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Die Untersuchung von 109 Achromobacter spp. Isolaten aus neun französischen CF-Zentren zeigt die Zirkulation eines multiresistenten Klons von A. xylosoxidans, der zu ST 137 gehört.

Die europäische CF-Gesellschaft ECFS veröffentlicht monatlich die wichtigsten News aus der Fachzeitschrift "Journal of Cystic Fibrosis" (JCF). Die Artikel sind auf die wichtigsten Fragen fokussiert und werden in verständlicher (englischer) Sprache dargestellt. Wir stellen Ihnen hier eine Übersetzung der News zur Verfügung.

Study of 109 Achromobacter spp. isolates from 9 French CF centres reveals the circulation of a multiresistant clone of A. xylosoxidans belonging to ST 137.

Autoren 

Lucie Amoureux (1,2), Juliette Sauge (1), Benoit Sarret (1), Matthieu Lhoumeau(1), Audrey Bajard (1), Jennifer Tetu (1), Julien Bador (1,2), Catherine Neuwirth (1,2); MucoMicrobes group (3)

(1) Department of Bacteriology, University Hospital of Dijon, BP 37013, 21070 DIJON CEDEX FRANCE
(2) UMR/CNRS 6249 Chrono-environment, University of Franche-Comté, Besançon, France
(3) Collaborators, MucoMicrobes group Jocelyne Caillon, Emilie Cardot-Martin, Vincent Cattoir; Anne Doléans-Jordheim; Agnès Ferroni, Hélène Guet-Revillet, Geneviève Héry-Arnaud, Christine Segonds, Elise Thomas, Patrick Plésiat, Hoang Vu-Thien.

Was war Ihre wissenschaftliche Fragestellung?

Achromobacter sind Keime, die in der Lunge einiger Menschen mit Mukoviszidose (Cystische Fibrose, CF) weltweit gefunden wurden, aber nicht gut bekannt sind. Wir wollten die Daten von neun französischen CF-Zentren vergleichen, um zu sehen, ob einige Arten von Achromobacter häufiger auftreten und welche Antibiotika am besten gegen sie wirken.

Warum ist das wichtig?

Es ist wenig darüber bekannt, wie die zur Gruppe der Achromobacter gehörenden Keime Menschen mit CF Schaden zufügen. Es ist nicht klar, wann Antibiotika eingesetzt werden sollten, wenn Achromobacter gefunden wird. Derzeit gibt es mindestens 18 verschiedene Untergruppen (Arten) in dieser Keimgruppe. Einige Arten oder bestimmte Typen (ST) innerhalb jeder Art sind möglicherweise stärker an Infektionen beteiligt oder schwieriger mit Antibiotika zu behandeln als andere. Um diese Fragen zu beantworten, ist es wichtig, zunächst zu beschreiben, welche Arten normalerweise im Sputum von Menschen mit CF gefunden werden, und Studien in mehreren Zentren durchzuführen, ist eine gute Möglichkeit, um die wichtigsten zu erkennen.

Wie sind Sie vorgegangen? 

Im Jahr 2014 sammelten wir 109 Achromobacter-Proben (Stämme, ein Stamm für jeden Patienten) aus neun französischen CF-Zentren außer unserem. Wir identifizierten die Arten dieser Stämme durch molekulare (DNA-)Analyse eines Gens namens nrdA. Dann verglichen wir mit Hilfe einer Methode namens Multilocus Sequence Typing (MLST) die in den verschiedenen Zentren identifizierten Typen von Stämmen mit den bereits in unserem Zentrum und weltweit analysierten Stämmen. Wir haben auch die Empfindlichkeit dieser Bakterien gegenüber den Antibiotika bestimmt, die üblicherweise zur Behandlung der Patienten eingesetzt werden.

Was haben Sie herausgefunden?

In den neun Zentren stellten wir fest, dass die Art Achromobacter (A.) xylosoxidans fast drei Viertel der Fälle ausmachte. Die aktivsten Antibiotika waren Piperacillin-Tazobactam, Ceftazidim, Imipenem und Meropenem. Die MLST zeigte eine große Bandbreite von A. xylosoxidans-Typen unter den Patienten, aber auch, zum ersten Mal in Frankreich, dass mehrere bestimmte Typen bei Patienten aus verschiedenen Zentren gefunden wurden. Interessanterweise stellten wir fest, dass fünf Patienten (aus vier Zentren) mit dem gleichen Typ (ST 137) besiedelt waren und dass dieser Typ eines Stammes eine hohe Resistenz gegenüber Antibiotika aufwies. In unserem Zentrum hatten wir diesen Typ zuvor bei zwei Patienten mit chronischer Infektion gefunden.

Was bedeutet das, und warum muss man bei der Bewertung der Ergebnisse vorsichtig sein?

Diese Ergebnisse bestätigen, dass A. xylosoxidans in Frankreich die am häufigsten bei Menschen mit CF vorkommende Achromobacter-Art ist, wie auch in anderen Ländern bereits beschrieben wurde. Darüber hinaus wurde ein Typ eines Stammes (A. xylosoxidans, der zu ST 137 gehört) in mehreren CF-Zentren nachgewiesen und ist auch noch sehr resistent gegen Antibiotika. Die Herkunft des Stammes und wie er verbreitet wurde, muss noch untersucht werden. Diese Ergebnisse sind mit Vorsicht zu genießen, denn wir wissen noch nicht, ob dieser Achromobacter-Stamm Menschen mit CF mehr Schaden zufügen kann oder ob er nur besser an die Lunge dieser Menschen angepasst ist.

Wie geht es weiter?

Diese Studie zeigt, dass einige Achromobacter-Typen mit größerer Wahrscheinlichkeit in der Lunge von Menschen mit CF vorkommen könnten als andere. Der nächste Schritt wird darin bestehen, festzustellen, ob diese Stämme, wie A. xylosoxidans ST 137, für Menschen mit CF schädlicher sind oder nicht. Dies kann die Ärzte bei der Behandlung ihrer Patienten leiten.

Quellen

Übersetzung von Dr. Uta Düesberg, 21.02.2020


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