FAQs zum Coronavirus (Sars-CoV-2)

FAQs zum Coronavirus und Mukoviszidose

Aufgrund der aktuellen Situation erreichen uns immer mehr Fragen zum Thema Coronavirus und Mukoviszidose. Auf dieser Seite haben wir die häufigsten Fragen und Antworten für Sie zusammengefasst. Da sich die Situation momentan ständig ändern, bitten wir Sie auch, sich über die aktuelle Situation beim Robert Koch-Institut oder der BZgA zu informieren. Aktualisiert am 30. April 2021.



Informationen zu Covid-19, Impfung und Mukoviszidose

Weitere Informationen zur Coronavirus-Impfung

Wann kann ich mich als CF-Patient voraussichtlich impfen lassen?

Aufgrund begrenzter Impfstoffverfügbarkeit wird die Impfung aktuell noch nur bestimmten Personengruppen angeboten, die nachweislich ein besonders hohes Risiko für schwere oder tödliche Verläufe einer COVID-19-Erkrankung haben oder die beruflich entweder ein hohes Ansteckungsrisiko oder engen Kontakt zu gefährdeten Personengruppen haben.

Die Reihenfolge der Impfungen ist in einer Rechtsverordnung des Bundesgesundheitsministeriums festgelegt, die auf der Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) beim Robert-Koch-Institut (RKI) aufbaut.

Auf der Grundlage aktueller Erkenntnisse zu den zugelassenen Impfstoffen und zum Verlauf von COVID-19 bei bestimmten Risikofaktoren oder Vorerkrankungen wurden die Empfehlung der STIKO und die Rechtsverordnung des BMG angepasst.

Aktuelle Rechtsverordnung: Mukoviszidose-Patienten in Gruppe 2

Nach der Aktualisierung der Rechtsverordnung Anfang Februar werden Personen mit interstitieller Lungenerkrankung, COPD, Mukoviszidose oder einer anderen, ähnlich schweren chronischen Lungenerkrankung in Gruppe 2 mit „hoher Priorität“ geimpft.

Der Gesetzgeber hat damit auf unsere Intervention reagiert, Mukoviszidose-Patienten explizit als Risikogruppe anzuerkennen und ihnen einen schnellen Zugang zur Impfung zu ermöglichen. Auch Transplantierte werden weiterhin mit hoher Priorität in Gruppe 2 geimpft. 

Aktuelle Informationen zum AstraZeneca-Impfstoff

Nach mehreren Beratungen hat die Ständige Impfkommission (STIKO) entschieden, auf Basis der derzeit verfügbaren, allerdings noch begrenzten Daten zum Auftreten seltener, aber sehr schwerer thromboembolischer Nebenwirkungen den Corona-Impfstoff von AstraZeneca nur noch für Personen im Alter ab 60 Jahren zu empfehlen, da diese Nebenwirkung 4 bis 16 Tage nach der Impfung, ganz überwiegend bei Personen im Alter <60 Jahren auftraten. Der Einsatz des Corona-Impfstoffs von AstraZeneca für eine erste oder zweite Impfstoffdosis unterhalb dieser Altersgrenze bleibt indes nach ärztlichem Ermessen und bei individueller Risikoakzeptanz nach sorgfältiger Aufklärung möglich, so die STIKO.

Bislang liegen keine Daten zum Risiko schwerer thromboembolischer Nebenwirkungen bei der Zweitimpfung vor. Hinsichtlich der zweiten Impfstoffdosis für jüngere Personen, die bereits eine erste Dosis des Corona-Impfstoffs von AstraZeneca erhalten haben, gibt es noch keine umfassende wissenschaftliche Datengrundlage zur Sicherheit und Wirksamkeit einer Impfserie mit unterschiedlichen Impfstoffen. Bis entsprechende Daten vorliegen empfiehlt die STIKO, bei Personen im Alter <60 Jahren anstelle der zweiten AstraZeneca-Impfstoffdosis eine Dosis eines mRNA-Impfstoffs 12 Wochen nach der Erstimpfung zu verabreichen.

Weitere Informationen dazu im Beschluss der STIKO zur 4. Aktualisierung der COVID-19-Impfempfehlung (01.04.2021)

Eine Vielzahl an Fragen zu COVID-19 und Impfen beantwortet das RKI in seinen FAQs. Hier finden Sie auch Informationen zu den unterschiedlichen Impfstoffen von Moderna, BioNTech/Pfizer und AstraZeneca.

Stand: 29.04.2021

Telefonische Beratung

Der Mukoviszidose e. V.  berät auch telefonisch zum Thema Coronavirus und Mukoviszidose. Sie erreichen uns innerhalb der Geschäftszeiten unter der Telefonnummer 0228/98780-0.

COVID-19 und Mukoviszidose

Im Deutschen Mukoviszidose-Register werden COVID-19-Fälle bei Mukoviszidose-Patienten gesammelt. Die Daten haben wir auf unserer Internetseite veröffentlicht: Auswertung für Patienten und Angehörige

Erste Registerauswertungen deuten darauf hin, dass COVID-19-Erkrankungen bei Menschen mit Mukoviszidose seltener sind und nicht so häufig zu den erwarteten schweren Verläufen führen. Woran das liegen könnte, und welche Aspekte Wissenschaftler hierzu untersuchen, lesen Sie in unserer Newsmeldung.

Psychosoziales Beratungs- und Unterstützungsangebot in der Corona-Krise

Um Mukoviszidose-Betroffene und ihre Angehörigen in der Zeit der Isolation durch die Corona-Krise zu unterstützen, hat der Mukoviszidose e.V. ein neues Beratungsangebot ins Leben gerufen. Möglich sind telefonische Einzelberatungen oder Gruppentreffen im Netz. 

Weitere Informationen und Beratungszeiten

Schutzengel verschicken

Die Coronapandemie ist eine schwere Zeit für uns alle. Verschicken Sie daher einen Schutzengel an liebe Menschen und zeigen Sie ihnen damit, dass Sie an sie denken. 

Weiterlesen

Auf welchem Weg können Mukoviszidose-Betroffene in ihrem Bundesland einen Impftermin vereinbaren?

(Angaben ohne Gewähr)

Baden-Württemberg

Bayern 

Berlin

  • In Berlin sollen Personen, die aufgrund einer chronischen Vorerkrankung mit hoher Priorität Anspruch auf eine Schutzimpfung haben, eine Einladung zur Impfung per Post erhalten.
  • Weitere Informationen

Brandenburg

Bremen

  • In Bremen erhalten Personen, die aufgrund einer chronischen Vorerkrankung mit hoher Priorität Anspruch auf eine Schutzimpfung haben, eine Einladung zur Impfung durch ihre Krankenkasse per Post. Die Einladung erfolgt absteigend nach Geburtsjahrgängen.
  • Weitere Informationen

Hamburg

Hessen

Informationen für Angehörige von CF-Betroffenen in Hessen zu ihrem Impfanspruch gemäß §3 der Impfverordnung

In Hessen haben Kontaktpersonen von Mukoviszidose-Betroffenen zum Teil von Schwierigkeiten berichtet, einen Impftermin zu vereinbaren, da sie laut Auskunft der Verantwortlichen nicht anspruchsberechtigt seien.  
Wir haben beim zuständigen Ministerium nachgefragt, wie die Impfverordnung des Bundes in Hessen interpretiert wird und Folgendes bestätigt bekommen:

  • Der Impfanspruch für Kontaktpersonen besteht ab der Pflegestufe 1 und setzt lediglich die Feststellung einer Pflegestufe als solche voraus, nicht ein bestimmtes Ausmaß.
  • Auch Eltern CF-betroffener Kinder haben einen Impfanspruch, denn es besteht kein Zusammenhang zum Anspruch der zu pflegenden Person auf eine Impfung, zumal auch Kinder grundsätzlich einen solchen Impfanspruch haben, dieser jedoch aktuell in Ermangelung eines zugelassenen Impfstoffs nicht bedient werden kann.

Die Rückmeldungen im Wortlaut finden Sie in diesem Dokument (PDF), das Sie gerne verwenden können, sollten Sie Schwierigkeiten bei der Terminvereinbarung haben. 

Mecklenburg-Vorpommern

  • In Mecklenburg-Vorpommern werden Termine zur Impfung telefonisch unter der Telefonnummer 0385 20271115 vereinbart (montags bis freitags: von 8 Uhr bis 20 Uhr; Wochenende und Feiertage: von 9 bis 16 Uhr)
  • Weitere Informationen

Niedersachsen

  • Terminvereinbarung über die Hotline 0800 99 88 665 (montags bis samstags in der Zeit von 8 bis 20 Uhr) oder online
  • Weitere Informationen

Nordrhein-Westfalen

Rheinland-Pfalz

Saarland:

Sachsen:

Sachsen-Anhalt:

Schleswig-Holstein

Thüringen

Stand: 30.04.2021

Wie läuft die Terminvergabe für die Impfung ab?

Für die Organisation und den Betrieb der Impfzentren sowie die Terminvergabe sind grundsätzlich die Bundesländer zuständig. Das Vorgehen ist in den Bundesländern unterschiedlich.

Für den Nachweis, dass Sie als Mukoviszidose-Patient zur Gruppe 2 gehören, sollte ein formloses Attest eines Arztes (Hausarzt oder CF-Arzt) ausreichen. Dieses formlose Attest muss zwar die Erkrankung nicht enthalten und könnte z.B. lauten "Bei meinem o.g. Patienten liegt eine Erkrankung im Sinne von Paragraf 3 Ziffer 2 der Corona-Virus-Impfverordnung vor", siehe auch Praxisinformation der Kassenärztlichen Bundesvereinigung vom 22.02.21. Allerdings raten wir Patienten, zusätzlich einen Arztbrief zum Impfzentrum mitzunehmen, denn in Einzelfällen haben Impfärzte schon die ärztliche Bestätigung der Diagnose verlangt, um die Priorisierung überprüfen zu können.

Informationen der Bundesländer zur Corona-Impfung

Stand: 29.4.2021

Kann ich als enger Angehöriger ebenfalls prioritär geimpft werden?

Die Verordnung schränkt die Impfung von Kontaktpersonen dahingehend ein, dass bis zu zwei enge Kontaktpersonen von pflegebedürftigen Menschen mit chronischer Erkrankung prioritär geimpft werden können, nicht aber enge Kontaktpersonen von Schwerkranken ohne Pflegestufe.

Unser Dachverband, die BAG Selbsthilfe, hat in einer Stellungnahme bereits deutlich gemacht, dass in Bezug auf die Impfung von Angehörigen eine Nachschärfung der Impfverordnung dringend für erforderlich gehalten wird. Wir unterstützen diese Forderung ausdrücklich.

Stellungnahme der BAG Selbsthilfe zum Entwurf einer Verordnung zum Anspruch auf Schutzimpfung gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 (Coronavirus-Impfverordnung – CoronaImpfV)

Stand: 29.04.2021

Wird die Impfung auch für transplantierte Patienten empfohlen?

Es gibt bisher wenige Daten oder Studien zu Wirkung und Sicherheit der Impfung speziell nach Transplantation. Das Ansprechen auf die Impfung ist geringer als in der Normalbevölkerung, aber Experten sind sich einig, dass sich transplantierte Patienten auf jeden Fall gegen COVID-19 impfen lassen sollten, weil der Nutzen die möglichen Risiken bei weitem übersteige. Nach Auffassung des Robert-Koch-Instituts (Stand 11.02.2021) sind alle bislang zugelassenen Impfstoffe gegen COVID-19 als Totimpfstoffe zu bewerten, sodass auch bei Immundefizienz keine Sicherheitsbedenken gegen eine Impfung bestehen.

Weitere Informationen zur Impfung nach Transplantation finden Sie auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Transplantationsmedizin.

Stand: 29.04.2021

Ab wann kann mit einem Impfstoff für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren gerechnet werden?

Zunächst stehen die COVID-19-Impfstoffe nur für Erwachsene zur Verfügung, da sie bei Kindern und Jugendlichen noch nicht genügend auf Wirksamkeit und Sicherheit untersucht werden konnten. Wann es eine Impfempfehlung für Kinder gegen COVID-19 geben wird, ist noch nicht absehbar. Studien dazu wurden schon begonnen. Der Mukoviszidose e.V. wird sich dafür einsetzen, dass Kinder mit Mukoviszidose nach der Zulassung so schnell wie möglich auch Zugang zu einer Impfung erhalten.

Stand: 29.04.2021

Wie viele Menschen mit Mukoviszidose haben sich bereits mit COVID-19 infiziert und wie sind deren Verläufe?

Sowohl das deutsche als auch das europäische Register dokumentiert sein Beginn der Pandemie COVID-19-Infektionen bei Mukoviszidose-Patienten. Aktuelle Zahlen zeigen, dass mit steigendem Alter eine höhere Hospitalisierungsrate zu verzeichnen ist. Das Risiko für einen schweren Verlauf hängt dabei vom Alter und den Begleiterkrankungen wie CF-assoziiertem Diabetes mellitus, schlechterer Lungenfunktion (ab FEV1 von 70%) und dem Status nach Organtransplantation ab. So kamen 37% der unter 18-jährigen Patienten ins Krankenhaus, bei den 18-39-Jährigen waren es 47% und bei den über 40-Jährigen 57%.

Vergleicht man diese Zahlen mit denen der Allgemeinbevölkerung, wird deutlich, dass bei Mukoviszidose die 30-Jährigen ein ähnliches Risiko für einen schweren Verlauf haben wie die 60-Jährigen. Kinder mit CF müssen im Fall einer COVID-19-Infektion im Vergleich zur Normalbevölkerung etwas häufiger im Krankenhaus behandelt werden, benötigen aber in der Regel keine intensivmedizinische Betreuung. Dies ergibt sich aus Auswertungen der internationalen Register-Gruppe „Cystic Fibrosis Global Harmonization Group“. Die Zahlen für Deutschland werden mithilfe des Deutschen Mukoviszidose-Registers erfasst. Alle Informationen zu den COVID-19/CF-Zahlen aus dem Register finden Sie auf unserer Internetseite: 

COVID-19/CF-Zahlen aus dem Register

Stand: 29.04.2021


Weitere Hintergrundinformationen

Allgemeine Informationen zu COVID-19

Was sind die Hauptsymptome von COVID-19?

Häufige Symptome sind Husten, Fieber, Schnupfen und eine Störung des Geruchs-und/oder Geschmackssinns. Im Steckbrief zur Krankheit auf der Seite des Robert Koch-Instituts ist eine Infografik dazu zu finden. Zum Steckbrief

Stand: 13.01.2021

Wie kann man sich anstecken?

Die häufigste Art der Ansteckung ist die Tröpfcheninfektion. Hier steckt man sich mit Viren, die z.B. beim Sprechen, Husten oder Niesen als Aerosole in die Luft abgegeben werden, an. Die Viren können so durch Einatmung in den Nasen-Rachenraum und auch in die Lunge gelangen. Dort können sie in die Zellen gelangen und sich dort vermehren.

In der Regel beginnt die Vermehrung der Viren bereits im Rachenraum, so dass zunächst leichte Halsschmerzen auftreten. Die Experten vermuten, dass dadurch gerade zu Beginn der Erkrankung die Viren leicht als Aerosol ausgeatmet werden und die Übertragbarkeit der Viren von Mensch zu Mensch so groß ist. Es kann nicht eindeutig für jeden gesagt werden, ab wann eine mit dem Virus infizierte Person ansteckend ist. Hauptsächlich in der Zeit, in der sich die Viren massiv vermehren und vermutlich schon bis zu 4 Tagen vor Auftreten von Symptomen. Damit kann das Virus übertragen werden, obwohl der Infizierte noch nichts von seiner Ansteckung mit SARS-CoV-2 spürt. Hinzu kommt, dass bei manchen Personen gar keine Symptome auftreten, sie die Viren aber eine Zeit lang übertragen können. 

In der Luft überlebt SARS-CoV-2 nur relativ kurz, nach Laboruntersuchungen geht man von ca. 2 Stunden aus. Das Risiko, sich mit dem Virus an der frischen Luft anzustecken, ist vor allem in menschenleeren Gegenden gering, in geschlossenen Räumen kann das Risiko durch häufiges Lüften verringert werden. Eine Vermehrung des Virus außerhalb von lebenden Zellen ist nicht möglich. 

Studien haben auch gezeigt, dass beim normalen Sprechen in Abhängigkeit von der Lautstärke Aerosole, die potentiell Viren übertragen könnten, freigesetzt werden und in schlecht belüfteten Räumen über Klimaanlagen verteilt werden könnten. Weitere Studien haben den Schluss gezogen, dass Singen in der Gruppe zu Übertragungen geführt haben könnte, was sowohl auf Tröpfchen als auch aerogene Übertragung schließen lässt. 

Inzwischen sind vor allem die Aerosole als mögliche Übertragungswege zu nennen, die Viren in kleinerer Partikelgröße im Vergleich zu den beim Husten oder Niesen ausgestoßenen Tröpfchen (ca. 10 µm) verbreiten. Die Tröpfchen sinken relativ schnell zu Boden, so dass ein Abstand von Personen mit mind. 1.5 Metern empfohlen wird. Die ca. nur 1 µm kleinen Aerosole werden beim Atmen und Sprechen freigesetzt und schweben länger in der Luft und ermöglichen daher die Übertragung des Virus vor allem in schlecht belüfteten Räumen. Draußen werden die Aerosole schnell vom Wind zerstreut, so dass eine Infektion relativ selten sein sollte.

Neben der Ansteckung von Mensch zu Mensch über Aerosole ist die Ansteckung auch über Gegenstände und Oberflächen nicht auszuschließen. Aus Laboruntersuchungen gibt es Hinweise, dass SARS-CoV-2 ca. 3 bis 4 Stunden auf Papier oder Pappe überlebt und ca. 6 bis 8 Stunden auf Plastik. Wie lange das Virus in der Umwelt und nicht unter Laborbedingungen getestet wirklich überlebt, ist derzeit schwer zu sagen. Dementsprechend ist es ratsam, sich immer bewusst zu machen, was man anfasst und sich möglichst oft die Hände gründlich zu waschen (siehe Hygienemaßnahmen). Über die Hände geht das Virus nicht in den Körper über, sondern nur über Mund, Nase und wahrscheinlich auch über die Augen. Das heißt, es sollte zu Zeiten von Corona möglichst vermieden werden, mit den Händen in das Gesicht zu fassen. 

Auf der Seite des Bundesinstituts für Risikobewertung finden Sie Antworten auf Fragen zur Übertragung von SARS-CoV-2 über Lebensmittel oder Gegenstände. Die Virologen gehen allerdings derzeit davon aus, dass im normalen Lebensumfeld die meisten Übertragungen über Tröpfchen und Aerosole erfolgen und die Kontaktübertragung (Schmierinfektion) nur ca. 10% des Übertragungsgeschehens ausmachen.

Epidemiologischer Steckbrief des RKI zu SARS-CoV-2 und COVID-19

Zur Seite des Bundesinstituts für Risikobewertung

Ausführliche Informationen zum Thema Übertragung von SARS-CoV-2 und zum Krankheitsverlauf bei Kindern bieten diese beiden Artikel:

Stand: 13.01.2021

Welche Masken gibt es, wobei helfen sie und was muss beim Tragen beachtet werden? 

Durch das Tragen einer Mund-Nasenbedeckung (MNB, Alltagsmaske) kann das Übertragungsrisiko von SARS-CoV-19 vermindert werden. Das gilt in erster Linie zum Schutz der Menschen in der direkten Umgebung, nicht zum Eigenschutz und stellt einen Beitrag dazu dar, den Infektionsdruck und damit die Ausbreitungsgeschwindigkeit von COVID-19 in der Bevölkerung zu reduzieren. Dadurch können infektiöse Tröpfchen, die man z.B. beim Sprechen, Husten oder Niesen ausstößt, abgefangen werden.

Die Übertragung der Viren durch bereits symptomatisch erkrankte Personen kann durch eine Alltagsmaske aber nur eingeschränkt verhindert werden, da die Filterwirkung bei Hustenstößen reduziert ist. 

Für medizinisches Personal sind Mund-Nasen-Schutz (MNS) und FFP2-/FFP3-Masken essentiell zur Sicherstellung einer sicheren Arbeitsumgebung. Dabei unterliegen FFP2- und FFP3-Atemschutzmasken der EU-Verordnung für persönliche Schutzausrüstung und müssen eine entsprechende CE-Kennzeichnung tragen. Achten Sie beim Kauf von Masken auf das FFP2-Zertifikat und die CE-Kennzeichnung. Aufgrund des Mangels durften im Sommer vorübergehend auch Masken nach chinesischem Standard KN95 importiert werden, diese Sondergenehmigung wurde zum 1. Oktober 2020 aufgehoben.

Nach derzeitigem Erkenntnisstand können solche Masken (bei korrektem Gebrauch) auch den Träger vor Coronaviren schützen und können so Risikopatienten helfen, sich im Alltag zu schützen.
Daher sollen Risikopersonen in diesem Winter zunächst kostenlos und dann vergünstigt FFP2-Masken erhalten. Dazu hat das BMG die „Coronavirus-Schutzmasken-Verordnung“ erlassen, die regelt, welche Personen diese Masken dann in ihren Apotheken erhalten sollen.

Ärzteblatt Dez. 2020: Gesichtsmasken: Welche gut oder nur bedingt schützen

Stand: 13.01.2021

Wie viele COVID-19 Fälle gibt es aktuell in meinem Landkreis?

Auf dem Dashboard des RKI kann man nachschauen, wie viele Coronavirus-Infektionen in jedem Bundesland, aber auch in den einzelnen Landkreisen aufgetreten sind. Die Zahlen lassen sich sowohl absolut als auch in der Zahl pro 100.000 Einwohnern ablesen. 

Zum Dashboard

Stand 13.01.2021

Welche Tests gibt es zum Nachweis auf das Coronavirus SARS-CoV-2?

Eine akute Infektion wird durch den direkten Nachweis von Erbgut des Virus diagnostiziert. Das erfolgt über den PCR-Test (Poymerase-Chain-Reaction-Test). Dazu wird ein Abstrich aus den oberen Atemwegen, also aus der Nase oder aus dem Rachen gemacht und das Genom durch eine sogenannte PCR (Poymerase-Chain-Reaction) nachgewiesen. Dieses Testverfahren ist sehr sensitiv und damit sehr zuverlässig. Für dieses Testverfahren muss das wenige genetische Material der Probe im Labor mehrmals vervielfältigt werden. Die reine Testzeit im Labor beträgt dabei 4 bis 5 Stunden, in der Regel kann man etwa 2 Tage nach Probenentnahme mit einem Testergebnis rechnen. Wenn man die Corona Warn App auf seinem Mobilfunkgerät installiert hat, kann die Information über das Ergebnis des Tests darüber erfolgen. Bis das Ergebnis vorliegt, sollte man möglichst Kontakte zu anderen Personen stark reduzieren.

Ein schnellerer Nachweis ist durch den sog. Antigen-Test möglich. Hierbei werden in den Rachen- oder Nasenabstrichen oder durch einen Spuck- oder Gurgeltest Eiweiße, die sich auf der Oberfläche der Viren befinden, nachgewiesen. Der Vorteil ist, dass dieses Testverfahren schneller ist, der Nachteil ist aber, dass er viel weniger zuverlässiger ist und eine gewisse Anzahl an Viren in der Probe enthalten sein muss. Nach neuester Einschätzung der Experten sind Schnelltests nicht dazu geeignet, eine Infektion sicher auszuschließen. Gerade in der Phase der Infektion, bevor Symptome der Krankheit auftreten, können Schnelltests die Infektion nicht sicher diagnostizieren. . Durch eine regelmäßige Testung von Gruppen kann aber mit dem Schnelltest die Infektion in der Gruppe früher erkannt werden, als wenn nicht getestet wird.

Antikörper-Tests weisen Antikörper gegen das Virus im Blut nach, die gebildet werden, wenn man eine Infektion durchlaufen hat, also frühestens ein bis zwei Wochen nachdem man sich infiziert hat. Sie können also einen Hinweis darauf liefern, ob jemand eine Infektion durchlaufen hat, ohne es zu bemerken. Das gibt einen Überblick, wie viele Personen in der Bevölkerung sich schon angesteckt haben.

Ein Podcast des NDR erklärt genauer, warum die verfügbaren Antikörpertests für einen Immunitätsnachweis von jemandem ohne Symptome wenig aussagekräftig sind. 

Zum Podcast

Stand: 29.04.2021

Ist man nach einer COVID-19-Erkrankung immun gegen eine erneute Infektion mit dem neuen Coronavirus?

Viele Experten gehen davon aus, dass man sich nach einer COVID-19-Erkrankung erst einmal nicht wieder mit dem neuen Coronavirus anstecken kann. Allerdings ist unklar, wie lange eine solche Immunität andauert. Für die Grippe und andere Erkältungskrankheiten weiß man, dass, wenn Antikörper im Blut vorhanden sind, einen gewissen Zeitraum lang Immunität besteht. Bei manchen COVID-19-Betroffenen, vor allem bei denjenigen, die nur einen sehr milden Krankheitsverlauf hatten, können die Antikörper schnell wieder verschwinden, andere haben auch nach sechs Monaten noch hohe Antikörpertiter im Blut. Aber die Antikörper sind nicht allein ausschlaggebend dafür, ob eine erneute Ansteckung passieren kann, denn andere Mechanismen des Immunsystems tragen auch zur Immunität bei. Viele Fragen in diesem Bereich sind noch ungeklärt. 

Einen schönen Überblick über den aktuellen Stand gibt Quarks.

Zum Quarks Artikel über Immunität nach einer Infektion mit dem Coronavirus 

Auch Spektrum hat darüber berichtet:

Zum Spektrum-Artikel

Stand: 29.04.2021

Wo finde ich qualitätsgesicherte Informationen im Netz?

Qualitätsgesicherte Informationen gibt es bspw. auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und des Robert Koch-Instituts.

Robert Koch-Institut

BZgA

Wenn Sie Ihre Umgebung auf Hygienetipps aufmerksam machen wollen, empfehlen wir Ihnen das Infomaterial der BZgA: 

Die BZgA stellt auf YouTube auch viele kurze Erklärfilme bereit, die Antworten geben auf die häufigsten Fragen in Bezug auf das Coronavirus.

Sonstiges

Stand: 24.2.2021

Frage zu Hygieneempfehlungen

Welche Hygienemaßnahmen sollte ich als CF-Betroffener besonders beachten? 

Hier noch einmal die allgemeinen Hygienemaßnahmen für das private Umfeld (in der Klinik gelten strengere Regeln). Zudem gibt es vielerorts auch gesetzliche Vorschriften wie das Tragen von Mund-Nasen-Schutz beim Einkaufen und im ÖPNV:

  • Abstand halten: mindestens 1,5m Abstand zu anderen Personen halten! Auch Personen ohne Symptome können das neuen SARS-CoV-2 Virus verbreiten!
  • Räume regelmäßig gut lüften (Tipps zum richtigen Lüften auf DocCheck)
  • Husten- und Niesetikette einhalten (husten und niesen in die Armbeuge oder in Taschentuch, das dann sofort entsorgt wird, danach Hände waschen und sich beim Husten oder Niesen von anderen Menschen abwenden)
  •  Regelmäßiges Händewaschen (die Hände unter fließendem Wasser anfeuchten, 20-30 sec. lang gründlich einseifen, unter fließendem Wasser abspülen, gründlich abtrocknen). Regelmäßig heißt: vor dem Essen, nach der Toilette, nach Kontakt mit anderen Menschen oder Tieren, nach Kontakt mit Oberflächen/Dingen im öffentlichen Raum, die durch anderen Menschen angefasst wurden (z.B. Türklinken, Geld, Haltegriffe in Verkehrsmitteln, Treppengeländer, Aufzugknöpfe).
  • No Handshake!  Auch auf Umarmungen und anderen engen Kontakt sollte verzichtet werden.
  • Nicht mit den Händen ins Gesicht fassen, um etwaige Krankheitserreger nicht über die Schleimhäute von Augen, Nase oder Mund aufzunehmen!
  • Häufig genutzte Alltagsgegenstände wie Handys und Tablets regelmäßig reinigen bzw. desinfizieren.

    
Desinfektionsmittel zählen nicht zu den wichtigsten vom RKI genannten Schutzmaßnahmen. Wenn solche verwendet werden, reichen laut RKI zur chemischen Desinfektion Mittel mit nachgewiesener Wirksamkeit, mit dem Wirkungsbereich "begrenzt viruzid" (wirksam gegen behüllte Viren, wie dem SARS-COV-2), "begrenzt viruzid PLUS" oder "viruzid" anzuwenden. Normale Handdesinfektionsmittel auf Alkoholbasis tragen in der Regel das Prädikat „begrenzt viruzid“.

Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung (MNB) bzw. eines Mund-Nasenschutzes (MNS) sollte derzeit von allen Menschen berücksichtigt werden. Die MNB/MNS dient dazu, dass der Träger keine Viren über die Ausatemluft in die Umgebung verbreitet. Sie schützt den Träger selbst nicht davor, Viren aus der Luft einzuatmen, Tragen aber alle Personen eine MNB/MNS, reduziert sich die Anzahl von Viren in der Luft und schützt damit alle. In besonderen Situationen kann für Risikopersonen das Tragen einer FFP-Maske sinnvoll sein.

Stand: 13.01.2021

Fragen zur Therapie / Versorgung / Impfung

Was mache ich, wenn ich als CF-Patient befürchte mich angesteckt zu haben? 

Mukoviszidose-Patienten raten wir, bei Verdacht auf eine Ansteckung mit SARS-Cov-2 auf jeden Fall zunächst TELEFONISCH Kontakt mit ihrem Hausarzt aufzunehmen. Dabei ruhig schon bei ersten leichten Symptomen (Kratzen im Hals, Fieber, beim Gefühl irgendwie sind die Symptome anders als sonst) den Hörer in die Hand nehmen. Lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig abklären. Bitte informieren Sie auch Ihre CF-Ambulanz. 

Entscheidungshilfe bei Verdacht auf eine SARS-CoV-2-Infektion (PDF)

Stand: 13.01.2021

Ich habe einen Pflegegrad und werde von Angehörigen gepflegt. Gibt es wegen Corona Änderungen?

Es gibt einige Änderungen im Bereich der häuslichen Pflege, die auch für Mukoviszidose-Betroffene relevant sein können:

Pflegehilfsmittel:
Der maximal erstattungsfähige Betrag für Verbrauchshilfsmittel ist in der Zeit vom 1.4.2020 bis zum 31.12.2021 von 40 €/Monat auf 60 €/Monat angehoben worden. Wenn man Kaufbelege hat können auch rückwirkend Einkäufe ab dem 1.4.2020 abgerechnet werden.

Entlastungsbetrag:
Die Regelungen zum Entlastungsbetrag in Höhe von 125 €/Monat wurden befristet bis zum 31.06.2021 gelockert. Während in Zeiten vor der Pandemie diese Leistungen nur zweckgebunden an nach Landesrecht anerkannte Dienste gezahlt werden konnten, dürfen sie jetzt auch für Angebote verwendet werden, die nicht nach den landesrechtlichen Vorgaben anerkannt sind, gezahlt werden. Davon ausgenommen sind körperbezogenen Pflegemaßnahmen (z.B. Waschen, Anziehen) in den Pflegegraden 2 - 5. 

Wiederholungsbegutachtungen:
Der MDK führt seit dem 01.04.2021 Wiederholungsbegutachtungen durch.

Begutachtungen bei Erstantrag:
Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) und andere Prüforganisationen nehmen im März 2021 die persönlichen Hausbesuche zur Feststellung des Pflegegrades wieder auf. Der Wiedereinstieg wird mit aller Vorsicht und unter Berücksichtigung des Infektionsschutzes erfolgen. Bei der persönlichen Pflegebegutachtung wird sowohl die individuelle Risikosituation der Versicherten als auch das regionale Pandemiegeschehen berücksichtigt. Strenge Hygiene- und Sicherheitsmaßnahmen werden eingehalten. Dazu gehören regelmäßige Testungen der Gutachter, das Tragen von FFP2-Masken und das Einhalten der Abstands-und Hygieneregeln.

Im Ausnahmefall, bei einem besonders hohen Infektionsrisiko, kann die Pflegebegutachtung auf Basis der vorliegenden Unterlagen und eines ergänzenden strukturierten Telefoninterviews mit der pflegebedürftigen Person und den Bezugspflegepersonen erfolgen.

Die Bearbeitungsfrist beträgt ab dem 01.10.2020 wieder 25 Arbeitstage.

Beratungseinsätze:
Ab dem 1. Oktober 2020 sind für pflegegeldbeziehende Pflegebedürftige wieder Beratungsbesuche, beispielsweise durch einen ambulanten Pflegedienst, verpflichtend. Aufgrund der hohen Corona-Fallzahlen erfolgen die verpflichtenden Beratungsbesuche zur Zeit meist telefonisch, digital oder per Videokonferenz, wenn die pflegebedürftige Person dies wünscht.

Eine Zusammenfassung der Corona-Sonderregelungen für Pflegebedürftige und pflegende Angehörige finden Sie in einem Faltblatt der AWO. (PDF, Stand Januar 2021)

Stand: 01.04.2021

Welche Therapien sind zu Covid-19 in der Pipeline? 

Wissenschaftler arbeiten zurzeit mit Hochdruck daran, Medikamente zur Behandlung von Covid-19 zu entwickeln. Das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) stellt eine Übersicht über die deutschen Studien zur Verfügung.

Zur DZIF-Datenbank der deutschen Medikamenten-Studien

Ein wichtiger Ansatz sind dabei Arzneimittel, die schon für eine andere Krankheit zugelassen sind, oder schon in der Entwicklung sind. Man geht davon aus, dass es schneller gelingen wird, diese an Covid-19 anzupassen, als ganz neue Medikamenten zu entwickeln.

Einen Überblick über mögliche Therapien geben das Robert Koch-Institut (RKI) sowie der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen: 

Stand: 24.2.3021

Kann ich Physiotherapie-Sprechstunden auch online wahrnehmen?

Bestimmte Arten der Physiotherapie können bis zum 30.09.2021 als Videosprechstunde angeboten werden. Dazu zählen: Übungsbehandlung, allgemeine Krankengymnastik  - KG und KG-Atemtherapie – sowie Krankengymnastik-Mukoviszidose.

Stand: 24.03.2021

Wie funktioniert die Corona-Warn-App?

Am 16. Juni 2020 wurde die neue Corona-Warn-App offiziell vorgestellt. Sie wird vom Robert-Koch-Institut (RKI) für die deutsche Bundesregierung herausgegeben und soll helfen, Infektionsketten im Rahmen der Covid-19-Pandemie frühzeitig zu erkennen und zu durchbrechen. Grundlage ist die Technik Bluetooth-Low-Energy, die es ermöglicht, den Abstand zwischen Personen zu messen und über temporär verschlüsselte Identitäten anonym Kontakte von anderen App-Nutzern lokal auf dem Smartphone zu speichern. Wird einer der App-Nutzer auf Covid-19 getestet, bekommt er vom Gesundheitsamt einen QR-Code/eine TAN, die er in der App eingeben kann. Der Test ist dann in der App registriert, und sobald das Ergebnis vorliegt, wird es automatisch abgerufen und auf dem Smartphone angezeigt. Der Nutzer kann jetzt entscheiden, andere Nutzer über die App anonym über das positive Testergebnis zu informieren. Diese können dann sofort darauf reagieren, ihre persönlichen Kontakte reduzieren und sich auch testen lassen.

In dieser automatisierten Nachverfolgung von Kontaktketten liegt die größte Chance der App: Bislang sind die Gesundheitsämter ausschließlich auf das Gedächtnis und die Auskunftsbereitschaft von Infizierten angewiesen – eine vollständige Auflistung aller Kontakte ist oft gar nicht möglich. Durch die technische Unterstützung kann dieser Prozess schneller und präziser ablaufen. Voraussetzung dafür ist, dass möglichst viele Menschen die App herunterladen und im Falle eines positiven Tests auf Sars-CoV-2 dann auch den QR-Code/die TAN des Gesundheitsamts eingeben - denn dies ist nicht verpflichtend.

Obwohl die App helfen kann, den Weg aus der Corona-Krise zurück in die Normalität zu erleichtern, hat sie ihre Grenzen: Sie ist keine Garantie, dass alle potenziell ansteckenden Kontakte im Umfeld erfasst werden. Grund dafür ist u.a. die Abschätzung der Entfernung von Personen anhand der Stärke des Funksignals der jeweiligen Handys, die je nach Fabrikat unterschiedlich ist. Auch ob sich beispielsweise eine schützende Glasscheibe zwischen zwei Personen befindet, die sich gegenübersitzen, ob Menschen in öffentlichen Verkehrsmitteln Rücken an Rücken oder frontal gegenübersitzen ob sie Masken tragen oder nicht, all dies kann die App in ihren Messungen nicht berücksichtigen. Darüber hinaus besteht das Risiko, dass die App nicht im ursprünglich gedachten Sinn genutzt wird, indem die Funktion der Risikobewertung ausgeschaltet oder das Smartphone gar nicht erst mitgenommen wird, wenn Nutzer z.B. eine Party besuchen. Aus diesen Gründen kann die App die anderen Schutzmaßnahmen wie Abstand-Halten, Handhygiene und das Tragen von Mund-Nasen-Schutzmasken in der Öffentlichkeit nicht ersetzen.

Die entsprechende Warnungen können auch zwischen den verschiedenen nationalen Corona-Warn-Apps ausgetauscht werden.

Die App steht kostenlos zum Download in den App Stores von Apple und Google bereit. Da auch gefälschte Corona-Apps im Umlauf sind, empfiehlt es sich, die direkten Links auf die App Stores zu nutzen, die die Bundesregierung auf ihrer Seite zur Verfügung stellt.

Weitere Informationen zur Corona-Warn-App auf der Seite des RKI

Stand: 13.01.2021

Fragen von Behandlern

Welche Schutzmaßnahmen sollte ich bei der physiotherapeutischen Behandlung beachten?

Die Verwendung von geeigneter Schutzausrüstung ist besonders in der Corona-Situation für den Schutz der Patienten und für den Selbstschutz wichtig. Bei einer Behandlung in der Praxis ist es zum einen wichtig, die grundsätzlichen CF-spezifischen sowie allgemein empfohlenen Hygienemaßnahmen zu beachten und nach Keimen getrennt zu terminieren.

Es wurden sowohl von der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. (DGP) als auch dem Deutschen Verband für Physiotherapie (ZVK) e.V. Empfehlungen für Therapeuten im Umgang mit Patienten in der Corona-Pandemie herausgegeben:

Hier finde Sie die allgemeinen Hygieneempfehlungen des Mukoviszidose e.V. (Arbeitskreis Physiotherapie) für die Betreuung von Patienten mit Mukoviszidose (CF) in niedergelassenen Physiotherapiepraxen (PDF)

Stand: 13.01.2021

Was muss ich als Arzt oder Psychotherapeut bei der Videosprechstunde beachten?

Ärzte und Psychotherapeuten können bis zum 30.09.2021 unbegrenzt Videosprechstunden anbieten. Wenn Sie als Arzt oder Psychotherapeut eine Videosprechstunde anbieten wollen, finden Sie alle relevanten Informationen auf der Seite der Kassenärztlichen Vereinigung.

Liste der zertifizierten Anbieter auf der Seite der Kassenärztlichen Vereinigung

Stand: 13.01.2021

Fragen zu Auswirkungen auf das Privatleben

Die Ausnahmesituation ist inzwischen zur Normalität geworden. Was kann ich in dieser Situation für mich und mein seelisches Gleichgewicht tun?

Die aktuelle Situation kann aufgrund vielfältiger Umstände zu Verunsicherungen, schlechter Laune und auch konkreten Ängsten führen. Deswegen ist es gerade jetzt wichtig, auf das seelische Gleichgewicht zu achten. Machen Sie bewusst Dinge, die Ihnen guttun und lassen oder vermeiden Sie folglich die Dinge, die Ihnen nicht gut tun!

Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde hat fünf Empfehlungen für die seelische Gesundheit während der Corona-Situation zusammengestellt, die konkrete Anregungen und Tipps enthalten.

Empfehlungen der DGPPN

Die häusliche Isolation ist eine besondere Anforderung an die Psyche. Hierzu hat der Berufsverband der Österreichischen PsychologInnen ein sehr anschauliches Informationsblatt erstellt: 

Informationsblatt BÖP

Der Mukoviszidose e.V. bietet ein psychosoziales Beratungs- und Unterstützungsangebot  in Zeiten der Corona-Krise, #gemeinsam durch die Krise: „Zeit zum Aufatmen!“, an. Über telefonische Einzelberatungen oder Gruppentreffen im Netz werden Mukoviszidose-Betroffene und ihre Angehörigen während der „Isolation“ in der Corona-Krise unterstützt. 

Interesse? Weitere Informationen

Stand: 13.01.2021

Was mache ich, wenn ich mich aktuell in einer akuten psychischen Krise befinde, starke Symptome von Angst und Depression feststelle?

  • Kontaktieren Sie umgehend Ihren Hausarzt oder wenden Sie sich an die CF-Ambulanz. Weitere Informationen zu den Symptomen entnehmen Sie bitte dem verlinkten Flyer: 
    Flyer Psychische Gesundheit bei Mukoviszidose (PDF)
  • Wenn Sie niemanden erreichen oder von dort kurzfristig keine Unterstützung möglich ist, nehmen Sie Kontakt mit dem ärztlichen (psychiatrischen) Bereitschaftsdienst (bundesweite Tel.: 116 117) auf
  • oder wenden Sie sich an ein Hilfs- bzw. Beratungsangebot für akute Krisensituationen, z.B. das der Telefonseelsorge: Diese bietet anonyme, kostenlose Beratung zu jeder Tages- und Nachtzeit unter den bundesweiten Telefonnummern 0800 - 1110111  oder 0800 - 1110222 bzw. im Internet (Internetseite der Telefonseelsorge).
  • Sobald unmittelbare Selbst- oder Fremdgefährdung (insbesondere Suizidgefährdung) besteht, sollten Sie nicht zögern, sofort einen psychiatrischen Notdienst, den Rettungsdienst (112) oder die Polizei zu verständigen.

Stand: 13.01.2021

Was sollte ich als CF-Betroffener bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel beachten? 

Grundsätzlich empfehlen wir zunächst, entgegen aller ökologischen Gesichtspunkte, wenn alternative Verkehrsmittel zur Verfügung stehen, eher diese zu nutzen, also das Rad oder den eigenen PKW. Sollte dies nicht möglich sein, raten wir Ihnen, sich bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel besonders an grundlegende Hygieneregeln zu halten.

Stand: 13.01.2021

Wie kann ich mich auch ohne Fitnessstudio bewegen und körperlich trainieren?

Seit dem 2. November 2020 sind Fitnessstudios vorerst wieder geschlossen und auch Sport im Verein ist erst einmal verboten. Um sich in diesen Zeiten dennoch zu bewegen und zu trainieren, vor allem um sein Immunsystem fit zu halten, haben wir nachstehend ein paar Tipps für Sie. Gerne können Sie auch bei unserem Online-Sportangebot immer dienstags von 16-17 Uhr mitmachen. Wer interessiert ist, schreibt bitte eine Nachricht an cmoos-thiele(at)muko.info

  • Nutzen Sie das eigene Körpergewicht fürs Krafttraining. Übungen finden Sie auch auf der DVD „Ein Leben in Bewegung“ des Mukoviszidose e.V. Diese kann über die Geschäftsstelle bestellt werden. Außerdem finden Sie Übungen auf unserem YouTube-Kanal. Zum YouTube-Kanal
  • Stehen Ihnen zuhause Trainingsgeräte, z.B. Pezziball, Terrabänder, Hanteln etc. zur Verfügung, die Sie auch aus der Sport- oder Physiotherapie kennen? Nutzen Sie diese mit den Ihnen geläufigen Übungen. 
  • Nutzen Sie bei Interesse unsere „Sport vor Ort-Beratung“ und erlernen Sie bei Bedarf per Videotelefonie Übungen für zuhause. 
  • Machen Sie Spaziergänge draußen an der frischen Luft oder fahren Sie Rad, oder machen Sie, was Ihnen sonst noch Spaß macht, mit Bewegung zu tun hat und Ihnen gesundheitlich möglich ist. Vielleicht sollte man darauf achten, keine unfallträchtigen Sportarten auszuüben. Zurzeit sollte man Krankenhäuser möglichst meiden…;-) 

Handeln Sie dabei aber unbedingt verantwortlich! Meiden Sie möglichst jegliche Menschenansammlungen. Wenn Sie sich in Begleitung bewegen bzw. rausgehen, beschränken Sie diese möglichst auf eine Person aus dem häuslichen Umfeld.

Stand: 13.01.2021

Ich bin CF-Patient. Mein Partner/Angehöriger hat sich mit COVID-19 angesteckt. Was können wir jetzt tun?

Hier kann keine allgemeine Empfehlung gegeben werden. Jeder Fall muss individuell betrachtet werden und ist abhängig, z.B. von der Größe der Wohnung, der Anzahl der Zimmer, den Möglichkeiten, Mahlzeiten getrennt einnehmen zu können etc. Die Ambulanzen versuchen, das Problem mit Ihnen im Einzelgespräch zu lösen.

Stand: 13.01.2021

Was kann ich tun, wenn ich wegen meines Hustens in der Öffentlichkeit angefeindet wurde?

Den Mukoviszidose e.V. erreichen zunehmend Berichte, dass Patienten in der Öffentlichkeit angefeindet werden, weil sie husten müssen. Der Verein hat darauf mit seiner Online-Kampagne #ichbinnichtansteckend" reagiert, um über die Krankheit aufzuklären.

Darüber hinaus hat der Mukoviszidose e.V. T-Shirts entworfen, die den Zusammenhang zwischen Husten und Mukoviszidose visuell erfahrbar machen. Interessierte Betroffene und deren Freunde/Angehörige können diese T-Shirts hier bestellen:

Zum Shop

Stand: 13.01.2021

Fragen zum Thema Schulbesuch und Auswirkungen auf das Arbeitsleben

Ich bin berufstätig und muss mein Kind wegen der Corona-Pandemie nun zu Hause betreuen. Habe ich Anspruch auf Kinderkrankengeld?

Das Kinderkrankengeld soll es berufstätigen Eltern ermöglichen, Lohnausfälle durch die häusliche Betreuung eines erkrankten Kindes auszugleichen. Aufgrund der besonderen Herausforderungen in der Corona-Pandemie wird dieser Anspruch für 2021 ausgeweitet: Er besteht nicht nur, wenn das eigene Kind krank ist, sondern auch, wenn die Kinderbetreuung aus einem anderen Grund zu Hause erforderlich wird. Etwa weil die Schule, die Kita, oder auch die Einrichtung für Menschen mit Behinderungen pandemiebedingt geschlossen ist oder einzelne Klassen oder Kitagruppen in Quarantäne sind. Der Anspruch auf Kinderkrankengeld steigt von 10 Tagen pro Elternteil und Kind auf 20 Tage und damit für Elternpaare pro Kind auf 40 Tage. Auch für Alleinerziehende verdoppelt sich der Anspruch pro Kind von 20 auf nun 40 Tage.
Elternpaare oder Alleinerziehende mit zwei Kindern haben Anspruch auf maximal 80 Kinderkrankentage. Bei weiteren Kindern erhöht sich der Anspruch noch einmal um zehn Tage auf dann maximal 90 Tage – egal, wie viele Kinder in der Familie leben.

Muss ein Kind aufgrund einer Schul- oder Kitaschließung zu Hause betreut werden, genügt eine Bescheinigung der jeweiligen Einrichtung. Ist das Kind krank, muss der Betreuungsbedarf gegenüber der Krankenkasse mit einer Bescheinigung vom Arzt nachwiesen werden. Das Kinderkrankengeld beträgt wie bisher bis zu 90 Prozent des entfallenen Nettoarbeitslohns.

Anspruchsberechtigt sind gesetzlich versicherte, berufstätige Eltern, die selbst Anspruch auf Krankengeld haben und deren Kind bis unter 12 Jahre alt ist. Bei Kindern, die eine Behinderung haben, auch über das 12. Lebensjahr hinaus. Voraussetzung ist auch, dass es im Haushalt keine andere Person gibt, die das Kind betreuen kann. Privatversicherte und beihilfeberechtigte Eltern müssen ihren Anspruch nach § 56 Infektionsschutzgesetz (IfSG) geltend machen.

Weitere Informationen:
https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/buerokratieabbau/mehr-kinderkrankentage-1836090

Stand: 13.01.2021

 

Mein Einkommen aus dem Minijob bricht weg. Was kann ich tun?

Grundsätzlich gilt das Arbeitsrecht auch bei Minijobs. Es gibt daher auch die sechswöchige Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall durch den Arbeitgeber. Allerdings stehen Minijobber nach der sechswöchigen Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber schlechter da, als Arbeitnehmer in sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen, denn Minijobber erhalten kein Krankengeld von der Krankenkasse. Auch vom Kurzarbeitergeld sind sie ausgeschlossen, falls der Arbeitgeber Kurzarbeit anordnet. Wenn der Arbeitgeber Sie aber einfach nicht mehr einsetzt, kommt es darauf an, wie Ihr Arbeitsvertrag gestaltet ist: Haben Sie ein festes Stundenkontingent oder monatliches Festgehalt im Arbeitsvertrag vereinbart, gilt dies weiter. 

Wenn Sie Einnahmeeinbußen wegen Kündigung des Minijobs, mangels Berücksichtigung im Einsatzplan oder fehlenden Krankengelds haben, können Sie sich an staatliche Stellen wie das Jobcenter (für Berufstätige, erwerbsfähige Arbeitslose oder Teilerwerbsminderungsrentner) oder Sozialämter (für Vollerwerbsminderungs- oder Altersrentner) wenden. Möglicherweise steht Ihnen von diesen Stellen Unterstützung zu. Falls Sie aber daraus keinen Anspruch haben, weil Ihr Einkommen noch zu hoch ist, denken Sie auch daran, Wohngeld oder Kinderzuschläge zu beantragen, möglicherweise kommen diese jetzt für Sie in Betracht.

Stand: 13.01.2021

Mein Angehöriger hat CF. Was kann ich tun, um ihn nicht zu gefährden? Muss ich weiterhin zur Arbeit gehen?

Bitte beachten Sie grundsätzlich die Empfehlungen für Hygienemaßnahmen in unserer Newsmeldung zum Thema Coronavirus

Es gibt keinen rechtlichen Anspruch darauf der Arbeit fernzubleiben, wenn ein Angehöriger als Risikopatient gilt. Der Deutsche Gewerkschaftsbund schreibt dazu: 
„Die bloße Befürchtung, sich bei Verlassen der Wohnung möglicherweise mit dem Corona-Virus anzustecken, genügt nicht, damit Sie der Arbeit fernbleiben dürfen. Denn eine nur potenzielle Ansteckungsgefahr – auf dem Weg zur Arbeit oder am Arbeitsplatz – gehört zum allgemeinen Lebensrisiko. Diese trägt jede und jeder Beschäftigte selbst.
Angesichts der aktuellen Lage und der Aufforderung der Gesundheitsexperten und der Politik, soziale Kontakte auf das Mindestmaß zu begrenzen, ermöglichen derzeit viele Arbeitgeber ihren Beschäftigten, die Arbeit von Zuhause aus zu erledigen. In vielen Betrieben bestehen schon heute Regelungen zur Arbeit im Homeoffice / von Zuhause aus. Auf diese kann und sollte zurückgegriffen werden. Bitte prüfen Sie jedoch, welche Absprachen ggf. erforderlich sind. Der Corona-Virus kann allerdings auch in Betrieben, in denen bislang kein Homeoffice möglich ist, Anlass sein, über entsprechende Regelungen nachzudenken und entsprechende Möglichkeiten zu prüfen, um die Auswirkungen von Ansteckung und Erkrankungen auf den Betrieb zu minimieren. Fragen Sie zu den Möglichkeiten im Betrieb nach. In Betrieben mit Betriebsrat oder Personalvertretung können zwischen diesen und dem Betrieb Absprachen erfolgen.“
(Quelle). 

Suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Arbeitgeber und sprechen Sie über die Sorge, Ihren CF-betroffenen Angehörigen durch die Kontakte nach außen mit dem Coronavirus zu gefährden.

Versuchen Sie, gemeinsam eine umsetzbare Lösung für Ihren Arbeitsplatz zu finden. 

Für medizinisches Personal oder Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Lebensmittelgeschäften, Banken, Post, Drogerien etc. wird es zurzeit nicht möglich sein, eine Arbeitssituation zu schaffen, die ein Übertragungsrisiko reduziert. Sollten Sie große Sorge haben, das Virus zu übertragen, überlegen Sie, wie Sie im privaten Umfeld Lösungen finden können.

Zur Information hier noch ein Link auf die informativen, allerdings nicht CF-spezifischen FAQs des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zu arbeitsrechtlichen Fragen.

Stand: 13.01.2021

Ich bin CF-Betroffener, bin berufstätig und kann mich aus finanziellen Gründen nicht langfristig krankschreiben lassen. Gleichzeitig habe ich Angst, mich als möglicher Risikopatient anzustecken. Was kann ich tun?

Als Mukoviszidose-Patient gehören Sie nicht automatisch zur Risikogruppe, sie könnten allerdings ein individuelles Risiko haben, an Covid-19 zu erkranken. Dies müssen Sie individuell mit ihrem CF-Arzt klären. Der Arbeitgeber hat gegenüber seinen Beschäftigten eine arbeitsvertragliche Schutz- und Fürsorgepflicht. Deshalb muss er dafür sorgen, dass Erkrankungsrisiken und Gesundheitsgefahren im Betrieb für Sie so gering wie möglich bleiben. Es gibt aber keinen rechtlichen Anspruch darauf, als Risikopatient der Arbeit fern bleiben zu dürfen. Angesichts der aktuellen Lage ermöglichen derzeit viele Arbeitgeber ihren Beschäftigten, die Arbeit von Zuhause aus zu erledigen. Auch in Betrieben, in denen bislang kein Homeoffice möglich ist, kann die Corona- Pandemie Anlass sein, über entsprechende Regelungen nachzudenken und entsprechende Möglichkeiten zu prüfen, um die Auswirkungen von Ansteckung und Erkrankungen zu minimieren. Ein Anspruch auf Freistellung von der Arbeit wird nur in absoluten Ausnahmefällen bestehen, wenn eine konkrete und erhebliche Gefahr für die Gesundheit durch die Erbringung der Arbeitsleistung besteht. Das konkrete Infektionsrisiko lässt sich nur im Einzelfall, unter Beachtung des Einsatzes von Schutzkleidung, beurteilen. Ihr Arbeitgeber ist grundsätzlich dazu verpflichtet, Gesundheitsgefahren für Sie und Ihre Kollegen vorzubeugen. Darunter fällt auch das Bereitstellen von Schutzbekleidung, wie etwa Atemschutzmasken an besonders gefährdeten Plätze, wie z.B. bei einem unvermeidbar engen Kontakt zu Kunden. Sprechen Sie bitte auch mit Ihrem behandelnden Arzt, welche Schutzbekleidung er für Sie ratsam hält.

Suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Arbeitgeber und sprechen Sie über die Sorge, durch die Kontakte nach außen mit dem Coronavirus angesteckt zu werden. 

Sprechen Sie über die individuellen Möglichkeiten, wie sich Ihre Arbeit so gestalten lässt, dass ein Infektionsrisiko minimiert werden kann.

Lösungen könnten z.B. sein: Homeoffice, bezahlte Freistellung, Resturlaub, (unbezahlter) Urlaub, Überstunden abfeiern, Stundenkonto anlegen, unbezahlte Freistellung (Achtung: Bei einer unbezahlten Freistellung endet der Krankenversicherungsschutz automatisch nach einem Monat!) etc. Im Endeffekt geht es darum, pragmatische Lösungen zu finden. Dabei ist Flexibilität von allen Seiten gefordert.

Ihre individuelle Situation als CF-Patient sollte aber vor allem auch mit ihrem behandelnden CF-Arzt besprochen werden. Suchen Sie ggf. zusätzlichen Rat bei ihrem Betriebsarzt oder ihrer Berufsgenossenschaft. Eine Krankschreibung erfolgt durch den Arzt grundsätzlich nur bei einer Erkrankung, die zur Arbeitsunfähigkeit führt. Soweit sie nicht arbeitsunfähig erkrankt sind, können sie sich eigentlich auch nicht „krankschreiben lassen“. Ohne Erbringung der Arbeitsleistung besteht ein Anspruch auf Lohnfortzahlung grundsätzlich nur in Ausnahmefällen (z.B. Krankschreibung; behördlich angeordnete Quarantäne-Maßnahmen wegen einer Corona-Infektion). Eine schwierige Situation für Arbeitnehmer mit CF zu Corona-Zeiten. Wenn ihr Arbeitgeber sie tatsächlich nicht beschäftigen kann und daher ggf. einseitig freistellt, bleibt er grundsätzlich zur Zahlung der regulären Vergütung verpflichtet. Der Arbeitgeber trägt hier das sogenannte Betriebsrisiko (§ 615 S. 3 BGB). Ihr Arbeitgeber kann Ihnen in diesem Fall im Rahmen seines Direktionsrechts auch andere Arbeiten z.B. die anfallenden Bürotätigkeiten zuweisen.

Stand: 13.01.2021

Was mache ich, wenn mir jetzt von meinem Arbeitgeber gekündigt wurde?

Grundsätzlich gilt: Auch in der Corona-Krise gilt das Arbeitsrecht.

Das bedeutet, dass Sie die gleichen Rechte haben wie sonst auch. Wenn Sie schon länger als sechs Monate bei Ihrem Arbeitgeber sind und im Betrieb mehr als zehn Vollzeitmitarbeiter beschäftigt sind, greift das Kündigungsschutzgesetz, wonach Kündigungen nur unter engen Grenzen möglich sind. Falls Sie auch schwerbehindert sind, unterliegen Sie noch einem besonderen Kündigungsschutz. Der Arbeitgeber muss das Integrationsamt vor Ausspruch der Kündigung um Zustimmung bitten. In jedem Fall muss der Arbeitgeber zumindest die gesetzlichen Kündigungsfristen einhalten. Sollte er seinen Betrieb vor Ablauf der Kündigungsfrist insolvent schließen müssen, können Sie möglicherweise Insolvenzgeld von der Agentur für Arbeit auf Antrag erhalten.

Wenn Sie sich gegen eine Kündigung wehren wollen, müssen Sie innerhalb von drei Wochen Kündigungsschutzklage erheben. Sie können sich von Gewerkschaften oder Fachanwälten für Arbeitsrecht dazu beraten lassen.

Stand: 13.1.2021

Ich fühle mich krank, möchte aber nicht in eine Arztpraxis. Wie kann ich mich krankschreiben lassen?

Angesichts anhaltend hoher Corona-Infektionszahlen bundesweit hat der Gemeinsame Bundesausschuss im Gesundheitswesen (G-BA) beschlossen, die Sonderregelung zur telefonischen Krankschreibung zu verlängern. Sie gilt nun vorerst bis zum 31. März 2021. Patienten mit leichten Atemwegserkrankungen können telefonisch bis zu sieben Kalendertage krankgeschrieben werden. Die niedergelassenen Ärzte müssen sich dabei persönlich vom Zustand der Patienten durch eine eingehende telefonische Befragung überzeugen. Eine einmalige Verlängerung der Krankschreibung kann telefonisch für weitere sieben Tage erfolgen. Patienten mit Erkältungssymptomen müssen so nicht in eine Praxis gehen, nur weil sie eine Krankschreibung benötigen. Das soll helfen, volle Wartezimmer und Ansteckungsrisiken zu vermeiden.

Stand: 13.01.2021

Fragen zum Vereinsleben

Kann ich als CF-Betroffener weiterhin Unterkunft im Haus Schutzengel finden?

Wenn Sie für sich geprüft haben, ob die ortsnahe Unterkunft zur Medizinischen Hochschule Hannover für Sie sinnvoll und notwendig ist, dann beantworten wir Ihre Frage mit „Ja“, denn:

  • Wir setzen nicht erst seit der Pandemie täglich ein penibles Hygienemanagement um, um die Sicherheit für Betroffenen und immunsupprimierten Patienten nach einer Transplantation im Haus Schutzengel zu erhöhen. 
  • Jede/r Bewohner/in des Hauses hat die Möglichkeit sich ausschließlich in seinem Zimmer und Bad aufzuhalten, dass wir gereinigt und desinfiziert übergeben.

Bitte beachten: reisen Sie nach Möglichkeit nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln an!

Wir können Sie leider nicht aufnehmen, wenn:

  • Sie Kontakt zu Corona-Infizierten oder Menschen in Quarantäne hatten 
  • Sie selbst erkrankt sind (auch z.B. Grippe und andere infektiöse Krankheiten) 

Vor Aufnahme ins Haus werden Sie dazu befragt und müssen Ihre Angaben schriftlich bestätigen.

Stand: 13.1.2021

Zuletzt aktualisiert: 30.04.2021
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