Mehr Nebenwirkungen als erwartet
Nach einem enthusiastischen Start im Juli dieses Jahres hat das Biotechnologie-Unternehmen BiomX bekanntgegeben, seine Phase-2b-Studie zur inhalativen Phagentherapie BX004 bei Menschen mit Mukoviszidose und chronischen Pseudomonas aeruginosa-Infektionen vorzeitig zu beenden. Laut BiomX führte eine unerwartet hohe Rate an Nebenwirkungen zu der Entscheidung, die Studie zu stoppen. Zunächst hatte ein Sicherheitskomitee (DMC) die Studiendaten bewertet und war zu dem Schluss gekommen, dass die Studie mit angepasster Dosierung weitergeführt werden könne. Das Pharmaunternehmen entschied sich aber nach eigenen Angaben – auch aus Kostengründen – gegen eine Weiterführung des Programms. Auch in Deutschland haben Studienzentren an der Phase-2b-Studie teilgenommen.
Weitere Phagenprogramme in der Entwicklung
Phagentherapien gelten als vielversprechende Ergänzung oder Alternative zur herkömmlichen Antibiotikabehandlung – gerade bei schwer zu therapierenden Infektionen. Entsprechend groß war das Interesse an der Entwicklung von BX004 in der CF-Community und umso bedauerlicher ist es, dass das Programm nun nicht weiterverfolgt wird. Der Studienabbruch zeigt jedoch auch, dass bei Phagentherapien eben auch Nebenwirkungen auftreten können. Weitere Programme in Deutschland und international laufen. Bei dem in Deutschland durchgeführten Phage4Cure Projekt ist es laut dem Studienleiter (s. Link Inforadio) nicht zu vermehrten Nebenwirkungen gekommen. Allerdings liegen die Endergebnisse noch nicht vor und auch die Wirksamkeitsdaten sind hier noch nicht ausgewertet. Es würden aber auch im günstigsten Fall weitere, größere Studien gebraucht, um eine Wirksamkeit zu zeigen.
Quellen und weitere Informationen
Pressemitteilungen des Herstellers
Europäisches Studienregister mit Informationen zur BIOMX-Studie und dem Studienabbruch
Inforadio zu Phagen und Phage4Cure
