FAQs zum Coronavirus (Sars-CoV-2)

FAQs zum Coronavirus und Mukoviszidose

Auf dieser Seite haben wir die häufigsten Fragen und Antworten zum Thema Coronavirus SARS-CoV-2 und Mukoviszidose für Sie zusammengefasst. Da sich die Situation momentan ständig ändern, bitten wir Sie auch, sich über die aktuelle Situation beim Robert Koch-Institut oder der BZgA zu informieren. Aktualisiert am 29. April 2022.



Wie viele Menschen mit Mukoviszidose haben sich bereits mit COVID-19 infiziert und wie sind deren Verläufe?

Sowohl das deutsche als auch das europäische Register dokumentiert seit Beginn der Pandemie COVID-19-Infektionen bei Mukoviszidose-Patienten. Aktuelle Zahlen aus dem Deutschen Mukoviszidose-Register (Stand: 27.04.2022) zeigen, dass die Hospitalisierungsrate – wie auch in der Gesamtbevölkerung – im Verlauf der Pandemie immer weiter zurückgegangen ist. 

Seit Beginn 2022 liegt die Hospitalisierungsrate von Menschen mit Mukoviszidose - trotz insgesamt sehr hoher Fallzahlen - bei ca. 3%. Zu Beginn der Pandemie bis zum Ende der 3. Welle (Juni 2021) wurden 17 % der Patienten stationär behandelt. In der 4. und 5. Welle wurden 5 % der Patienten im Krankenhaus behandelt. 

Über den gesamten Pandemieverlauf zeigt sich, dass mit steigendem Alter eine höhere Hospitalisierungsrate zu verzeichnen ist. Das Risiko für einen schweren Verlauf hängt dabei vom Alter und den Begleiterkrankungen wie CF-assoziiertem Diabetes mellitus, schlechterer Lungenfunktion (ab FEV1 von 70%) und dem Status nach Organtransplantation ab. Von denen positiv (per PCR Test) auf COVID-19 getesteten Patienten in Deutschland kamen 8 % der unter 18-Jährigen ins Krankenhaus, bei den 18-29-Jährigen waren es 9 %, bei den 30-49-Jährigen 10 % und bei den über 50–Jährigen 22 %. Insgesamt wurden 8 % der Betroffenen stationär behandelt. 

Die im frühen Verlauf der Pandemie 2021 publizierte Auswertung der internationalen Register-Gruppe „Cystic Fibrosis Global Harmonization Group“ kam zu dem Ergebnis, dass im Vergleich zur Normalbevölkerung bei Mukoviszidose die 30-Jährigen ein ähnliches Risiko für einen schweren Verlauf haben wie die 60-Jährigen. Kinder mit CF müssen im Fall einer COVID-19-Infektion im Vergleich zur Normalbevölkerung etwas häufiger im Krankenhaus behandelt werden, benötigen aber in der Regel keine intensivmedizinische Betreuung. 

Die Zahlen für Deutschland werden mithilfe des Deutschen Mukoviszidose-Registers erfasst. Alle Informationen zu den COVID-19/CF-Zahlen aus dem Register finden Sie auf unserer Internetseite: 

COVID-19/CF-Zahlen aus dem Register

Um die Bedeutung von SARS-CoV-2 bei einer Mukoviszidose-Erkrankung besser abschätzen zu können, sollen in einer großen europaweiten Studie Blutproben auf SARS-CoV-2-Antikörper getestet werden. Es soll u.a. die Auswirkung einer solchen Infektion auf den klinischen Verlauf untersucht werden sowie die Antikörperbildung nach einer Impfung. Die Studie heißt COVID-19 Antikörper Reaktion bei CF - kurz CAR-CF Studie.

Mehr zur CAR-CF-Studie

Stand: 29.4.2022

Wird eine COVID-19-Impfung auch für Kinder und Jugendliche empfohlen?

Ab zwölf Jahren

Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat sich für Corona-Impfungen für alle Kinder und Jugendlichen ab zwölf Jahren ausgesprochen. Nach sorgfältiger Bewertung neuer wissenschaftlicher Beobachtungen und Daten komme man zu der Einschätzung, "dass nach gegenwärtigem Wissensstand die Vorteile der Impfung gegenüber dem Risiko von sehr seltenen Impfnebenwirkungen überwiegen", teilte das Gremium mit. Auf der Grundlage neuer Daten, insbesondere aus dem amerikanischen Corona-Impfprogramm mit nahezu zehn Millionen geimpften Kindern und Jugendlichen, könnten mögliche Risiken der Impfung für diese Altersgruppe jetzt zuverlässiger bemessen und beurteilt werden, so die STIKO.

Daher habe die STIKO entschieden, ihre bisherige Einschätzung zu aktualisieren und eine allgemeine Covid-19-Impfempfehlung für 12- bis 17-Jährige auszusprechen.

Auch im Rahmen der aktualisierten Empfehlung soll die Corona-Impfung nach ärztlicher Aufklärung zum Nutzen und Risiko erfolgen.

Fünf bis elf Jahre

Die Europäische Arzneimittelagentur hat am 25. November 2021 den Biontech/Pfizer-Impfstoff für Kinder in der Altersgruppe von fünf bis elf Jahren zugelassen. In Deutschland würden nach Angaben des Bundesministeriums für Gesundheit ab dem 13. Dezember 2021 2,4 Millionen Dosen des Biontech/Pfizer-Vakzins für Kinder zur Verfügung stehen.

In Abwägung aller bisher vorhandenen Daten empfiehlt die STIKO die COVID-19-Impfung für Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren mit verschiedenen Vorerkrankungen. Zusätzlich wird die Impfung Kindern empfohlen, in deren Umfeld sich Kontaktpersonen mit hohem Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf befinden, die selbst nicht oder nur unzureichend durch eine Impfung geschützt werden. Darüber hinaus können auch fünf- bis elfjährige Kinder ohne Vorerkrankungen gegen COVID-19 nach entsprechender ärztlicher Aufklärung geimpft werden, sofern ein individueller Wunsch der Kinder und Eltern bzw. Sorgeberechtigten besteht.

Wir empfehlen, das ärztliche Team der behandelnden Mukoviszidose-Ambulanz zur Frage der möglichen Impfung eines Kindes mit Mukoviszidose anzusprechen. Sollte abhängig vom individuellen Gesundheitszustand und Risikoprofil des Kindes die Notwendigkeit für eine Impfung gesehen werden, wäre es sinnvoll, dies durch die Ambulanz bescheinigen zu lassen, damit Eltern das bei der niedergelassenen Impfpraxis/Kinderarztpraxis vorlegen können und dies bei der Impfterminvergabe ggf. berücksichtigt werden kann.

Stand: 20.12.2021

Wo können Impftermine für fünf- bis elfjährige Kinder vereinbart werden?

Eltern, die ihre Kinder impfen lassen möchten, können sich an die niedergelassenen Kinder- und Jugendärztinnen und -ärzte wenden. Darüber hinaus stehen auch die Impfzentren und die lokalen Impfaktionen für Eltern und ihre Kinder zur Verfügung. Informationen dazu sind auf den entsprechenden Informationsseiten der Kommunen zu finden. Ausreichend Impfstoff für diese Altersgruppe wird, laut Aussage der Bundesregierung, vorhanden sein.

Stand: 20.12.2021

Telefonische Beratung

Der Mukoviszidose e. V.  berät auch telefonisch zum Thema Coronavirus und Mukoviszidose. Sie erreichen uns innerhalb der Geschäftszeiten unter der Telefonnummer 0228/98780-0.

Bei Fragen zu sozialrechtlichen Themen rund um COVID-19 und Mukoviszidose können Sie sich gerne an unsere sozialrechtliche und psychosoziale Beratung wenden. 

COVID-19 und Mukoviszidose

Im Deutschen Mukoviszidose-Register werden COVID-19-Fälle bei Mukoviszidose-Patienten gesammelt. Die Daten haben wir auf unserer Internetseite veröffentlicht: Auswertung für Patienten und Angehörige.

Psychosoziales Beratungs- und Unterstützungsangebot in der Corona-Krise

Um Mukoviszidose-Betroffene und ihre Angehörigen in der Zeit der Isolation durch die Corona-Krise zu unterstützen, hat der Mukoviszidose e.V. ein neues Beratungsangebot ins Leben gerufen. Möglich sind telefonische Einzelberatungen oder Gruppentreffen im Netz. 

Weitere Informationen und Beratungszeiten

Schutzengel verschicken

Die Coronapandemie ist eine schwere Zeit für uns alle. Verschicken Sie daher einen Schutzengel an liebe Menschen und zeigen Sie ihnen damit, dass Sie an sie denken. 

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Auffrischungsimpfung ("Booster")

Warum kann eine Auffrischungs-Impfung notwendig sein?

Bei vielen Impfungen wird empfohlen, nach einem bestimmten Zeitintervall eine Auffrischungsimpfung zum Erhalt des Impfschutzes durchzuführen. Ob und wann eine Auffrischungsimpfung erforderlich ist, hängt dabei von verschiedenen Faktoren ab, wie der Dauer des Impfschutzes nach Abschluss der ersten Impfserie, der Wirkweise des Impfstoffs, möglicher Immunitätsentwicklung gegen Impfstoffkomponenten oder der Wirksamkeit gegen neue Virusmutationen.

Bei den Corona-Impfungen weiß man noch nicht, wie häufig sie möglicherweise aufgefrischt werden müssen, da Langzeitstudiendaten fehlen. Es gibt aber erste Studiendaten, die zeigen, dass etwa sechs Monate nach der Impfung die Antikörperspiegel langsam absinken.

Eine Auffrischungsimpfung kann die Zahl der Antikörper „boostern“ und damit den Impfschutz wieder stärken.

Stand: 25.11.2021

Wer kann sich ein drittes oder viertes Mal gegen COVID-19 impfen lassen?

Die STIKO empfiehlt allen Personen ab 12 Jahren die COVID-19-Auffrischimpfung (3. Impfung). Wegen der Omikron-Variante empfiehlt sie diese Auffrischimpfungen bereits nach mindestens drei Monaten.

Eine zweite Auffrischimpfung (vierte Impfung) mit einem mRNA-Impfstoff wird von der STIKO empfohlen für besonders gesundheitlich gefährdete (nach frühestens drei Monaten) bzw. exponierte Personengruppen (nach frühestens sechs Monaten). Das schließt nicht automatisch alle CF-Betroffenen ein, sondern sollte individuell ärztlich abgeklärt werden. 

Personen, die eine labordiagnostisch gesicherte SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben, sollen bis auf weiteres eine einmalige COVID-19-Impstoffdosis im Abstand von mindestens drei Monaten zur Infektion erhalten.

Stand: 16.2.2022

Was gibt es für Immungeschwächte bei der Covid-19-Impfung zu beachten?

Für Menschen mit einer Immunschwäche, z.B. durch die Einnahme von Immunsuppressiva nach einer Transplantation, gibt es spezielle Empfehlungen der Ständigen Impfkommission. Bei schwer immungeschwächten Personen mit einer erwartbar verminderten oder sogar ausbleibenden Impfantwort kann die 3. Impfstoffdosis bereits 4 Wochen nach der 2. Impfstoffdosis als Optimierung der ersten Impfserie verabreicht werden. Weitere Informationen finden Sie in den entsprechenden FAQs des RKI.

Zu den FAQs des RKI

Stand: 24.1.2022

Wie steht der Mukoviszidose e.V. zur Impfung gegen Covid-19?

Der Mukoviszidose e.V. ist die Interessenvertretung von Menschen mit Mukoviszidose und ihren Behandlerteams. Als solche setzen wir uns für den Schutz von Patienten und den Bedürfnissen der Behandlerinnen und Behandler besonders ein. Die Covid-19-Impfung stellt eine sinnvolle zusätzliche Schutzmaßnahme für Patienten dar, die neben ihrer schweren Grundkrankheit keinen zusätzlichen vermeidbaren Risiken ausgesetzt werden sollten. Hier setzt auch die Verantwortung der Behandler ein, die stets um eine bestmögliche Versorgung der Menschen mit CF ringen: Die Impfung kann das Risiko einer eigenen Erkrankung an Covid-19 und damit auch die Möglichkeit der Ansteckung der anvertrauten Patienten (ob geimpft oder nicht) nachgewiesenermaßen erheblich senken. Aus dieser besonderen Verantwortung heraus empfiehlt der Mukoviszidose e.V. allen Behandlern in Wahrnehmung der Verantwortung für die anvertrauten Patienten und zum eignen Schutz, sich impfen zu lassen. 

Standpunkt des Mukoviszidose e.V. zur Covid-19-Impfung als PDF-Datei

Stand: 16.2.2022
 

Zuletzt aktualisiert: 29.04.2022
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