
  • Machen Sie Spaziergänge draußen an der frischen Luft oder fahren Sie Rad, oder machen Sie, was Ihnen sonst noch Spaß macht, mit Bewegung zu tun hat und Ihnen gesundheitlich möglich ist. Vielleicht sollte man darauf achten, keine unfallträchtigen Sportarten auszuüben. Zurzeit sollte man Krankenhäuser möglichst meiden…;-) 

Handeln Sie dabei aber unbedingt verantwortlich! Meiden Sie möglichst jegliche Menschenansammlungen. Wenn Sie sich in Begleitung bewegen bzw. rausgehen, beschränken Sie diese möglichst auf eine Person aus dem häuslichen Umfeld.

Stand: 03.08.2020

Ich bin CF-Patient. Mein Partner/Angehöriger hat sich mit COVID-19 angesteckt. Was können wir jetzt tun?

Hier kann keine allgemeine Empfehlung gegeben werden. Jeder Fall muss individuell betrachtet werden und ist abhängig, z.B. von der Größe der Wohnung, der Anzahl der Zimmer, den Möglichkeiten, Mahlzeiten getrennt einnehmen zu können etc. Die Ambulanzen versuchen, das Problem mit Ihnen im Einzelgespräch zu lösen.  

Was kann ich tun, wenn ich wegen meines Hustens in der Öffentlichkeit angefeindet wurde?

Den Mukoviszidose e.V. erreichen zunehmend Berichte, dass Patienten in der Öffentlichkeit angefeindet werden, weil sie husten müssen. Der Verein hat darauf mit seiner Online-Kampagne #ichbinnichtansteckend" reagiert, um über die Krankheit aufzuklären.

Darüber hinaus hat der Mukoviszidose e.V. T-Shirts entworfen, die den Zusammenhang zwischen Husten und Mukoviszidose visuell erfahrbar machen. Interessierte Betroffene und deren Freunde/Angehörige können diese T-Shirts hier bestellen: www.shirtee.com/de/store/muko

Stand: 26.5.2020


Fragen zu Auswirkungen aufs Arbeitsleben

Mein Einkommen aus dem Minijob bricht weg. Was kann ich tun?

Grundsätzlich gilt das Arbeitsrecht auch bei Minijobs. Es gibt daher auch die sechswöchige Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall durch den Arbeitgeber. Allerdings stehen Minijobber nach der sechswöchigen Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber schlechter da, als Arbeitnehmer in sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen, denn Minijobber erhalten kein Krankengeld von der Krankenkasse. Auch vom Kurzarbeitergeld sind sie ausgeschlossen, falls der Arbeitgeber Kurzarbeit anordnet. Wenn der Arbeitgeber Sie aber einfach nicht mehr einsetzt, kommt es darauf an, wie Ihr Arbeitsvertrag gestaltet ist: Haben Sie ein festes Stundenkontingent oder monatliches Festgehalt im Arbeitsvertrag vereinbart, gilt dies weiter. 

Wenn Sie Einnahmeeinbußen wegen Kündigung des Minijobs, mangels Berücksichtigung im Einsatzplan oder fehlenden Krankengelds haben, können Sie sich an staatliche Stellen wie das Jobcenter (für Berufstätige, erwerbsfähige Arbeitslose oder Teilerwerbsminderungsrentner) oder Sozialämter (für Vollerwerbsminderungs- oder Altersrentner) wenden. Möglicherweise steht Ihnen von diesen Stellen Unterstützung zu. Falls Sie aber daraus keinen Anspruch haben, weil Ihr Einkommen noch zu hoch ist, denken Sie auch daran, Wohngeld oder Kinderzuschläge zu beantragen, möglicherweise kommen diese jetzt für Sie in Betracht.

Stand: 26.3.2020

Mein Angehöriger hat CF. Was kann ich tun, um ihn nicht zu gefährden? Muss ich weiterhin zur Arbeit gehen?

Bitte beachten Sie grundsätzlich die Empfehlungen für Hygienemaßnahmen in unserer Newsmeldung zum Thema Coronavirus

Es gibt keinen rechtlichen Anspruch darauf der Arbeit fernzubleiben, wenn ein Angehöriger als Risikopatient gilt. Der Deutsche Gewerkschaftsbund schreibt dazu: 
„Die bloße Befürchtung, sich bei Verlassen der Wohnung möglicherweise mit dem Corona-Virus anzustecken, genügt nicht, damit Sie der Arbeit fernbleiben dürfen. Denn eine nur potenzielle Ansteckungsgefahr – auf dem Weg zur Arbeit oder am Arbeitsplatz – gehört zum allgemeinen Lebensrisiko. Diese trägt jede und jeder Beschäftigte selbst.
Angesichts der aktuellen Lage und der Aufforderung der Gesundheitsexperten und der Politik, soziale Kontakte auf das Mindestmaß zu begrenzen, ermöglichen derzeit viele Arbeitgeber ihren Beschäftigten, die Arbeit von Zuhause aus zu erledigen. In vielen Betrieben bestehen schon heute Regelungen zur Arbeit im Homeoffice / von Zuhause aus. Auf diese kann und sollte zurückgegriffen werden. Bitte prüfen Sie jedoch, welche Absprachen ggf. erforderlich sind. Der Corona-Virus kann allerdings auch in Betrieben, in denen bislang kein Homeoffice möglich ist, Anlass sein, über entsprechende Regelungen nachzudenken und entsprechende Möglichkeiten zu prüfen, um die Auswirkungen von Ansteckung und Erkrankungen auf den Betrieb zu minimieren. Fragen Sie zu den Möglichkeiten im Betrieb nach. In Betrieben mit Betriebsrat oder Personalvertretung können zwischen diesen und dem Betrieb Absprachen erfolgen.“
(Quelle). 

Suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Arbeitgeber und sprechen Sie über die Sorge, Ihren CF-betroffenen Angehörigen durch die Kontakte nach außen mit dem Coronavirus zu gefährden.

Versuchen Sie, gemeinsam eine umsetzbare Lösung für Ihren Arbeitsplatz zu finden. 

Für medizinisches Personal oder Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Lebensmittelgeschäften, Banken, Post, Drogerien etc. wird es zurzeit nicht möglich sein, eine Arbeitssituation zu schaffen, die ein Übertragungsrisiko reduziert. Sollten Sie große Sorge haben, das Virus zu übertragen, überlegen Sie, wie Sie im privaten Umfeld Lösungen finden können.

Zur Information hier noch ein Link auf die informativen, allerdings nicht CF-spezifischen FAQs des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zu arbeitsrechtlichen Fragen.

Stand: 19.6.2020

Ich bin CF-Betroffener, bin berufstätig und kann mich aus finanziellen Gründen nicht langfristig krankschreiben lassen. Gleichzeitig habe ich Angst, mich als möglicher Risikopatient anzustecken. Was kann ich tun?

Als Mukoviszidose-Patient gehören Sie nicht automatisch zur Risikogruppe, sie könnten allerdings ein individuelles Risiko haben, an Covid-19 zu erkranken. Dies müssen Sie individuell mit ihrem CF-Arzt klären. Der Arbeitgeber hat gegenüber seinen Beschäftigten eine arbeitsvertragliche Schutz- und Fürsorgepflicht. Deshalb muss er dafür sorgen, dass Erkrankungsrisiken und Gesundheitsgefahren im Betrieb für Sie so gering wie möglich bleiben. Es gibt aber keinen rechtlichen Anspruch darauf, als Risikopatient der Arbeit fern bleiben zu dürfen. Angesichts der aktuellen Lage ermöglichen derzeit viele Arbeitgeber ihren Beschäftigten, die Arbeit von Zuhause aus zu erledigen. Auch in Betrieben, in denen bislang kein Homeoffice möglich ist, kann die Corona- Pandemie Anlass sein, über entsprechende Regelungen nachzudenken und entsprechende Möglichkeiten zu prüfen, um die Auswirkungen von Ansteckung und Erkrankungen zu minimieren. Ein Anspruch auf Freistellung von der Arbeit wird nur in absoluten Ausnahmefällen bestehen, wenn eine konkrete und erhebliche Gefahr für die Gesundheit durch die Erbringung der Arbeitsleistung besteht. Das konkrete Infektionsrisiko lässt sich nur im Einzelfall, unter Beachtung des Einsatzes von Schutzkleidung, beurteilen. Ihr Arbeitgeber ist grundsätzlich dazu verpflichtet, Gesundheitsgefahren für Sie und Ihre Kollegen vorzubeugen. Darunter fällt auch das Bereitstellen von Schutzbekleidung, wie etwa Atemschutzmasken an besonders gefährdeten Plätze, wie z.B. bei einem unvermeidbar engen Kontakt zu Kunden. Sprechen Sie bitte auch mit Ihrem behandelnden Arzt, welche Schutzbekleidung er für Sie ratsam hält.

Suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Arbeitgeber und sprechen Sie über die Sorge, durch die Kontakte nach außen mit dem Coronavirus angesteckt zu werden. 

Sprechen Sie über die individuellen Möglichkeiten, wie sich Ihre Arbeit so gestalten lässt, dass ein Infektionsrisiko minimiert werden kann.

Lösungen könnten z.B. sein: Homeoffice, bezahlte Freistellung, Resturlaub, (unbezahlter) Urlaub, Überstunden abfeiern, Stundenkonto anlegen, unbezahlte Freistellung (Achtung: Bei einer unbezahlten Freistellung endet der Krankenversicherungsschutz automatisch nach einem Monat!) etc. Im Endeffekt geht es darum, pragmatische Lösungen zu finden. Dabei ist Flexibilität von allen Seiten gefordert.

Ihre individuelle Situation als CF-Patient sollte aber vor allem auch mit ihrem behandelnden CF-Arzt besprochen werden. Suchen Sie ggf. zusätzlichen Rat bei ihrem Betriebsarzt oder ihrer Berufsgenossenschaft. Eine Krankschreibung erfolgt durch den Arzt grundsätzlich nur bei einer Erkrankung, die zur Arbeitsunfähigkeit führt. Soweit sie nicht arbeitsunfähig erkrankt sind, können sie sich eigentlich auch nicht „krankschreiben lassen“. Ohne Erbringung der Arbeitsleistung besteht ein Anspruch auf Lohnfortzahlung grundsätzlich nur in Ausnahmefällen (z.B. Krankschreibung; behördlich angeordnete Quarantäne-Maßnahmen wegen einer Corona-Infektion). Eine schwierige Situation für Arbeitnehmer mit CF zu Corona-Zeiten. Wenn ihr Arbeitgeber sie tatsächlich nicht beschäftigen kann und daher ggf. einseitig freistellt, bleibt er grundsätzlich zur Zahlung der regulären Vergütung verpflichtet. Der Arbeitgeber trägt hier das sogenannte Betriebsrisiko (§ 615 S. 3 BGB). Ihr Arbeitgeber kann Ihnen in diesem Fall im Rahmen seines Direktionsrechts auch andere Arbeiten z.B. die anfallenden Bürotätigkeiten zuweisen.

Stand: 03.08.2020

Was mache ich, wenn mir jetzt von meinem Arbeitgeber gekündigt wurde?

Grundsätzlich gilt: Auch in der Corona-Krise gilt das Arbeitsrecht.

Das bedeutet, dass Sie die gleichen Rechte haben wie sonst auch. Wenn Sie schon länger als sechs Monate bei Ihrem Arbeitgeber sind und im Betrieb mehr als zehn Vollzeitmitarbeiter beschäftigt sind, greift das Kündigungsschutzgesetz, wonach Kündigungen nur unter engen Grenzen möglich sind. Falls Sie auch schwerbehindert sind, unterliegen Sie noch einem besonderen Kündigungsschutz. Der Arbeitgeber muss das Integrationsamt vor Ausspruch der Kündigung um Zustimmung bitten. In jedem Fall muss der Arbeitgeber zumindest die gesetzlichen Kündigungsfristen einhalten. Sollte er seinen Betrieb vor Ablauf der Kündigungsfrist insolvent schließen müssen, können Sie möglicherweise Insolvenzgeld von der Agentur für Arbeit auf Antrag erhalten.

Wenn Sie sich gegen eine Kündigung wehren wollen, müssen Sie innerhalb von drei Wochen Kündigungsschutzklage erheben. Sie können sich von Gewerkschaften oder Fachanwälten für Arbeitsrecht dazu beraten lassen.


Fragen zum Vereinsleben

Kann ich die Veranstaltungen des Mukoviszidose e.V. noch besuchen? 

Der Mukoviszidose e.V. hat alle Veranstaltungen bis auf Weiteres abgesagt. Die Bundesvorstandswahlen finden aktuell per Briefwahl statt, die Mitgliederversammlung wird verschoben. 

Viele Veranstaltungen finden jetzt digital statt. Informationen dazu finden Sie auf unserer Internetseite unter muko.virtuell

Informationen zur Jahrestagung

Kann ich als CF-Betroffener weiterhin Unterkunft im Haus Schutzengel finden?

Wenn Sie für sich geprüft haben, ob die ortsnahe Unterkunft zur Medizinischen Hochschule Hannover für Sie sinnvoll und notwendig ist, dann beantworten wir Ihre Frage mit „Ja“, denn:

  • Wir setzen nicht erst seit der Pandemie täglich ein penibles Hygienemanagement um, um die Sicherheit für Betroffenen und immunsuprimierten Patienten nach einer Transplantation im Haus Schutzengel zu erhöhen. 
  • Jede/r Bewohner/in des Hauses hat die Möglichkeit sich ausschließlich in seinem Zimmer und Bad aufzuhalten, dass wir gereinigt und desinfiziert übergeben.

Bitte beachten: reisen Sie nach Möglichkeit nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln an!

Wir können leider nicht aufnehmen, wenn:

  • Sie Träger problematischer sonstiger Keime sind: so dürfen Patienten mit akuten (Virus-) Infektionen, Burkholderia cepacia, Mycobacterium abscessus und MRSA leider nicht aufgenommen werden, denn
  • für diese Keime kann eine besonders krankheitsverstärkende Wirkung durch Ansteckung nicht ausgeschlossen werden.
  • Sie aus einer expliziten „Corona-Risikoregion“ kommen
  • Sie Kontakt zu Corona-Infizierten hatten, 
  • Sie selbst erkrankt sind (auch z.B. Grippe und andere infektiöse Krankheiten) 

Vor Aufnahme ins Haus werden Sie dazu befragt und müssen Ihre Angaben schriftlich bestätigen.

Zuletzt aktualisiert: 22.09.2020
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