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Haus Schutzengel in Hannover verabschiedet Leiterin Helga Nolte

Ältere Frau mit grauen Haaren schaut lächelnd in die Kamera

Helga Nolte war 18 Jahre lang die Leiterin des Haus Schutzengel in Hannover.

Nach mehr als 18 Jahren an der Spitze des Hauses Schutzengel in Hannover wurde Helga Nolte am 22. Oktober 2026 offiziell verabschiedet. Die Diplom-Sozialpädagogin hat die Einrichtung des Mukoviszidose e.V. von Beginn an begleitet und entscheidend mitgeprägt.
Ältere Frau mit grauen Haaren schaut lächelnd in die Kamera

Helga Nolte war 18 Jahre lang die Leiterin des Haus Schutzengel in Hannover.

Ein Zuhause auf Zeit – seit 2008

Das Haus Schutzengel entstand aus dem Bedarf nach einer Unterkunft in unmittelbarer Nähe zur Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), einem wichtigen Behandlungszentrum für Menschen mit Mukoviszidose und insbesondere für Lungentransplantationen. Viele Betroffene reisen aus ganz Deutschland an und müssen für ihre Behandlung längere Zeit in Hannover bleiben. Auch für ihre Angehörigen ist das mit erheblichen organisatorischen und emotionalen Belastungen verbunden.

Um Patientinnen, Patienten und ihren Familien in dieser Situation einen Rückzugsort zu bieten, erwarb der Mukoviszidose e.V. 2007 ein Gebäude in der Fuhrberger Straße und ließ es entsprechend den besonderen Anforderungen von Menschen mit Mukoviszidose umbauen. Im Oktober 2008 wurde das Haus Schutzengel eröffnet. Helga Nolte gehörte seit Anbeginn zum Team.

Mehr als eine Unterkunft

Mit seinem auf die Bedürfnisse von Menschen mit Mukoviszidose abgestimmten Hygienekonzept, persönlichen Ansprechpersonen und Unterstützung bei sozialen Fragen bietet das Haus weit mehr als eine Übernachtungsmöglichkeit. Hier können Bewohnerinnen und Bewohner Abstand vom Klinikalltag gewinnen, Kraft schöpfen und sich mit anderen austauschen. Gerade Angehörige finden während oft wochen- oder monatelanger Behandlungen einen Ort zum Ausruhen – und bleiben zugleich in der Nähe ihrer Liebsten.

In den vergangenen 18 Jahren haben sich die Lebensperspektiven vieler Menschen mit Mukoviszidose durch neue Behandlungsmöglichkeiten, insbesondere moderne medikamentöse Therapien, verbessert. Schwere Krankheitsverläufe, lange Klinikaufenthalte und Lungentransplantationen bleiben jedoch für einen Teil der Betroffenen Realität. Mit den veränderten Bedürfnissen hat sich auch das Haus Schutzengel weiterentwickelt: Heute steht es ebenso Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit anderen schweren chronischen Erkrankungen und ihren Angehörigen offen.

Fachlichkeit, Erfahrung und ein offenes Ohr

Helga Nolte gestaltete diese Entwicklung als Leiterin über viele Jahre mit. Sie verantwortete den Betrieb des Hauses, arbeitete eng mit der MHH zusammen und begleitete Menschen mit Mukoviszidose und ihre Familien bei sozialen und persönlichen Fragen. Darüber hinaus wirkt sie im Team des Unterstützungsangebots MUKOfit des Mukoviszidose e.V. mit.

Für viele Bewohnerinnen und Bewohner wurde sie in schwierigen Lebensphasen zu einer vertrauten Ansprechpartnerin. Sie erlebte schwere Krankheitsverläufe und Transplantationen mit, begleitete zahlreiche Familien und prägte mit ihrer Erfahrung und Zugewandtheit die Atmosphäre des Hauses. „Es ist für mich nicht nur Beruf, es ist auch Leidenschaft und Berufung“, sagte sie 2018 zum zehnjährigen Bestehen des Hauses Schutzengel – ein Satz, der ihre Haltung auf den Punkt bringt.

Ein Kapitel endet, der Auftrag bleibt

Mit Helga Noltes Verabschiedung geht ein prägendes Kapitel in der Geschichte des Hauses Schutzengel zu Ende. Sein Auftrag bleibt unverändert: Menschen und ihren Angehörigen in belastenden Lebenssituationen ein Zuhause auf Zeit zu bieten – mit Unterstützung, Geborgenheit und kurzen Wegen zur medizinischen Versorgung.

Unter Leitung von Nicole Frey wird das Angebot des Haus Schutzengel weitergeführt und -entwickelt. Frau Frey ist Sozialpädagogin und war in ihrer beruflichen Laufbahn u. a. als Leiterin des Sozialdienstes der Klinik für Psychiatrie an der Medizinischen Hochschule Hannover sowie in der autismusspezifischen Förderung und Beratung tätig.

Hintergrund-Informationen

Über Mukoviszidose

In Deutschland sind mehr als 8.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene von der unheilbaren Erbkrankheit Mukoviszidose betroffen. Durch eine Störung des Salz- und Wasserhaushalts im Körper bildet sich bei Mukoviszidose-Betroffenen ein zähflüssiges Sekret, das Organe wie die Lunge und die Bauchspeicheldrüse irreparabel schädigt. Jedes Jahr werden in Deutschland etwa 150 bis 200 Kinder mit der seltenen Krankheit geboren.

Über den Mukoviszidose e.V.

Der Mukoviszidose e.V. vernetzt die Patienten, ihre Angehörigen, Ärzte, Therapeuten und Forscher. Er bündelt unterschiedliche Erfahrungen, Kompetenzen sowie Perspektiven mit dem Ziel, jedem Betroffenen ein möglichst selbstbestimmtes Leben mit Mukoviszidose ermöglichen zu können. Damit die gemeinsamen Aufgaben und Ziele erreicht werden, ist der gemeinnützige Verein auf die Unterstützung engagierter Spender und Förderer angewiesen.

Pressekontakt:

Mukoviszidose e.V.
Beatriz Dirksen
Tel.: +49 (0)228 98780-13
E-Mail: BDirksen(at)muko.info