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Mukoviszidose bedingter Diabetes ist nicht unabhängig assoziiert mit einer vermehrten Stenotrophomonas maltophilia-Infektion: Längsschnitt-Studie aus dem UK Mukoviszidose-Register

Die europäische CF-Gesellschaft ECFS veröffentlicht monatlich die wichtigsten News aus der Fachzeitschrift "Journal of Cystic Fibrosis" (JCF). Die Artikel sind auf die wichtigsten Fragen fokussiert und werden in verständlicher (englischer) Sprache dargestellt. Wir stellen Ihnen hier eine Übersetzung der News zur Verfügung.

Cystic fibrosis related diabetes is not independently associated with increased Stenotrophomonas maltophilia infection: longitudinal data from the UK CF Registry

Autoren 

Freddy Frost (1), Dilip Nazareth (1), Matt Shaw (2), Martin Walshaw (1)

(1) Regional Adult CF Centre, Liverpool Heart and Chest Hospital, Liverpool, L143PE, UK 

(2) Clinical Information Analyst, Research Department, Liverpool Heart and Chest Hospital, Liverpool, L14 3PE, UK

Was war Ihre wissenschaftliche Fragestellung?

Kommt das Bakterium Stenotrophomonas maltophilia bei Menschen mit CF-bedingtem Diabetes (CFRD) häufiger vor?

Warum ist das wichtig?

Das Bakterium Stenotrophomonas kommt im Sputum von 10% der Menschen mit Mukoviszidose (cystische Fibrose, CF) vor. Die klinische Relevanz von Stenotrophomonas ist uneindeutig: Einige Studien zeigen, dass es gefährlich sein kann, wieder andere Studien zeigen, dass es nicht gefährlich ist. Um ein besseres Verständnis für Stenotrophomonas zu bekommen, müssen wir verstehen, welche Personen ein höheres Infektionsrisiko aufweisen. Von vorherigen kleineren Studien wissen wir, dass Personen mit schwereren Lungenkrankheiten ein höheres Risiko einer Stenotrophomonas-Infektion haben. Kürzlich wurde CF-bedingte Diabetes (CFRD) auch als Risikofaktor erwähnt. Da es wichtig ist, zu verstehen, wer ein Infektionsrisiko hat und warum, versuchen wir den Zusammenhang zwischen Stenotrophomonas und CF-bedingter Diabetes genauer zu untersuchen. 

Wie sind Sie vorgegangen? 

Wir haben nationale Registerdaten aus dem UK CF-Register verwendet, um zu untersuchen ob CFRD ein Risikofaktor ist, um Stenotrophomonas zu bekommen. Zuerst haben wir geschaut, ob Stenotrophomonas bei Personen mit CFRD häufiger vorkommt als bei Personen ohne CFRD. Dann haben wir weitere statistische Analysen durchgeführt, um einen angemessenen Vergleich zu ermöglichen. 

Was haben Sie herausgefunden?

Die Verwendung der nationalen Registerdaten ermöglichte es uns, eine große Anzahl an CF-Patienten mit und ohne Stenotrophomonas zu vergleichen. Zunächst haben wir herausgefunden, dass Stenotrophomonas bei Personen mit CFRD häufiger vorkam. Als wir allerdings die Schwere der CF-Lungenerkrankung in unsere statistischen Berechnungen einbezogen, stellte sich heraus, dass CFRD eigentlich kein Risiko für eine Stenotrophomonas-Infektion darstellt. 

Was bedeutet das, und warum muss man bei der Bewertung der Ergebnisse vorsichtig sein?

Unsere Ergebnisse zeigen, dass CFRD kein unabhängiger Risikofaktor für Stenotrophomonas darstellt. Personen mit CFRD haben häufiger schwerere Lungenerkrankungen. Es scheint, dass diese Risikofaktoren, eher als CFRD selbst, verantwortlich sind für vermehrte Stenotrophomonas-Infektionen bei Menschen mit CFRD. Ein Grund zur Vorsicht bei der Bewertung der Ergebnisse ist, dass die Register-basierten Daten aufgrund der Methode der Datensammlung und Dokumentation ein verzerrtes Bild zeigen könnten. Andere Studien haben einen Zusammenhang zwischen Stenotrophomonas und frühen Phasen von Diabetes gefunden. Es war uns nicht möglich, zu sagen, wie lange die Teilnehmer unserer Studie schon CFRD hatten, daher können wir nicht ausschließen, dass es bei frühem Diabetes andere Ergebnisse geben kann.

Wie geht es weiter?

Um die Ergebnisse dieser Studie zu bestätigen, suchen wir nach Ansätzen, um herauszufinden, ob die Stenotrophomonas-Infektionsrate bei Personen in frühen Phasen des Diabetes ähnlich sind. 

Quellen

Übersetzung von Nora Benedix und Dr. Uta Düesberg, 07.02.2020


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