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Informationen über das Vertex-Projekt HUBBLE

Der Mukoviszidose e.V. informiert im Sinne von Patient-Empowerment im Folgenden die Patienten über das Vertex-Projekt HUBBLE, damit sie eigenverantwortlich, selbstbestimmt und informiert ihre Entscheidung über die Teilnahme treffen können.
Fragezeichen. Bild von chenspec auf Pixabay.

Bild von chenspec auf Pixabay.

Medizinische Daten sind ein hohes, schützenwertes Gut. Besonders Ergebnisse einer gendiagnostischen Untersuchung (hier: Ihre Mutationskombination) unterliegen nach Gendiagnostikgesetz besonderem Schutz. Im HUBBLE Projekt der Firma Vertex werden genau diese Daten ohne konkreten Anlass abgefragt, gespeichert und mit der E-Mail-Adresse, dem Geburtsdatum des Patienten und dem Namen des behandelnden Arztes verknüpft. Das konkrete Ziel der Befragung bleibt unklar. 

Überlegen Sie sehr sorgfältig, bevor Sie an Befragungen teilnehmen, die keine wahren Studien sind und bei welchen auf Ihre sensiblen Daten zurückgegriffen wird.

HUBBLE, „Studie“ über die Auswirkungen von Mukoviszidose

Ist HUBBLE eine Forschungsstudie?

Forschungsstudien haben das Ziel, eine konkrete wissenschaftliche Fragestellung zu beantworten. Dazu werden Patientengruppen miteinander verglichen, z.B. mit und ohne Behandlung. Die Patienten werden zufällig verschiedenen Gruppen zugeordnet und verblindet, d.h. weder der Patienten noch der Arzt weiß, zu welcher Gruppe der Patient gehört. Damit wird eine externe Einflussnahme verhindert und garantiert, dass die Ergebnisse nicht manipuliert sind.

Bei einer Befragung werden systematisch Informationen über Einstellungen, Meinungen oder auch Verhaltensweisen gesammelt, z.B. Mithilfe von Online-Befragungen. Diese werden z.B. im Interesse der Markforschung eingesetzt z.B. bei Fragen des Marketings. 

Fazit: Per Definition handelt es sich bei HUBBLE daher nicht um eine Studie, sondern um eine Befragung von CF-Betroffenen. 

Was wird als Ziel von HUBBLE angegeben?

Vertex gibt an, mit dieser Online-Befragung besser verstehen zu wollen, wie Mukoviszidose sich auf den Alltag auswirkt, und von Menschen mit dieser Erkrankung und ihren Betreuungspersonen lernen zu wollen. Ein konkreteres Ziel, warum sie dies erfahren wollen, ist nicht angegeben. 

In der Einwilligungserklärung steht: „Diese Projekte könnten es mit sich bringen, dass Daten aus dieser Studie mit Daten aus anderen Quellen, wie elektronische Patientenakten, Daten zu Kosten und Zahlungen im Gesundheitswesen, Daten aus Apotheken oder aus Patientensoftwareprogrammen verknüpft werden. Durch Erteilung Ihrer Einwilligung geben Sie Vertex die Erlaubnis zur Verknüpfung Ihrer Daten.“ Und: „Wenn Sie an der Studie teilnehmen, werden wir für Sie einen einmaligen Code generieren, der Sie identifiziert. Wenn Sie sich zukünftig entscheiden, an weiteren, von Vertex finanzierten Studien teilzunehmen, können Sie diesen Code wiederverwenden. Er wird Sie bei der Registrierung unterstützen und wird Vertex eine Verknüpfung all Ihrer Daten ermöglichen.“ 

Ebenso können Sie im Zuge des Anmeldungsprozesses Vertex das Recht gewähren, direkt (also z.B. per E-Mail) mit Ihnen in Kontakt zu treten.

Welche Daten werden erhoben (und können dann verknüpft werden)?

Über die Online-Fragebögen werden umfassende Daten zur Genetik, Erkrankung, zu Symptomen, Behandlungen, den täglichen Aktivitäten und der Lebensqualität erhoben. Auch soll der Vor- und Nachname des behandelnden Arztes angegeben werden. Es gibt keine Option diese Eingabe zu vermeiden, außer man gibt falsche Daten an.

Werden die Daten anonymisiert?

Grundsätzlich schreibt Vertex, dass für die Auswertung nur auf anonymisierte Daten zurückgegriffen werden kann. Bei der Registrierung wird aber deutlich, dass Nebenwirkungen bei der Einnahme von Vertex-Medikamenten angegeben werden müssen und diese dann an Vertex gemeldet werden. Zitat: „Eventuell muss Vertex Ihren Arzt kontaktieren, um sicherzustellen, dass Vertex alle wichtigen Informationen hat.“ D.h. die Daten sind dann nicht mehr anonym, vielmehr erhält Vertex Zugriff auf Ihre E-Mail-Adresse, Ihre Genetik und weiß, welcher Arzt Sie behandelt.

Ich habe schon teilgenommen, will meine Dateneingabe aber wieder rückgängig machen?

Laut Datenschutzerklärung ist es möglich, die Daten löschen zu lassen. In der Datenschutzerklärung steht: „…unter bestimmten Voraussetzungen können Sie die Löschung der Sie betreffenden Daten von uns verlangen“ Dabei bleibt offen, was für Voraussetzungen das sein könnten und das bedeutet in jedem Fall eine Einschränkung Ihrer Rechte auf Ihre Daten. Ansprechpartner ist der Datenverarbeiter Vitaccess Limited, UK per E-Mail cf@vitaccess.com.

Hier können Sie von Ihrem Recht auf Widerruf der Einwilligungserklärung und Löschung (Art.7 & 17 DSGVO) Ihrer personenbezogenen Daten Gebrauch machen. Dazu reicht eine formlose schriftliche Erklärung, in der Sie Ihre Einwilligung an dem Hubble Projekt zurückziehen. Ihre Daten dürfen in Folge nicht mehr verarbeitet werden. Ein Musterschreiben finden Sie z.B. auf der Internetseite der Verbraucherzentrale.

Zum Musterschreiben

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