FAQs zum Coronavirus (Sars-CoV-2)

FAQs zum Coronavirus und Mukoviszidose

Aufgrund der aktuellen Situation erreichen uns immer mehr Fragen zum Thema Coronavirus und Mukoviszidose. Auf dieser Seite haben wir die häufigsten Fragen und Antworten für Sie zusammengefasst. Da sich die Situation momentan ständig ändern, bitten wir Sie auch, sich über die aktuelle Situation beim Robert Koch-Institut oder der BZgA zu informieren. Aktualisiert am 6. April 2020.


Inhalt

Informationen zu COVID-19

Fragen zur Therapie / Versorgung

Fragen von Behandlern

Fragen zu Auswirkungen auf das Privatleben

Fragen zu den Auswirkungen auf das Arbeitsleben

Frage zu Hygieneempfehlungen

Fragen zum Vereinsleben

Telefonische Beratung

Der Mukoviszidose e. V.  berät auch telefonisch zum Thema Coronavirus und Mukoviszidose. Sie erreichen uns innerhalb der Geschäftszeiten unter der Telefonnummer 0228/98780-0.

Psychosoziales Beratungs- und Unterstützungsangebot in der Corona-Krise

Um Mukoviszidose-Betroffene und ihre Angehörigen in der Zeit der Isolation durch die Corona-Krise zu unterstützen, hat der Mukoviszidose e.V. ein neues Beratungsangebot ins Leben gerufen. Möglich sind telefonische Einzelberatungen oder Gruppentreffen im Netz. 

Weitere Informationen und Beratungszeiten


Informationen zu COVID-19

Was sind eigentlich die Hauptsymptome von COVID-19?

Auch hier ist vieles noch nicht sicher, weil das Virus so neu ist. In den meisten getesteten Fällen traten aber Fieber und trockener Husten auf. Im Steckbrief zu Krankheit auf der Seite des Robert Koch-Instituts ist eine Infografik dazu zu finden. Zum Steckbrief 

Wie steckt man sich an?

Die häufigste Art der Ansteckung ist die Tröpfcheninfektion, d. h. über Viren, die durch Husten und Niesen, aber auch Sprechen als Aerosole in die Umgebung abgegeben werden. Die in der Luft befindlichen Viren können so durch Einatmung in den Nasen-Rachenraum und auch in die Lunge gelangen. Dort können die Viren in die Zellen eindringen und sich vermehren und die Beschwerden/Symptome verursachen. In der Regel dauert die Inkubationszeit, d. h. die Zeit von der Ansteckung bis zum Auftreten von Symptomen 5-6 Tage, manchmal geht es auch schneller oder dauert länger. Diese Schwankung der Inkubationszeit wird mit 2 bis 14 Tagen angegeben. In der Regel beginnt die Vermehrung der Viren bereits im Rachenraum, so dass zunächst leichte Halsschmerzen auftreten. Die Experten vermuten, dass dadurch gerade zu Beginn der Erkrankung die Viren leicht als Aerosol ausgeatmet werden und die Übertragbarkeit der Viren von Mensch zu Mensch so groß ist. Es gibt keine genauen Angaben dazu, ab wann mit dem Virus infizierte Personen ansteckend sind. Hauptsächlich in der Zeit, in der sich die Viren massiv vermehren, aber vermutlich schon 1 bis 2 Tage vorher. Damit kann das Virus übertragen werden, obwohl der Infizierte noch nichts von seiner Ansteckung mit SARS-CoV-2 spürt. Hinzu kommt, dass bei manchen Personen gar keine Symptome auftreten, sie die Viren aber eine Zeit lang übertragen können. Ebenfalls nicht eindeutig zu beantworten ist die Frage, wie lange infizierte Personen das Virus weitergeben können. Das Robert Koch Institut berichtet in dem Steckbrief zu SARS-CoV-2 von in Sputum nachgewiesenen Viren noch 8 Tage nach Auftreten der Symptome. 

Das Tragen eines einfachen Mundschutzes kann das Risiko verringern, dass mit SARS-CoV-2 infizierte Personen Viren in die Umgebung abgeben. Ein einfacher Mundschutz ist hingegen nicht geeignet, sich selber vor einer Infektion ausreichend zu schützen. Newsmeldung zum Thema Schutzmasken

In der Luft überlebt SARS-CoV-2 nur relativ kurz, nach Laboruntersuchungen geht man von ca. 2 Stunden aus. Das Risiko, sich mit dem Virus an der frischen Luft anzustecken, ist vor allem in menschenleeren Gegenden gering, in geschlossenen Räumen kann das Risiko durch häufiges Lüften verringert werden. Eine Vermehrung des Virus außerhalb von lebenden Zellen ist nicht möglich. 

Erste Auswertungen der Fälle in München zeigen, dass besonders Gesprächssituationen zwischen zwei Personen über 15 Minuten mit einem Abstand voneinander unter 2 Metern zu einer Ansteckung geführt haben. 

NDR-Podcast mit Virologe Christian Drosten

Neben der Ansteckung von Mensch zu Mensch über Aerosole ist die Ansteckung auch über Gegenstände und Oberflächen möglich. Aus Laboruntersuchungen gibt es Hinweise, dass SARS-CoV-2 ca. 3 bis 4 Stunden auf Papier oder Pappe überlebt und ca. 6 bis 8 Stunden auf Plastik. Dementsprechend ist es ratsam, sich immer bewusst zu machen, was man anfasst und sich möglichst oft die Hände gründlich zu waschen (siehe Hygienemaßnahmen). Über die Hände geht das Virus nicht in den Körper über, sondern nur über Mund, Nase und wahrscheinlich auch über die Augen. Das heißt, es sollte zu Zeiten von Corona möglichst vermieden werden, mit den Händen in das Gesicht zu fassen. 

Auf der Seite des Bundesinstitut für Risikobewertung finden Sie Antworten auf Fragen zur Übertragung von SARS-CoV-2 über Lebensmittel oder Gegenstände

Zur Seite des Bundesinstituts für Risikobewertung

Stand: 31.3.2020

Es sind viele Menschen draußen unterwegs. Wie kann ich mich vor Ansteckung schützen?

Spaziergänge oder sportliche Aktivitäten allein oder zu zweit sind derzeit unstrittig eine gute Sache, um mal aus dem Haus zu kommen und frische Luft zu tanken. Bewegung draußen ist gut für die Gesundheit und bietet Abwechslung in Zeiten geschlossener Schulen und Kitas, eingeschränkten öffentlichen Lebens und verringerter sozialer Kontakte. Insofern sollte man die Chance zur Bewegung nach Möglichkeit nutzen. 

Auch hier gilt natürlich immer: genügend Abstand zu Ihren Mitmenschen halten! 
Wenn Mitmenschen diese Regeln nicht beachten, weichen Sie aus und weisen Sie diese freundlich, aber bestimmt darauf hin, Abstand zu wahren. Zu offensichtlich kranken Personen sollte man besonders Abstand halten. Bitte bleiben aber auch Sie zuhause, wenn Sie Krankheitssymptome wie Niesen, Fieber o.ä. zeigen.
Wählen Sie möglichst Gegenden, in denen wenig Personen unterwegs sind. Spaziergänge durch die Stadt oder gar über enge Gehwege sollten nur erfolgen, wenn ein Abstandhalten möglich scheint.

Klar ist: Alle, die sich in Quarantäne befinden oder gar infiziert sind, dürfen nicht spazieren gehen. 

(Stand: 06.04.2020)

Wie viele COVID-19 Fälle gibt es aktuell in meinem Landkreis?

Auf dem Dashboard des RKI kann man nachschauen, wie viele Coronavirus-Infektionen in jedem Bundesland, aber auch in den einzelnen Landkreisen aufgetreten sind. Die Zahlen lassen sich sowohl absolut als auch in der Zahl pro 100.000 Einwohnern ablesen. 

Zum Dashboard

Stand 27.3.2020

Welche Therapien sind zu Covid-19 in der Pipeline? 

Wissenschaftler arbeiten zurzeit mit Hochdruck daran, Medikamente zur Behandlung von Covid-19 und einen Impfstoff gegen das Virus zu entwickeln. Mit einem Impfstoff könnten Risikopatienten und Krankenhauspersonal vor dem Virus geschützt werden. Das Szenario, dass Versorgungssysteme in der Klinik zusammenbrechen, wäre dadurch vermeidbar. Zurzeit sind über 80 klinische Studien zur Bekämpfung von Covid-19 in einer Datenbank registriert. Wir haben einzelne Strategien und Ansätze zusammengefasst. 

Zur Zusammenfassung

Stand: 26.3.2020
 

Gibt es eigentlich bereits Erfahrungen, wie der Verlauf von COVID 19 bei CF ist?

Aufgrund der Lungenvorerkrankung gehen Experten davon aus, dass Patienten mit CF ein erhöhtes Risiko für schwere Verläufe haben. Allerdings gibt es zurzeit noch wenige konkrete Erfahrungen zu COVID-19 Erkrankungen bei CF-Patienten. Erste Erfahrungsberichte von einzelnen Patienten in Italien sowie aus Großbritannien liegen nun vor (s. Links). Hierbei handelt es sich jedoch um nicht bestätigte Einzelfälle und individuelle subjektive Berichte. Auch für Deutschland werden zurzeit nur wenige Fälle berichtet, die alle einen eher milden Verlauf haben.

Um valide Schlussfolgerungen zu Verläufen ziehen zu können, ist eine systematische Erfassung notwendig. Hierzu gibt es Aktivitäten, Fälle zentral zu erfassen und auszuwerten. 

Stand: 02.04.2020

Wo finde ich qualitätsgesicherte Informationen im Netz?

Qualitätsgesicherte Informationen gibt es bspw. auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und des Robert Koch-Instituts.

Robert Koch-Institut

BZgA

Wenn Sie Ihre Umgebung auf Hygienetipps aufmerksam machen wollen, empfehlen wir Ihnen das Infomaterial der BZgA: 

Die BZgA stellt auf YouTube auch viele kurze Erklärfilme bereit, die Antworten geben auf die häufigsten Fragen in Bezug auf das Coronavirus.

Sonstiges


Fragen zur Therapie / Versorgung

Das RKI informiert aktuell, dass der Aufenthalt in einem COVID-19-Risikogebiet kein Kriterium mehr für den Test auf SARS-CoV-2 ist. Was bedeutet das für mich als CF-Patient?

Ärzte müssen entscheiden, wer auf das neue Corona-Virus getestet wird. Dabei sollen die vorhandenen Testkapazitäten so sinnvoll und gezielt wie möglich eingesetzt werden. 
 
Das Robert-Koch-Institut stellt den Ärzten deshalb eine Entscheidungshilfe mit Kriterien für den Test auf COVID-19 zur Verfügung. Bisher wurde getestet, wenn ein Patient Kontakt zu einem COVID-19 Patienten hatte oder sich in einem Risikogebiet aufgehalten hat. Da im Verlauf der Pandemie inzwischen in ganz Deutschland Fälle aufgetreten sind, macht die Aufrechterhaltung der Risikogebiete so keinen Sinn mehr. Deshalb ist dieses Kriterium jetzt weggefallen. Ein Test kann jetzt also auch durchgeführt werden, wenn man sich nicht zuvor in einem Risikogebiet wie Italien oder dem Kreis Heinsberg aufgehalten hat. 

Voraussetzung für den Test sind akute Atemwegssymptome und entweder der Kontakt zu einem COVID-19 Fall oder die Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe. Auch Ärzte/medizinisches Personal können bei entsprechenden Symptomen getestet werden. 

CF-Patienten, die akute Atemwegssymptome bei sich bemerken, können also auf COVID-19 getestet werden, s. auch FAQ-Frage „Was mache ich, wenn ich als CF Patient befürchte mich angesteckt zu haben?“.    
Stand: 26.3.2020

Was mache ich, wenn ich als CF-Patient befürchte mich angesteckt zu haben? 

Mukoviszidose-Patienten raten wir, bei Verdacht auf eine Ansteckung mit SARS-Cov-2 auf jeden Fall zunächst TELEFONISCH Kontakt mit der CF-Ambulanz aufzunehmen. Dabei ruhig schon bei ersten leichten Symptomen (Kratzen im Hals, Fieber, beim Gefühl irgendwie sind die Symptome anders als sonst) den Hörer in die Hand nehmen. Lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig abklären. Die Ambulanzärzte werden mit Ihnen besprechen, was jetzt sinnvoll und nötig ist. 

Sollte die Ambulanz immer besetzt sein, oder aus irgendwelchen Gründen gerade nicht erreichbar sein, wenden Sie sich an die Hotline der Gesundheitsämter. Diese können Ihnen regional angepasst sagen, wie der Weg zur Diagnose ist. 

Sollte ich mir einen Medikamentenvorrat anlegen? 

Wichtig ist es jetzt, nicht in Panik zu verfallen. 

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte BfArM hat am 9.3.2020 erklärt, dass SARS-CoV-2 nicht zu Engpässen bei der Arzneimittelversorgung führe (Ärzteblatt-Artikel zum Thema).  Aufgrund der sehr dynamischen Entwicklung muss aber auch in diesem Bereich eine regelmäßige Neubewertung erfolgen und die Einschätzung kann sich ändern. Das BfArM bietet generell eine Übersicht zu allen aktuellen Lieferengpässen (die bislang nichts mit SARS-CoV-2 zu tun haben). Zur Übersicht des BfArM

Aus den Ambulanzen erreichen uns allerdings vermehrt Hinweise, dass es zu Hamsterkäufen bei Medikamenten kommt. Die Ärzte dürfen keine Rezepte bis zum Ende des Jahres ausstellen. Und wollen dies auch nicht. Denn so entsteht künstlich ein Engpass in der Versorgung. Und das schadet anderen Mukoviszidose-Patienten. Es wird empfohlen, einen Vorrat der Standardtherapien für drei Monate zu Hause zu haben. Hier sind die Ambulanzen auch sehr entgegenkommend in den Möglichkeiten der Rezeptausstellung. Alles darüber hinaus erscheint unverhältnismäßig und unsolidarisch.

Ist es richtig, dass einige Arzneimittel (Atrovent, Sultanol u.a.) derzeit nicht wie gewohnt erhältlich sind?

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat für die Zeit der Corona-Pandemie eine Kontingentierung von versorgungsrelevanten Arzneimitteln angeordnet. Dies soll einer Ungleichverteilung durch aktuelle Hamsterkäufe entgegenwirken. So wird derzeit für öffentliche Apotheken lediglich die gesetzliche Mindestbevorratung von einer Woche (§ 15 Abs. 1 ApBetrO) sichergestellt. Die Belieferung mit Arzneimitteln soll dazu auf der Basis der Abgabemengen des Vorjahres erfolgen. Insbesondere große Packungsgrößen wird man also im Moment nicht oder schwerer in der normalen Apotheke erhalten, da diese vorwiegend an Kliniken/Klinikapotheken geliefert werden. Kleinere Mengen müssten weiterhin erhältlich sein. Wir werden uns für eine Lösung in Bezug auf die erhöhten Zuzahlungen, die sich dadurch ergeben, einsetzen. 
Stand: 24.03.2020

Medienberichten zufolge soll man bei Verdacht auf COVID-19 kein Ibuprofen einnehmen, sondern lieber Paracetamol. Wie ist diese Empfehlung zu bewerten?

Unter Wissenschaftlern gibt es eine Diskussion, ob Arzneimittel wie Ibuprofen den Krankheitsverlauf von Covid-19 beeinflussen könnte. Inzwischen hat die europäische Arzneimittelbehörde EMA alle verfügbaren Daten zum Thema gesichtet und kommt zu dem Schluss, dass es keine Evidenz gibt, die dafürspricht, die Einnahme von Ibuprofen einzuschränken. Auch die WHO hat die Empfehlung man solle lieber Paracetamol nehmen, inzwischen wieder zurückgenommen. 

Kann ich als CF-Betroffener noch zur CF-Physiotherapie gehen? 

Es gibt keine allgemeinen Empfehlungen für den Termin bei der Physiotherapie. Es empfiehlt sich, die CF-Physiotherapie-Praxis vorab telefonisch zu kontaktieren und möglichst in jeweilige bekannte Praxen zu gehen, die die CF-spezifischen sowie allgemein empfohlene Hygienemaßnahmen beachten. Bitte reisen Sie möglichst nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln an. 

Grundsätzlich ist zu bedenken, dass es ja auch Ziel der Physiotherapie ist, den Patienten dahin zubringen die Therapie eigenständig durchzuführen. Je nach gesundheitlicher Situation könnte dann also vermehrt zuhause Physiotherapie gemacht werden. Lassen Sie sich in die Lage versetzen, für einen gewissen Zeitraum die notwenigsten Übungen selbst zuhause durchzuführen und sprechen Sie aktiv die Nutzung digitaler Kanäle für eine Behandlung an. 

Nach den Empfehlungen für den Heilmittelbereich GKV Spitzenverbands aufgrund des Ausbruchs von SARS-CoV-2 (Corona) -  Stand: 18. März 2020 / 18.00 Uhr ist es nämlich für den Physio-Praxis möglich, Videobehandlung mit vorheriger Einwilligung der Versicherten abzurechnen. 

Es erscheint zurzeit sinnvoll, auch in Absprache mit Ihrem Therapeut und bei Unsicherheiten mit Ihrem behandelnden Arzt, gut zu überlegen, welche Therapietermine unbedingt notwendig sind. Sollten Sie sich entscheiden, Ihren Physiotherapie-Termin nicht wahrzunehmen, ist es wichtig für die Praxis, dass Sie den Termin rechtzeitig absagen.

In einigen Bundesländern darf derzeit keine Physiotherapie in Anspruch genommen werden. Nehmen Sie Kontakt mit Ihrem Physiotherapeuten auf und besprechen Sie, was Sie in der Übergangsphase tun können.

Stand: 30.3.2020

Was kann ich tun, wenn ich in psychotherapeutischer Behandlung bin und Behandlungstermine nicht stattfinden können?

Suchen Sie in diesem Fall den Kontakt zu Ihrem Psychotherapeuten und besprechen Sie, ob derzeit eventuell andere Formen der Kommunikation möglich sind. Auch niedergelassene Psychotherapeuten können jetzt entsprechend der Kassenärztlichen Bundesvereinigung Videobehandlungen abrechnen. In diesem Kontext können Sie auch die Verwendung von entsprechenden Online-Tools zum Selbstmanagement ansprechen. Für Menschen mit leichten Depressionsformen gibt es z.B. das Tool iFightDepression der Stiftung Depressionshilfe. 

Bitte beachten Sie: Solche Tools dürfen nur unter professioneller Betreuung des behandelnden Psychotherapeuten oder Hausarztes begleitend angewendet werden und sind kein Ersatz für eine Behandlung. Sie sind weder für Menschen mit schweren Depressionsformen noch für die Allgemeinheit geeignet, um mit der aktuellen Corona-Situation und daraus resultierenden Ängsten und Sorgen umzugehen.

Wenn Sie (auch aufgrund der aktuellen Situation) an sich Symptome von Angst und Depression feststellen, wenden Sie sich an Ihre CF-Ambulanz oder Ihren betreuenden Psychotherapeuten. Weitere Informationen entnehmen Sie dem verlinkten Flyer.

Flyer Psychische Gesundheit bei Mukoviszidose

Stand: 31.3.2020

Kann ich als CF-Betroffener jetzt Kontrolltermine in meiner Ambulanz wahrnehmen? 

Es zeigt sich, dass die meisten CF-Ambulanzen nach Kontaktaufnahme mit dem Patienten die Termine der stabilen Patienten umbestellen. Dabei ist es in der Regel nichtmöglich, außer in Notfällen, einen Ersatztermin im selben Quartal anzubieten. Es ist im Einzelfall zu entscheiden, inwiefern Videosprechstunden eine Alternative sein können. Die KBV und der GKV-Spitzenverband haben angesichts der Corona-Krise für Videosprechstunden die Begrenzungsregeln aufgehoben. Damit sind Fallzahl und Leistungsmenge nicht limitiert. Das gilt zunächst für das zweite Quartal.

Informationen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV)


Fragen von Behandlern

Was muss ich dabei beachten, wenn ich als Physiotherapeut CF-ler behandle?

Viele Physiotherapeuten sind jetzt verunsichert, ob sie weiter CF-ler behandeln oder zu deren Schutz Termine vorsorglich absagen sollen. Es gibt keine grundsätzliche Antwort auf diese Bedenken. Die Entscheidung, weiter Termin durchzuführen, sollte immer individuell und anlassbezogen zusammen mit dem Cf-ler getroffen werden. Dabei sollten der gesundheitliche Zustand und die akute Notwendigkeit der Physiotherapie in der Praxis miteinbezogen werden. Eine Hilfestellung kann dabei die Informationsgrafik von PhysioDeutschland sein: zur Infografik.

PhysioDeutschland, der Deutsche Verband für Physiotherapie (ZVK) e.V., hat auf seiner Internetseite ein breites Angebot zur coronabezogenen Informationen. Dort gibt es viele konkrete Hilfestellungen und Materialien:

Informationensangebot von PhysioDeutschland

Sollten Sie sich für eine Absage der Behandlung in der Praxis entscheiden, ist es sinnvoll den Cf-lern Tipps für eine selbstständige Durchführung zu Hause zu geben. Möglicherweise kann dabei auch auf die Nutzung digitaler Kanäle zurückgegriffen werden. Videobehandlung ist jetzt unter gewissen Voraussetzungen auch abrechenbar, bitte lesen Sie dazu die entsprechend FAQ. Viele CF-Patienten oder die Eltern betroffener Kinder haben Materialien und Geräte (Trampolin, Pezziball, PEP, Flutter usw.) zu Hause, die dabei genutzt werden können. Passive Maßnahmen können ggf. durch angeleitete Angehörige des eigenen Haushalts durchgeführt werden. Bitte wägen Sie hierbei immer die individuellen Gegebenheiten ab.

Bei einer Behandlung in der Praxis ist es wichtig weiterhin die CF-spezifischen sowie allgemein empfohlenen Hygienemaßnahmen zu beachten und nach Keimen getrennt zu terminieren.
Stand: 27.3.32020

Welche Schutzmaßnahmen sollte ich bei der physiotherapeutischen Behandlung beachten?

Die Verwendung von geeigneter Schutzausrüstung ist besonders in der Corona-Situation für den Schutz der Patienten und für den Selbstschutz wichtig. Verwenden Sie bei der Behandlung immer einen Mund-Nasen-Schutz (MSN). Obwohl dieser keine vollständige Abdeckung garantiert, sollte er das Risiko senken, dass ein potentiell infizierter, asymptomatischer Physiotherapeut einen Patienten infiziert. Doch auch für den Physiotherapeuten besteht das Risiko, sich bei einem Patienten anzustecken. Folgende Maßnahmen sollten helfen das Risiko einer Ansteckung zu senken: 

  • Weisen Sie den Patienten darauf hin, dass er verantwortungsvoll mit neuen Symptomatiken umgehen und Sie vorab informieren soll, falls er sich krank fühlt.
  • Bei Abhusten nach der Sekretmobilisation besteht ein besonders hohes Ansteckungsrisiko.
  • Treten Sie während dem Prozess 1-2 m zurück. 
  • Der Patient sollte sich dabei abwenden und ein mehrfach gefaltetes Handtuch über Mund und Nase halten.

Exkurs: Wir haben von verschiedenen Praxen die Rückmeldung bekommen, dass es derzeit Engpässe in der Verfügbarkeit von Schutzmaterialien gibt. Obwohl diese Situation bekannt ist, wird eine kurzfristige Lösung für diese Problemantik aufgrund von Lieferengpässen schwierig sein. Sollten Sie davon betroffen sein, können ggf. digitale Lösungen, wie Videobehandlung, genutzt werden. Lesen Sie dazu die entsprechende FAQ.

Stand: 26.3.2020

Was muss ich als Heilmittelerbringer bei Videobehandlung beachten?

Nach den „Empfehlungen für den Heilmittelbereich des GKV Spitzenverbands aufgrund des Ausbruchs von SARS-CoV-2 (Corona)“ -  Stand: 18. März 2020 / 18.00 Uhr ist es möglich, Videobehandlungen mit vorheriger Einwilligung der Versicherten abzurechnen. Ernährungstherapeuten können darüber hinaus auch eine Beratung am Telefon durchführen.

Informationen auf der Seite des GKV-Spitzenverbands

Es gibt eine Vielzahl von Anbietern für Videobehandlungen, einige stellen ihre Dienste während der akuten Corona-Situation vorübergehend kostenfrei zur Verfügung. Eine Orientierung können die Liste des „health inovation hub“ des Bundesministeriums für Gesundheit und die Liste der Kassenärztlichen Vereinigung bieten. 

health innovation hub (Sie müssen etwas herunterscrollen bis ungefähr auf die Hälfte der Seite)

Kassenärztliche Vereinigung

Laut Auskunft des GKV-Spitzenverbandes gibt es nach den sehr unbürokratisch gehaltenen Formulierungen der Empfehlung keine Anforderungen an spezielle zertifizierte Software für die Videobehandlung. Wichtig ist in jedem Fall, dass die Versicherten dieser Videobehandlung zustimmen und dass diese in Räumen erfolgt, die die Privatsphäre sicherstellen. Um sich abzusichern, sollten Sie sich aber vor der Anwendung und Abrechnung der Videobehandlung an Ihren Kostenträger wenden. Spezielle Information zur Videobehandlung für Physiotherapeuten bietet PhysioDeutschland

Stand: 30.3.2020

Was muss ich als Arzt oder Psychotherapeut bei der Videosprechstunde beachten?

Wenn Sie als Arzt oder Psychotherapeuten eine Videosprechstunde anbieten wollen, finden Sie alle relevanten Informationen auf der Seite der Kassenärztlichen Vereinigung.

Liste der zertifizierten Anbieter

Stand: 31.3.2020
 


Fragen zu Auswirkungen auf das Privatleben

Sollte man sein Zuhause überhaupt noch verlassen?

Bis keiner mehr wegen einer Ausgangssperre das Haus verlassen darf, spricht im Grundsatz nichts dagegen, an die frische Luft zu gehen und auch sportliche Aktivitäten ins Freie zu verlegen (Strammer Spaziergang, Radtour etc.). Handeln Sie dabei aber unbedingt verantwortlich! Meiden Sie Menschenansammlungen. Wenn Sie in Begleitung rausgehen, beschränken Sie diese möglichst auf eine Person aus dem häuslichen Umfeld.

Lassen Sie notwendige Einkäufe oder sonstige notwendige Besorgungen durch Dritte erledigen. Diese sollten besonders achtsam mit den empfohlenen Hygieneregeln umgehen. Idealerweise ist ein Kontakt zu vermeiden. Lebensmittel können z.B. vor der Tür abgelegt werden.

Auch wenn es komisch aussehen mag: Wenn das nicht möglich ist, nutzen Sie einen Mundschutz und ggf. eine Brille (das Virus wird über die Schleimhäute übertragen) und beachten Sie die empfohlen Verhaltens- und Hygieneregeln. Niemals vergessen: möglichst nicht ins Gesicht fassen und Hände waschen!

Ich bin CF-betroffen und traue mich gerade nicht mehr raus. Welche Hilfsmöglichkeiten gibt es für mich? 

Sprechen Sie Verwandte, Freunde, Nachbarn an. In einigen Regionen gibt es auch Initiativen, Nachbarschaftshilfen oder Ehrenamtsorganisationen, die Sie ansprechen können, z.B.:

Sollte sich in räumlicher Nähe eine CF-Selbsthilfegruppe befinden, fragen Sie durchaus auch dort nach. Vielleicht gibt es hier Informationen zu weiteren Unterstützungsangeboten oder Kontakten vor Ort.
Sollte das alles nicht funktionieren, wenden Sie sich an uns. Wir werden uns dann mit Ihnen gemeinsam um Lösungen vor Ort bemühen.

Was kann ich in dieser Ausnahmesituation für mich und mein seelisches Gleichgewicht tun?

Die aktuelle Situation kann aufgrund vielfältiger Umstände zu Verunsicherungen, schlechter Laune und auch konkreten Ängsten führen. Deswegen ist es wichtig, auf das seelische Gleichgewicht zu achten. Machen Sie bewusst Dinge, die Ihnen guttun und lassen oder vermeiden Sie folglich die Dinge, die Ihnen nicht gut tun!

Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde hat fünf Empfehlungen für die seelische Gesundheit während der Corona-Situation zusammengestellt, die konkrete Anregungen und Tipps enthalten.

Empfehlungen der DGPPN

Die häusliche Isolation ist eine besondere Anforderung an die Psyche. Hierzu hat der Berufsverband der Österreichischen PsychologInnen ein sehr anschauliches Informationsblatt erstellt: 

Informationsblatt BÖP

Der Mukoviszidose e.V. bietet ein psychosoziales Beratungs- und Unterstützungsangebot  in Zeiten der Corona-Krise, #gemeinsam durch die Krise: „Zeit zum Aufatmen!“, an. Über telefonische Einzelberatungen oder Gruppentreffen im Netz werden Mukoviszidose-Betroffene und ihre Angehörigen während der „Isolation“ in der Corona-Krise unterstützt. 

Interesse? Weitere Informationen

Stand: 06.04.2020

Was mache ich, wenn ich mich aktuell in einer akuten psychischen Krise befinde, starke Symptome von Angst und Depression feststelle?

  • Kontaktieren Sie umgehend Ihren Hausarzt oder wenden Sie sich an die CF-Ambulanz. Weitere Informationen zu den Symptomen entnehmen Sie bitte dem verlinkten Flyer: 
    Flyer Psychische Gesundheit bei Mukoviszidose (PDF)
  • Wenn Sie niemanden erreichen oder von dort kurzfristig keine Unterstützung möglich ist, nehmen Sie Kontakt mit dem ärztlichen (psychiatrischen) Bereitschaftsdienst (bundesweite Tel.: 116 117) auf
  • oder wenden Sie sich an ein Hilfs- bzw. Beratungsangebot für akute Krisensituationen, z.B. das der Telefonseelsorge: Diese bietet anonyme, kostenlose Beratung zu jeder Tages- und Nachtzeit unter den bundesweiten Telefonnummern 0800 - 1110111  oder 0800 - 1110222 bzw. im Internet (Internetseite der Telefonseelsorge).
  • Sobald unmittelbare Selbst- oder Fremdgefährdung (insbesondere Suizidgefährdung) besteht, sollten Sie nicht zögern, sofort einen psychiatrischen Notdienst, den Rettungsdienst (112) oder die Polizei zu verständigen.

Stand: 06.04.2020

Wo finde ich Informationen, wenn ich mich tiefergehend bzw. wissenschaftlicher mit der Thematik „Psychische Belastungen während COVID-19“ beschäftigen möchte?

Hierzu empfehlen wir einen Artikel im Bundesärzteblatt mit einer ausführlichen Analyse zu dem Thema. Am Ende des Artikels gibt es konkrete Listen zu:

  • Aktivitäten zum Erhalt des Wohlbefindens in Isolation
  • Hinweise zum Umgang mit älteren Menschen
  • Hinweise zum Umgang mit Kindern
  • Informationen für die Allgemeinbevölkerung

Artikel Bundesärzteblatt

Stand: 06.04.2020

Kann ich als CF-Betroffener noch mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit fahren? 

Von der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel wird dringend abgeraten. Die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel sollte, wenn nicht anders möglich, nur unter strikter Einhaltung der Hygienemaßnahmen erfolgen, zu denen neben der Händehygiene auch ein Abstand von 1-2 Metern zu anderen Menschen zählt. 

Alle Fitnessstudios sind geschlossen, wie kann ich mich dennoch bewegen und körperlich trainieren?

  • Nutzen Sie das eigene Körpergewicht fürs Krafttraining. Übungen finden Sie auch auf der DVD „Ein Leben in Bewegung“ des Mukoviszidose e.V. Diese kann über die Geschäftsstelle bestellt werden. Außerdem finden Sie Übungen auf unserem YouTube-Kanal. Zum YouTube-Kanal
  • Stehen Ihnen zuhause Trainingsgeräte, z.B. Pezziball, Terrabänder, Hanteln etc. zur Verfügung, die Sie auch aus der Sport- oder Physiotherapie kennen? Nutzen Sie diese mit den Ihnen geläufigen Übungen. 
  • Nutzen Sie bei Interesse unsere „Sport vor Ort Beratung“ und erlernen Sie bei Bedarf per Videotelefonie Übungen für zuhause. 
  • Machen Sie Spaziergänge draußen an der frischen Luft oder fahren Sie Rad, oder machen Sie – möglichst alleine –, was Ihnen sonst noch Spaß macht, mit Bewegung zu tun hat und Ihnen gesundheitlich möglich ist. Vielleicht sollte man darauf achten, keine unfallträchtigen Sportarten auszuüben. Zurzeit sollte man Krankenhäuser möglichst meiden…;-)

Handeln Sie dabei aber unbedingt verantwortlich! Meiden Sie möglichst jegliche Menschenansammlungen. Wenn Sie sich in Begleitung bewegen bzw. rausgehen, beschränken Sie diese möglichst auf eine Person aus dem häuslichen Umfeld.

Stand: 27.3.2020

 

Ich bin CF Patient. Mein Partner/Angehöriger hat sich mit COVID-19 angesteckt. Was können wir jetzt tun?

Hier kann keine allgemeine Empfehlung gegeben werden. Jeder Fall muss individuell betrachtet werden und ist abhängig, z.B. von der Größe der Wohnung, der Anzahl der Zimmer, den Möglichkeiten, Mahlzeiten getrennt einnehmen zu können etc. Die Ambulanzen versuchen, das Problem mit Ihnen im Einzelgespräch zu lösen.  

Was kann ich tun, wenn ich wegen meines Hustens in der Öffentlichkeit angefeindet wurde?

Den Mukoviszidose e.V. erreichen immer mehr Berichte, dass Patienten in der Öffentlichkeit angefeindet wurden. Der Verein startet daher eine Online-Kampagne, um über Mukoviszidose aufzuklären. Laden Sie dieses Schild herunter, fotografieren Sie sich damit und posten Sie das Bild unter #ichbinnichtansteckend in den sozialen Medien. Hoffentlich können wir so erreichen, dass chronisch erkrankte Menschen jetzt nicht diskriminiert werden.

Sie können sich mit dem Motiv auch T-Shirts drucken lassen. Dafür haben wir Vorlagen für den T-Shirtdruck erstellt: 


Fragen zu Auswirkungen aufs Arbeitsleben

Bürgertelefon des Bundesministerium für Arbeit und Soziales

Der Mukoviszidose e.V. beantwortet in seiner Corona Hotline vor allem Cf-spezifische Fragestellungen. Wenn Sie die stark frequentierte Hotline des Mukoviszidose e.V. entlasten möchten, können Sie konkrete allgemeine Fragen zu Themen wie Rente, Minijobs, Kurzarbeit oder anderen Aufgabenbereichen des Ministeriums auch über das Bürgertelefon des BMAS stellen. Die Hotline ist von montags bis donnerstags zwischen 8:00 und 20:00 Uhr erreichbar.

Stand: 23.03.2020

Mein Einkommen aus dem Minijob bricht weg. Was kann ich tun?

Grundsätzlich gilt das Arbeitsrecht auch bei Minijobs. Es gibt daher auch die sechswöchige Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall durch den Arbeitgeber. Allerdings stehen Minijobber nach der sechswöchigen Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber schlechter da, als Arbeitnehmer in sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen, denn Minijobber erhalten kein Krankengeld von der Krankenkasse. Auch vom Kurzarbeitergeld sind sie ausgeschlossen, falls der Arbeitgeber Kurzarbeit anordnet. Wenn der Arbeitgeber Sie aber einfach nicht mehr einsetzt, kommt es darauf an, wie Ihr Arbeitsvertrag gestaltet ist: Haben Sie ein festes Stundenkontingent oder monatliches Festgehalt im Arbeitsvertrag vereinbart, gilt dies weiter. 

Wenn Sie Einnahmeeinbußen wegen Kündigung des Minijobs, mangels Berücksichtigung im Einsatzplan oder fehlenden Krankengelds haben, können Sie sich an staatliche Stellen wie das Jobcenter (für Berufstätige, erwerbsfähige Arbeitslose oder Teilerwerbsminderungsrentner) oder Sozialämter (für Vollerwerbsminderungs- oder Altersrentner) wenden. Möglicherweise steht Ihnen von diesen Stellen Unterstützung zu. Falls Sie aber daraus keinen Anspruch haben, weil Ihr Einkommen noch zu hoch ist, denken Sie auch daran, Wohngeld oder Kinderzuschläge zu beantragen, möglicherweise kommen diese jetzt für Sie in Betracht.
Stand: 26.3.2020

Mein Angehöriger hat CF. Was kann ich tun, um ihn nicht zu gefährden? Muss ich weiterhin zur Arbeit gehen?

Bitte beachten Sie grundsätzlich die Empfehlungen für Hygienemaßnahmen in unserer Newsmeldung zum Thema Coronavirus

Es gibt zur Zeit keinen rechtlichen Anspruch darauf der Arbeit fern zu bleiben, wenn ein Angehöriger zur Risikogruppe gehört. Der Deutsche Gewerkschaftsbund schreibt dazu: 
„Die bloße Befürchtung, sich bei Verlassen der Wohnung möglicherweise mit dem Corona-Virus anzustecken, genügt nicht, damit Sie der Arbeit fernbleiben dürfen. Denn eine nur potenzielle Ansteckungsgefahr – auf dem Weg zur Arbeit oder am Arbeitsplatz – gehört zum allgemeinen Lebensrisiko. Diese trägt jede und jeder Beschäftigte selbst.
Angesichts der aktuellen Lage und der Aufforderung der Gesundheitsexperten und der Politik, soziale Kontakte auf das Mindestmaß zu begrenzen, ermöglichen derzeit viele Arbeitgeber ihren Beschäftigten, die Arbeit von Zuhause aus zu erledigen. In vielen Betrieben bestehen schon heute Regelungen zur Arbeit im Homeoffice / von Zuhause aus. Auf diese kann und sollte zurückgegriffen werden. Bitte prüfen Sie jedoch, welche Absprachen ggf. erforderlich sind. Der Corona-Virus kann allerdings auch in Betrieben, in denen bislang kein Homeoffice möglich ist, Anlass sein, über entsprechende Regelungen nachzudenken und entsprechende Möglichkeiten zu prüfen, um die Auswirkungen von Ansteckung und Erkrankungen auf den Betrieb zu minimieren. Fragen Sie zu den Möglichkeiten im Betrieb nach. In Betrieben mit Betriebsrat oder Personalvertretung können zwischen diesen und dem Betrieb Absprachen erfolgen.“
(Quelle). 

Suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Arbeitgeber und sprechen Sie über die Sorge, Ihren CF-betroffenen Angehörigen durch die Kontakte nach außen mit dem Coronavirus zu gefährden. Der Mukoviszidose e.V. hat eine Erklärung veröffentlicht, warum Mukoviszidose-Patienten eine Risikogruppe darstellen und was die Gesellschaft und vor allem Arbeitgeber tun können, um diese Gruppe zu schützen. 

Erklärung herunterladen (PDF)

Versuchen Sie, gemeinsam eine umsetzbare Lösung für Ihren Arbeitsplatz zu finden. 

Für medizinisches Personal oder Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Lebensmittelgeschäften, Banken, Post, Drogerien etc. wird es zurzeit nicht möglich sein, eine Arbeitssituation zu schaffen, die ein Übertragungsrisiko reduziert. Sollten Sie große Sorge haben, das Virus zu übertragen, überlegen Sie, wie Sie im privaten Umfeld Lösungen finden können.

Zur Information hier noch ein Link auf die informativen, allerdings nicht cf-spezifischen FAQs des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zu arbeitsrechtlichen Fragen.
 

Ich gehöre zur Risikogruppe, bin berufstätig und kann mich aus finanziellen Gründen nicht langfristig krankschreiben lassen. Gleichzeitig wird der Risikogruppe empfohlen, Sozialkontakte möglichst zu meiden. Was kann ich tun?

Der Arbeitgeber hat gegenüber seinen Beschäftigten eine arbeitsvertragliche Schutz- und Fürsorgepflicht. Deshalb muss er dafür sorgen, dass Erkrankungsrisiken und Gesundheitsgefahren im Betrieb für Sie so gering wie möglich bleiben. Als Mukoviszidose-Patient gehören Sie zu den Risikopatienten und sind daher zurzeit auf den besonderen Schutz der Gesellschaft angewiesen. Es gibt aber keinen rechtlichen Anspruch darauf, als Teil einer Risikogruppe der Arbeit fern bleiben zu dürfen. 

Suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Arbeitgeber und sprechen Sie über die Sorge, durch die Kontakte nach außen mit dem Coronavirus angesteckt zu werden. Der Mukoviszidose e.V. hat eine Erklärung veröffentlicht, warum Mukoviszidose-Patienten eine Risikogruppe darstellen und was die Gesellschaft und vor allem Arbeitgeber tun können, um diese Gruppe zu schützen. 

Stellungnahme herunterladen (PDF)

Sprechen Sie (aktuell möglichst telefonisch) über die individuellen Möglichkeiten, wie sich Ihre Arbeit so gestalten lässt, dass ein Infektionsrisiko minimiert werden kann.
Lösungen könnten z.B. sein: Homeoffice, bezahlte Freistellung, Resturlaub, (unbezahlter) Urlaub, Überstunden abfeiern, Stundenkonto anlegen, unbezahlte Freistellung (Achtung: Bei einer unbezahlten Freistellung endet der Krankenversicherungsschutz automatisch nach einem Monat!) etc. Im Endeffekt geht es darum, pragmatische Lösungen zu finden. Dabei ist Flexibilität von allen Seiten gefordert.

Was mache ich, wenn mir jetzt von meinem Arbeitgeber gekündigt wurde?

Grundsätzlich gilt: Auch in der Coronakrise gilt das Arbeitsrecht.

Das bedeutet, dass Sie die gleichen Rechte haben wie sonst auch. Wenn Sie schon länger als sechs Monate bei Ihrem Arbeitgeber sind und im Betrieb mehr als zehn Vollzeitmitarbeiter beschäftigt sind, greift das Kündigungsschutzgesetz, wonach Kündigungen nur unter engen Grenzen möglich sind. Falls Sie auch schwerbehindert sind, unterliegen Sie noch einem besonderen Kündigungsschutz. Der Arbeitgeber muss das Integrationsamt vor Ausspruch der Kündigung um Zustimmung bitten. In jedem Fall muss der Arbeitgeber zumindest die gesetzlichen Kündigungsfristen einhalten. Sollte er seinen Betrieb vor Ablauf der Kündigungsfrist insolvent schließen müssen, können Sie möglicherweise Insolvenzgeld von der Agentur für Arbeit auf Antrag erhalten.

Wenn Sie sich gegen eine Kündigung wehren wollen, müssen Sie innerhalb von drei Wochen Kündigungsschutzklage erheben. Sie können sich von Gewerkschaften oder Fachanwälten für Arbeitsrecht dazu beraten lassen.

Ich fühle mich krank, möchte aber nicht in eine Arztpraxis. Wie kann ich mich krankschreiben lassen?

Krankschreibungen kann ihre betreuende CF-Ambulanz, aber auch der Hausarzt durchführen. Dies ist ab sofort bei einer leichten Erkrankung der oberen Atemwege auch telefonisch für bis zu 14 Tage möglich ohne Vorstellung in der Praxis.

Die Ärzte dürfen nach telefonischer Anamnese auch eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung beziehungsweise eine ärztliche Bescheinigung für den Bezug von Krankengeld bei der Erkrankung eines Kindes für bis zu einer Woche ausstellen.

Weitere Informationen

Stand: 24.03.2020
 


Fragen zu Hygieneempfehlungen

Welche Hygienemaßnahmen sollte ich als CF-Betroffener besonders beachten? 

Die Empfehlungen für Hygienemaßnahmen finden Sie in unserer Newsmeldung zum Thema Coronavirus. Die Lage in Deutschland spitzt sich zu. Es ist mit immer weiteren Einschränkungen des öffentlichen und privaten Lebens zu rechnen. Noch ist es aber möglich, an die frische Luft zu gehen, was an nicht stark frequentierten Orten sicher sinnvoll ist. Der Virus wird durch Tröpfcheninfektion übertragen und hält sich nicht lange als Wolke in der Luft, sondern sinkt schnell auf den Boden. Daher ist auch regelmäßiges Lüften eine gute Möglichkeit der Risikominimierung. 


Fragen zum Vereinsleben

Kann ich die Veranstaltungen des Mukoviszidose e.V. noch besuchen? 

Der Mukoviszidose e.V. hat alle Veranstaltungen bis Mitte April abgesagt. Bitte informieren Sie sich dazu auf unserer Internetseite oder erkundigen Sie sich direkt bei den jeweiligen AnsprechpartnerInnen in der Geschäftsstelle. 

Newsmeldung zum Coronavirus

Kann ich als CF-Betroffener weiterhin Unterkunft im Haus Schutzengel finden?

Wenn Sie für sich geprüft haben, ob die ortsnahe Unterkunft zur Medizinischen Hochschule Hannover für Sie sinnvoll und notwendig ist, dann beantworten wir Ihre Frage mit „Ja“, denn:

  • Wir setzen nicht erst seit der Pandemie täglich ein penibles Hygienemanagement um, um die Sicherheit für Betroffenen und immunsuprimierten Patienten nach einer Transplantation im Haus Schutzengel zu erhöhen. 
  • Jede/r Bewohner/in des Hauses hat die Möglichkeit sich ausschließlich in seinem Zimmer und Bad aufzuhalten, dass wir gereinigt und desinfiziert übergeben.

Bitte beachten: reisen Sie nach Möglichkeit nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln an!

Wir können leider nicht aufnehmen, wenn:

  • Sie Träger problematischer sonstiger Keime sind: so dürfen Patienten mit akuten (Virus-) Infektionen, Burkholderia cepacia, Mycobacterium abscessus und MRSA leider nicht aufgenommen werden, denn
  • für diese Keime kann eine besonders krankheitsverstärkende Wirkung durch Ansteckung nicht ausgeschlossen werden.
  • Sie aus einer expliziten „Corona-Risikoregion“ kommen
  • Sie Kontakt zu Corona-Infizierten hatten, 
  • Sie selbst erkrankt sind (auch z.B. Grippe und andere infektiöse Krankheiten) 

Vor Aufnahme ins Haus werden Sie dazu befragt und müssen Ihre Angaben schriftlich bestätigen.

Zuletzt aktualisiert: 06.04.2020
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