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Weniger Nebenwirkungen durch Zusatz von Hyaluronsäure zu hypertoner Kochsalzlösung?

Die Inhalation von hypertoner Kochsalzlösung gilt als wirkungsvolle Behandlung zur Schleimlösung in der Lunge. Die Inhalation der hypertonen Kochsalzlösung kann jedoch verbunden sein mit einigen Nebenwirkungen wie Husten, Verengung der Atemwege und unangenehmem Salzgeschmack, die bei bis zu 10% der Patienten dazu führen, die Behandlung nicht fortzuführen. Alternativ kann der Salzgehalt der Inhalationslösung reduziert werden.
Hyaluronsäure ist eine Substanz, die viele Funktionen im Körper des Menschen hat, darunter auch die hohe Bindungskapazität von Wasser. Ob Hyaluronsäure als Zusatz in hypertoner Kochsalzlösung bei der Inhalation besser verträglich und angenehmer anzuwenden ist, wurde von einer italienischen Arbeitsgruppe an 20 Patienten im Alter von 8-17 Jahren untersucht. Die Patienten inhalierten hypertone Kochsalzlösung (7%) mit oder ohne Hyaluronsäure (0,1%). Die Patienten, die hypertone Kochsalzlösung mit Hyaluronsäure inhalierten, zeigten signifikant weniger Nebenwirkungen bei der Inhalation. So waren z.B. Husten, Irritation des Rachenraums und unangenehmer Salzgeschmack im Vergleich zu denen, die hypertone Kochsalzlösung allein inhalierten, reduziert. Die Inhalation mit Hyaluronsäure wurde von den Patienten zudem als sehr viel angenehmer empfunden. Die Lungenfunktion (FEV1, forciertes expiratorisches Volumen) wurde durch die Zugabe von Hyaluronsäure bei der einmaligen Anwendung erwartungsgemäß nicht weiter verbessert und muss in weiterführenden Studien untersucht werden. Inwieweit Hyaluronsäure einen zusätzlichen schleimlösenden Effekt hat, wurde in dieser Untersuchung nicht geklärt.
Über die Rolle der Hyaluronsäure für die Pathogenese der Mukoviszidose finden Sie hier die Forschungsergebnisse einer Arbeitsgruppe aus Münster.  

Buonpensiero P, et al. Hyaluronic acid improves "pleasantness" and tolerability of nebulized hypertonic saline in a cohort of patients with cystic fibrosis. Adv Ther. 2010;27(11):870-8.


Kontakt: Dr. Uta Düesberg, 0228 98780-45; udueesberg(at)muko.info