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Burnout im CF-Team: Hohe Arbeitsbelastung führt zu Erschöpfung

Grafik: Blauer Kreis mit einer gezeichneten Zeitung und der Aufschrift "News" darin
Das deutsche Gesundheitssystem ist an vielen Stellen überlastet, was auch für Patienten deutlich spürbar ist. Das medizinische Personal arbeitet oft bis an seine Grenzen und schafft es dadurch, die Gesundheitsversorgung aufrecht zu erhalten. Doch die Rate an Burnout bei medizinischem Personal ist hoch. Eine aktuelle Studie aus den USA zeigt dies jetzt auch für CF-Teams (CF, Cystische Fibrose, Mukoviszidose).
Grafik: Blauer Kreis mit einer gezeichneten Zeitung und der Aufschrift "News" darin

Burnout bei denen, die andere pflegen

Burnout ist ein Syndrom, das charakterisiert ist durch emotionale Erschöpfung, ein vermindertes Gefühl persönlicher Leistungsfähigkeit und Erfüllung sowie einer zunehmenden Wahrnehmung, sich vom eigenen Körper entfremdet zu fühlen. Es ist begleitet davon, dass die Arbeitsleistung nachlässt oder die Arbeit nicht mehr vollständig bewältigt werden kann. Die Folgen sind höhere Anfälligkeit für Fehler und häufige Job-Wechsel. Das bedeutet für die Patienten oft eine schlechtere Qualität der Versorgung und kostet das Gesundheitssystem viel Geld, das der Versorgung an anderen Stellen fehlt. 

Arbeitslast wird im Team besser bewältigt

Ausgelöst werden kann ein Burnout durch viele Dinge, aber ständige Arbeitsüberlastung ist ein wesentlicher Faktor. Das Arbeiten in einem gut funktionierenden Team hingegen reduziert das Risiko für ein Burnout, indem es die Arbeitslast verringert, Abläufe verbessert, soziale Unterstützung fördert und Zusammenarbeit erleichtert. Auch die Behandlungsergebnisse verbessern sich in einem gut funktionierenden Team. 

Amerikanische Studie zu Burnout im CF-Team  

Eine Studie zum Burnout in CF-Teams untersuchte mittels Fragebogen die Situation bei 569 amerikanischen CF-Behandlern. Die Ergebnisse zeigten eine moderate bis hohe Rate an Burnout beim medizinischen Personal und eine geringe Zufriedenheit mit der eigenen Job-Situation. Besonders Ärztinnen und Ärzte waren stärker betroffen als erwartet und berichteten mehr Erschöpfungssymptome – professionelle Hilfe wurde hingegen nach ihrer Angabe nur selten in Anspruch genommen. Als Hauptursachen für die Erschöpfung wurden Bürokratie, lange Arbeitszeiten und Arbeit außerhalb der Regelzeiten angegeben. 

Situation in Deutschland

Die Basis der CF-Versorgung ist schon lange das multidisziplinäre Team. Die Teamstruktur ist zwar nicht in allen CF-Einrichtungen gleich, aber es sind neben der ärztlichen Versorgung auch Ernährungsberatung, Physiotherapie, psychosoziale Versorgung und Pflege eingebunden. 

Auch wenn sich das deutsche und das amerikanische Gesundheitssystem strukturell deutlich unterscheiden und nur eingeschränkt vergleichbar sind, wird auch hierzulande nicht erst seit der Corona-Pandemie von Burnout bei medizinischem Personal berichtet. Für die CF-Versorgung liegen zwar keine konkreten Zahlen vor, doch sprechen viele Hinweise dafür, dass auch multidisziplinäre CF-Teams zunehmend unter Druck geraten: steigende Patientenzahlen, eine wachsende Zahl erwachsener Menschen mit CF, komplexere Krankheitsverläufe sowie Fachkräftemangel und hohe Arbeitsbelastung stellen die Versorgung vor große Herausforderungen. Die Sicherung von Fachkräften und die Gewinnung von Nachwuchs werden damit zu einer zentralen Herausforderung für die Zukunft der CF-Versorgung.

Quelle

Quittner AL et al., The Human Cost of Respiratory Care: Professional Quality of Life and Burnout across Multidisciplinary Cystic Fibrosis Teams. Chest. 2026 Mar 14:S0012-3692(26)00304-1. doi: 10.1016/j.chest.2026.03.003