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CFTR-Modulatoren: Früher Therapiebeginn und neue Wirkstoffe- Aktuelle Studiendaten von der ECFS-Konferenz

Grafik mit Titel CFTR-Modulatoren früherer Therapiebeginn und neue Wirkstoffe, schematische Darstellung von Medikamenten
Auf der diesjährigen Europäischen CF-Konferenz in Lissabon wurden neue Daten zu Kaftrio und Alyftrek bei Kleinkindern vorgestellt. Die Ergebnisse unterstützen einen möglichst frühen Therapiebeginn und könnten den Weg für Zulassungserweiterungen ebnen. Gleichzeitig befinden sich weitere Modulatoren und neue Wirkstoffkombinationen in der Entwicklung, die die CFTR-Funktion künftig noch wirksamer verbessern könnten.
Grafik mit Titel CFTR-Modulatoren früherer Therapiebeginn und neue Wirkstoffe, schematische Darstellung von Medikamenten

Kaftrio zeigt deutliche Wirkung bei Kindern ab einem Jahr

In einer 24-wöchigen Studie wurde Kaftrio bei Kindern zwischen 12 und 24 Monaten untersucht. Dabei zeigte sich ein sehr deutlicher Effekt auf die Schweißchloridwerte. Diese gelten als wichtiger Marker für die Funktion des bei Mukoviszidose gestörten CFTR-Kanals: Je niedriger der Wert, desto besser funktioniert der Kanal.

98 Prozent der behandelten Kinder erreichten Schweißchloridwerte unter 60 mmol/l – also unterhalb des Bereichs, der typischerweise für die Diagnose einer Mukoviszidose spricht. Rund zwei Drittel der Kinder erreichten sogar Werte unter 30 mmol/l und lagen damit im Normalbereich.

Im Mittelpunkt der Studie standen jedoch vor allem Sicherheit und Verträglichkeit. Nach Angaben des Herstellers wurde die Behandlung insgesamt gut vertragen. Die beobachteten Nebenwirkungen entsprachen weitgehend dem bereits bekannten Sicherheitsprofil.

Alyftrek verbessert die CFTR-Funktion weiter

Auch für Alyftrek wurden neue Daten vorgestellt. Untersucht wurden Kinder im Alter von zwei bis fünf Jahren, die zuvor bereits mit Kaftrio behandelt worden waren.
Nach 28 Tagen Behandlung lagen die Schweißchloridwerte bei etwa zwei Dritteln der Kinder unter 30 mmol/l und damit im Normalbereich.

Die vorliegenden Studiendaten von Modulatoren bei jüngeren Kindern zeigen stärkere Verbesserungen beim Schweißchlorid als dies bei den älteren Kindern und erwachsenen Menschen mit CF der Fall war. Dies unterstützt die Annahme, dass ein möglichst früher Therapiebeginn besonders vorteilhaft sein könnte.

Darüber hinaus wurde der sogenannte Lung Clearance Index (LCI) untersucht. Dieser Lungenfunktionswert wird insbesondere bei (kleineren) Kindern eingesetzt und erfordert keine Mitarbeit der Kinder wie bei der klassischen Spirometrie. Bei Kindern mit zunächst unterdurchschnittlichen Werten stabilisierte sich der LCI mit der Alyftrek-Therapie. Im Vergleich zur vorherigen Behandlung mit Kaftrio hat sich hier die Lungenfunktion unter Alyftrek also nochmals verbessert.

Auch Alyftrek wurde insgesamt als sicher und gut verträglich bewertet. Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehörten Husten und Hautausschläge. Vereinzelt wurden emotionale oder neuropsychiatrische Auffälligkeiten beobachtet. In zwei Fällen wurde die Behandlung vorübergehend unterbrochen, konnte anschließend jedoch fortgesetzt werden.

Zulassungserweiterungen geplant

Die Hersteller kündigten an, auf Grundlage der Studiendaten eine Zulassungserweiterung für Kaftrio ab dem Alter von einem Jahr und für Alyftrek ab zwei Jahren beantragen zu wollen.

Sollten die Zulassungen im kommenden Jahr erteilt werden, könnten erstmals viele sehr junge Kinder mit Mukoviszidose von einer hochwirksamen Modulatortherapie profitieren.
Bislang stehen für Kinder unter zwei Jahren nur wenige Optionen zur Verfügung: Kalydeco für bestimmte seltene Gating-Mutationen sowie Lumacaftor/Ivacaftor für Kinder ab einem Jahr mit zwei F508del-Mutationen.

Modulatoren der nächsten Generation in Entwicklung

Die Pharmafirma Vertex, die alle bisher zugelassenen Modulatoren entwickelt hat, hat außerdem angekündigt, an einer neuen Generation von Modulatoren („Modulatoren 3.0“) zu arbeiten. Diese sollen noch wirksamer sein bzw. bereits in geringeren Dosierungen eingesetzt werden können.

Als erster Kandidat soll VX-828 in klinischen Studien untersucht werden. Weitere Wirkstoffe in der Entwicklung sind VX-581 und VX-272.

Modulatoren anderer Hersteller?

Auch andere Unternehmen arbeiten an neuen Modulatoren, die die CFTR-Funktion möglicherweise noch stärker verbessern können.

Sionna Therapeutics bereitet derzeit eine Phase-2-Studie mit SION-719 vor. Der Wirkstoff soll zusätzlich zu Kaftrio eingenommen werden und gehört zur Gruppe der sogenannten Stabilisatoren. In Laboruntersuchungen konnte die Kombination mit anderen Modulatoren die Funktion des CFTR-Proteins nahezu vollständig wiederherstellen.

Erste Studien mit gesunden Freiwilligen zeigten eine gute Verträglichkeit. Ergebnisse einer ersten Wirksamkeitsstudie bei Menschen mit Mukoviszidose werden noch für diesen Sommer erwartet. Langfristig verfolgt Sionna das Ziel, eine Zweifachkombination zu entwickeln, die wirksamer ist als die heute verfügbaren Modulatoren. Diese neuen Modulatoren kommen zunächst für Menschen mit CF und F508del-Mutation in Frage.

Rückschlag für Fair Therapeutics

Weniger erfreuliche Nachrichten gab es von Fair Therapeutics. Das Unternehmen teilte kurz vor der ECFS-Konferenz mit, dass die Weiterentwicklung seiner Modulator-Substanzen aus finanziellen und organisatorischen Gründen nicht fortgeführt werden kann. Die entsprechenden Lizenzen sollen zurückgegeben werden.

Die Wirkstoffe Dirocaftor (Potentiator), Posenacaftor (Korrektor), Nesolicaftor (Amplifier), die ursprünglich von Proteostasis entwickelt wurden, waren im Rahmen des europäischen HIT-CF-Projekts in der CHOICES-Studie untersucht worden.