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Mund-Nasenschutz, OP-Maske und selbst Genähtes

Im Netz kursieren im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie viele Informationen und Ratschläge über das Tragen von Schutzmasken aller Art und es erreichen uns immer wieder Anfragen von Mukoviszidose-Patienten, die wissen möchten, was speziell für sie sinnvoll ist. Wir haben Informationen dazu hier zusammengefasst.
Betroffene mit OP-Maske (Mund-Nasenschutz)

OP-Masken (Mund-Nasenschutz) schützen den Träger selbst kaum vor Viren, verhindern aber, dass der Träger beim Husten oder Niesen Tröpfchen in die Umwelt schleudert.

OP-Masken (Mund-Nasenschutz) schützen den Träger selbst kaum vor Viren, verhindern aber, dass der Träger beim Husten oder Niesen Tröpfchen in die Umwelt schleudert.

Update 29. Mai 2020

Das Tragen eines Mund-Nasenschutzes – oder auch einer anderen „textilen Barriere“ – kann das Übertragungsrisiko von SARS-CoV-19 vermindern. Auch das RKI schreibt deshalb inzwischen in seinen FAQs, dass ein vorsorgliches Tragen von Behelfsmasken in Situationen, wo der Mindestabstand von zwei Metern zu anderen Menschen nicht eingehalten werden kann, die Weiterverbreitung von SARS-Cov-19 eindämmen kann. Das gilt aber nach wie vor nicht zum Schutz des Trägers, sondern zum Schutz der Menschen in der direkten Umgebung. 
 

Welche Schutzmasken gibt es?

FFP-Masken (Partikel filtrierende Halbmasken) haben Filterpartikel und liegen rundherum eng am Gesicht an. Das Atmen durch diese Masken ist deshalb mühsam, aber sie schützen davor, Viruspartikel einzuatmen. Die Masken werden vor allem von medizinischem Personal benötigt, das sich vor Ansteckung mit gefährlichen Krankheiten schützen muss, wenn es direkten Kontakt mit Erkrankten hat. Für CF-Patienten eignen sich diese Masken meist nicht gut, weil sie das Atmen erschweren und das Gefühl einer Atemnot verstärken.

OP-Masken (Mund-Nasenschutz), die meist aus einem Papierstoff sind, liegen locker auf dem Gesicht auf und Viruspartikel können sowohl an der Maske vorbei als auch in geringem Umfang durch die Maske in die Atemwege gelangen. Diese Masken schützen den Träger selbst kaum vor Viren, verhindern aber, dass der Träger beim Husten oder Niesen Tröpfchen in die Umwelt schleudert. Für CF-Patienten sind sie im Hinblick auf das Coronavirus wenig sinnvoll, allerdings können sie vor anderen, größeren Keimen (Bakterien) schützen. Wenn einem jemand direkt ins Gesicht hustet oder niest, stellen natürlich auch die OP-Masken eine mechanische Barriere dar, die größere Tröpfchen abfängt.

Mund-Nasen-Bedeckung (MNB):Masken aus Stoffen schützen ähnlich wie die OP-Masken nicht davor, Viruspartikel einzuatmen, da die Masken normalerweise nicht so konstruiert sind, dass sie eng am Gesicht anliegen. Es hängt natürlich auch vom Stoff ab, z.B. wie dicht er gewebt ist, und von der Anzahl der Stofflagen ab, ob die Maske selbst Viruspartikel leicht durchlässt. Die Viren können aber auch an der Maske vorbei in die Atemwege gelangen.

Schutzmaske selber machen?

Die im Internet zu findenden Anleitungen zum Selberbasteln einer Schutzmaske verwenden Geschirrtücher, Bettwäsche, T-Shirt, Schals, Staubsaugerbeutel und vieles mehr. Sie alle schützen vor allem die Umgebung des Trägers, denn sie sind i.d.R. so gestaltet, dass sie wie die OP-Masken an den Seiten oder an der Nase nicht dicht abschließen und der Stoff Viruspartikel durchlässt. Aber je dichter der Stoff, desto mehr ist die Atmung erschwert. Das Material sollte auf jeden Fall so gewählt werden, dass es bei mindestens 60 Grad waschbar ist.

Wann und wo eine Schutzmaske tragen – und welche?

Im Zuge der Coronavirus-Pandemie sind derzeit alle Menschen angehalten, in der Öffentlichkeit, wenn sie den Abstand von mind. 2 Metern zu anderen nicht einhalten können, eine Schutzmaske über Mund und Nase zu tragen. Je nach Bundesland gibt es sogar die Verpflichtung, eine MNB z.B. in Supermärkten zu tragen. Das soll die Ausbreitung des Virus unterbinden und Risikogruppen schützen.

Für die Risikogruppen selbst, also Menschen mit Vorerkrankungen wie CF oder auch ältere Menschen, ist aber der Rat immer noch, soziale Kontakte soweit wie möglich zu meiden. Das Tragen einer FFP-Maske kann zwar vor dem Einatmen von Coronaviren schützen, die Maske erschwert aber das Atmen und ist nur sinnvoll bei direktem Kontakt zu infizierten Personen. Die anderen Masken, ob OP-Maske oder selbst genähte Maske, schützen nicht zuverlässig vor einer Ansteckung.

Wichtig ist für alle Masken, dass sie gewechselt werden müssen, wenn sie feucht sind. Da jedes Auf- und Absetzen dazu führen kann, dass durch die Hände Viren in den Gesichtsbereich übertragen werden, sollten die Hände entsprechend gewaschen oder desinfiziert werden.

Nicht ins Gesicht fassen!

Bei manchen Menschen mag das Tragen einer Schutzmaske über Mund und Nase dazu führen, dass sie sich daran erinnern, sich weniger mit den Händen ins Gesicht zu fassen und damit die Viren von den Händen in Mund, Nase oder Augen zu übertragen. Aber manche wiegen sich durch das Tragen einer Maske auch in falscher Sicherheit und vernachlässigen das Händewaschen oder die Abstandsregelung zu anderen Menschen.

Für CF-Patienten ist die Abstandsregelung zu anderen Menschen besonders wichtig, solange die Coronavirus-Epidemie in Deutschland anhält. Natürlich sollten auch andere Hygienemaßnahmen, vor allem das regelmäßige Händewaschen, nicht vernachlässigt werden, wenn man sich außerhalb der eigenen Wohnung aufhält. Beim Spazierengehen an der frischen Luft sind Schutzmasken nur dann sinnvoll, wenn der Abstand von mind. zwei  Metern zu anderen Menschen nicht eingehalten werden kann. In geschlossenen Räumen, in denen sich mehrere Menschen aufhalten, ist das Risiko für eine Ansteckung mit dem Corona-Virus am höchsten, vor allem wenn sich die Personen länger gemeinsam im Raum aufhalten und keine gute Durchlüftung des Raumes durch geöffnete Fenster oder eine Lüftungsanlage stattfindet.

Zu den Empfehlungen des BfArM zum Tragen von Masken


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